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Sardinien Reiseführer: Die ganze Insel von der Costa Smeralda bis in den Sulcis
Vorwort: Was dieser Sardinien Reiseführer Ihnen bietet und wie Sie ihn nutzen
Sardinien misst 24090 Quadratkilometer und ist damit nach Sizilien die 2. größte Insel im Mittelmeer. Auf dieser Fläche leben rund 1,6 Millionen Menschen, das entspricht etwa 66 Einwohnern je Quadratkilometer. Zum Vergleich: In Deutschland sind es rund 230. Diese Zahl erklärt vieles, was Sie unterwegs erleben werden: lange Strecken ohne Ortschaft, Bergdörfer mit einer einzigen Bar am Kirchplatz, Küstenabschnitte von 20 Kilometern, an denen kein Haus steht. Wer den besten Sardinien Reiseführer sucht, sollte deshalb zuerst eines verstehen: Sardinien ist kein Strandurlaub mit Zusatzprogramm, sondern eine Insel mit 4 Charakteren, die sich kaum ähneln.
Im Norden liegt die Gallura mit ihren Granitfelsen, den Buchten der Costa Smeralda und der Inselgruppe La Maddalena. Der Westen bietet mit Alghero, Bosa und der Halbinsel Sinis katalanisch geprägte Städte und lange Sandstrände. Der Osten gehört den Kalkmassiven des Supramonte, der Küste von Orosei und der Ogliastra mit ihren roten Felsen. Im Süden und Südwesten reihen sich Cagliari, die Weiten des Sulcis und die Dünen der Costa Verde aneinander. Dazwischen liegt das Innere, die Barbagia, mit Schäferdörfern, Wandergebieten und einer Küche, die mit der Küstenküche wenig gemeinsam hat.
Dieser Sardinien Reiseführer Empfehlung folgt einer klaren Logik: Zuerst erfahren Sie, wie die Insel geschichtlich und geografisch aufgebaut ist, dann folgen Reisevorbereitung, Anreise, Kosten, Unterkünfte und Sicherheit. Danach werden Sehenswürdigkeiten, Geheimtipps, Kulinarik, Strände, Wanderwege und Ausflüge im Detail beschrieben. Den Abschluss bilden Reiserouten für 3, 5, 7, 10 und 14 Tage mit echten Streckenangaben. Als bester Reiseführer Sardinien will dieses Buch nicht möglichst viele Orte aufzählen, sondern Ihnen genau die Angaben liefern, die Sie zum Entscheiden brauchen: Fahrzeiten, Zugangswege, Öffnungsgewohnheiten, Reservierungspflichten und Orte, an denen sich der Aufwand lohnt.
Eine Warnung vorab, die Sie später an der ersten Serpentine bestätigt finden werden: Sardinische Straßen sind kurvig, Schafherden haben Vorfahrt, und Google Maps unterschätzt die Fahrzeit im Landesinneren regelmäßig um 30 Prozent. Planen Sie großzügig, und Sie werden belohnt.
Sardinien Geschichte: Von den Nuraghen bis zur autonomen Region
Steinzeit und die Kultur der Nuraghen
Erste Siedler erreichten Sardinien vor mehr als 10000 Jahren über das Meer. Sie handelten mit Obsidian vom Monte Arci bei Oristano, einem Vulkanglas, das im gesamten westlichen Mittelmeer als Werkzeugmaterial gefragt war. Aus der Jungsteinzeit stammen die Domus de Janas, die sogenannten Feenhäuser: in weichen Fels gehauene Grabkammern, die Sie auf der ganzen Insel finden, etwa in der Nekropole Anghelu Ruju bei Alghero mit fast 40 Gräbern.
Zwischen etwa 1800 und 500 vor Christus entstand die Nuraghenkultur. Die Nuraghen sind kegelförmige Türme aus Trockenmauerwerk ohne Mörtel, teils mit mehreren Stockwerken und Kuppelräumen. Mehr als 7000 Stück sind erhalten, im Durchschnitt steht also alle 3 Quadratkilometer eine. Wozu sie dienten, ist bis heute umstritten: Festung, Wohnsitz eines Clanchefs, Vorratslager oder Kultplatz. Neben ihnen errichtete die Kultur die Tombe dei Giganti, Gemeinschaftsgräber mit einer bis zu 4 Meter hohen Frontstele und halbkreisförmigem Vorplatz, sowie Brunnenheiligtümer wie Santa Cristina bei Paulilatino. Die Bronzefiguren dieser Zeit, kleine Krieger, Bogenschützen und Schiffchen, zeigt das Archäologische Nationalmuseum in Cagliari.
Phönizier, Karthager und Römer
Ab dem 8. Jahrhundert vor Christus gründeten phönizische Händler Küstenstädte: Sulky auf der Insel Sant'Antioco, Nora südlich von Cagliari, Tharros auf der Halbinsel Sinis. Die Nora Stele, ein Fund von 1773, trägt eine phönizische Inschrift und gilt als frühester schriftlicher Beleg für den Namen der Insel. Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus geriet Sardinien unter die Kontrolle Karthagos, das im Süden Getreide anbauen ließ. 238 vor Christus besetzte Rom die Insel. Die Römer bauten Straßen, Thermen und Theater, rühmten Sardinien aber vor allem als Kornkammer und verbannten Aufständische hierher, weil das Fieber der Küstensümpfe als tödlich galt. Der Widerstand der Barbaricini in den Bergen um Nuoro blieb während der gesamten Römerzeit ungebrochen, und der Name der Barbagia leitet sich daraus ab.
Judikate, Pisaner und Aragonesen
Nach Vandalen ab 456 und byzantinischer Herrschaft ab 534 blieb Sardinien vom Festland weitgehend abgeschnitten. Aus dieser Isolation entstanden zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert 4 selbstständige Königreiche, die Judikate Cagliari, Torres, Gallura und Arborea. Jedes wurde von einem Richterkönig regiert. Am längsten hielt sich Arborea um Oristano. Dessen Herrscherin Eleonora d'Arborea erließ um 1392 die Carta de Logu, ein Gesetzbuch, das Frauen ungewöhnliche Rechte einräumte und auf der Insel bis 1827 in Kraft blieb. Sardinier verehren Eleonora bis heute als Nationalfigur.
Parallel drängten Pisa und Genua auf die Insel. Pisaner errichteten Cagliaris Türme San Pancrazio (1305) und Elefantenturm (1307), die Genuesen die Doria Burgen in Alghero und Castelsardo. 1324 landete ein aragonesisches Heer, 1326 fiel Cagliari. Katalanische Siedler ersetzten in Alghero 1354 die einheimische Bevölkerung, und noch heute spricht man dort einen katalanischen Dialekt.
Spanische Zeit, Savoyen und Italien
Spanien blieb bis 1714 Herr der Insel, hinterließ Wehrtürme entlang der Küste, den Adelsbesitz und viele Lehnswörter. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg gelangte Sardinien 1720 an das Haus Savoyen, das sich fortan Könige von Sardinien nannte, obwohl Turin die Machtzentrale war. Karl Emanuel III. siedelte 1738 ligurische Familien von der tunesischen Insel Tabarka auf San Pietro an, und so entstand Carloforte. 1861 ging das Königreich Sardinien im vereinigten Italien auf. Die Insel litt im 19. Jahrhundert unter Entwaldung und Armut, im 20. Jahrhundert unter Auswanderung und Malaria, die erst nach 1946 durch eine großangelegte Kampagne mit DDT getilgt wurde. 1948 erhielt Sardinien als Sonderstatutsregion weitgehende Autonomie.
Bergbau, Tourismus und heutige Entwicklung
Der Bergbau prägte den Südwesten über 150 Jahre. In den Revieren von Iglesias, Montevecchio und Carbonia wurden Blei, Zink und Kohle gefördert, ab 1938 entstand mit Carbonia sogar eine Stadt für die Kumpel. Nach der Schließung der letzten Gruben in den 1990er Jahren verwandelten sich viele Anlagen in Museen und Wanderziele. Ab 1962 schuf ein Konsortium unter dem Prinzen Karim Aga Khan an der Nordostküste die Costa Smeralda, den ersten geplanten Luxusferienort Europas. Seither hat sich der Tourismus zur wichtigsten Einnahmequelle entwickelt, ohne die Hirtenkultur des Inneren völlig zu verdrängen.
Sardinien Geografie: Lage, Landschaft und Einordnung im Mittelmeer
Lage und Ausdehnung
Sardinien liegt im westlichen Mittelmeer, rund 200 Kilometer vom italienischen Festland und etwa 180 Kilometer von der Küste Tunesiens entfernt. Nur die Straße von Bonifacio, an der engsten Stelle rund 11 Kilometer breit, trennt die Insel von Korsika. Von Norden nach Süden misst Sardinien etwa 270 Kilometer, von Osten nach Westen rund 145 Kilometer. Die Küstenlinie erreicht rund 1850 Kilometer, davon entfallen mehr als 1/3 auf Sandstrände.
Gebirge, Hochebenen und Ebenen
Sardinien ist erstaunlich gebirgig. Höchster Punkt ist die Punta La Marmora im Gennargentu mit 1834 Metern. Der Gennargentu Stock beherrscht die Mitte der Insel und trägt im Winter Schnee, der in einzelnen Jahren bis in den April hält. Östlich schließt der Supramonte an: ein zerklüftetes Kalkplateau mit Schluchten, Dolinen und Höhlen. Im Norden erhebt sich der Monte Limbara mit 1362 Metern über der Gallura. Die Giara di Gesturi ist ein Basalthochplateau von 45 Quadratkilometern, auf dem einige hundert halbwilde Pferde grasen.
Die größte Ebene ist der Campidano, ein Grabenbruch von Cagliari im Süden bis zum Golf von Oristano im Westen. Hier wachsen Getreide, Artischocken, Reis und Wein. Kleine Lagunen wie die Stagno di Cabras bei Oristano und der Stagno di Molentargius bei Cagliari sind Brutgebiete von Flamingos und Reihern.
Küstentypen
Die Nordostküste besteht aus Granit mit Buchten, die Sie sonst nur aus der Karibik kennen, die Ostküste aus steilen Kalkwänden mit Kiesbuchten, die Westküste aus langen Sandstränden und Dünenlandschaften, die Südküste aus Klippen mit Sandbuchten. Vor der Küste liegen Nebeninseln: die Maddalena Gruppe im Norden, die Asinara im Nordwesten, Tavolara im Osten, Sant'Antioco und San Pietro im Südwesten.
Verwaltungsgliederung
Sardinien ist eine autonome Region mit Hauptstadt Cagliari. Zu den wichtigsten Städten zählen Sassari im Norden mit etwa 120000 Einwohnern, Olbia im Nordosten als Fährhafen, Alghero, Nuoro und Oristano. Amtssprache ist Italienisch, daneben genießen Sardisch, Katalanisch in Alghero, Gallurese und Sassarese offiziellen Schutz. Auf Ortsschildern sehen Sie deshalb oft 2 Namen.
Flüsse, Stauseen und Schutzgebiete
Der längste Fluss der Insel ist der Tirso mit rund 150 Kilometern, der im Zentrum entspringt und bei Oristano ins Meer mündet. Er wird bei Ghilarza vom Lago Omodeo aufgestaut, einem der größten künstlichen Seen Italiens. Weitere wichtige Flüsse sind der Coghinas im Norden und der Flumendosa im Osten und Süden. Sardinien hat 3 Nationalparks: den Nationalpark Gennargentu und Golf von Orosei, den Archipel von La Maddalena und die Insel Asinara. Dazu kommen Meeresschutzgebiete an der Tavolara, am Capo Carbonara bei Villasimius, auf der Halbinsel Sinis und am Capo Caccia. In diesen Zonen sind Ankern, Fischen und Tauchen geregelt, und Sie brauchen für manche Bereiche eine Genehmigung oder einen ausgewiesenen Anbieter.
Sardinien Reisevorbereitung und Reiseplanung im Überblick
Die richtige Planung für Sardinien: Wie viel Insel passt in Ihren Urlaub
Die Sardinien Reiseplanung beginnt mit einer nüchternen Rechnung: Cagliari und Olbia liegen 270 Kilometer auseinander, die Fahrt dauert je nach Verkehr 3 bis 3,5 Stunden. Wer an einem einzigen Ort bleibt, lernt eine Küstenregion kennen. Wer die Insel erleben will, sollte mindestens 2 Standorte wählen. Bei 1 Woche empfiehlt sich 1 Region, bei 2 Wochen 2 bis 3 Standorte mit jeweils 4 bis 5 Übernachtungen. Jeder Ortswechsel kostet Zeit, weil Check in und Check out selten vor 15 Uhr beziehungsweise nach 10 Uhr möglich sind.
Einreise, Dokumente und Versicherungen
Für Deutsche, Österreicher und Schweizer genügt ein gültiger Personalausweis oder Reisepass. Die Europäische Krankenversicherungskarte auf der Rückseite der Gesundheitskarte deckt Notfälle in staatlichen Einrichtungen ab, eine private Auslandskrankenversicherung erweitert den Schutz um Rücktransport. Wer einen Mietwagen bucht, braucht den Führerschein und eine Kreditkarte für die Kaution. Die Währung ist der Euro, Sardinien liegt in der mitteleuropäischen Zeitzone, es gibt also keine Zeitverschiebung. Die Steckdosen entsprechen dem europäischen Standard.
Sardinien Mietwagen, Fähre und Unterkunft rechtzeitig buchen
Für Juli und August gilt: Fähren, Mietwagen und beliebte Küstenunterkünfte sind oft 4 bis 6 Monate vorher ausgebucht. Kleinwagen mit Schaltgetriebe sind günstiger und in engen Bergdörfern praktischer. Wer im Juni oder September reist, bucht 6 bis 8 Wochen vorher und findet noch ausreichend Auswahl. Für Strände mit Zugangsbegrenzung wie La Pelosa bei Stintino und die Cala Goloritzé ist eine Online Reservierung Pflicht, sie sollten Sie sofort nach der Unterkunftsbuchung vornehmen.
Reisedauer und Rhythmus
Zwischen 1 Woche und 10 Tagen erleben Sie 2 Regionen mit Ruhe. Wer die Insel als Rundreise angeht, sollte pro Tag nicht mehr als 150 Kilometer Fahrstrecke einplanen, denn die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit liegt auf Nebenstraßen bei 45 bis 60 Kilometern pro Stunde. In den Nachmittagsstunden zwischen 13 und 16 Uhr sind viele Geschäfte, Museen und kleine Restaurants geschlossen, und Sie planen Strandzeit oder Fahrten in dieses Fenster.
Sardinien Anreise mit Flugzeug, Fähre und Mietwagen
Sardinien Anreise per Flugzeug
Die Insel hat 3 internationale Flughäfen. Olbia Costa Smeralda im Nordosten ist der Hauptflughafen für Gallura und Costa Smeralda und liegt nur 5 Kilometer vom Stadtzentrum. Cagliari Elmas im Süden bedient Cagliari, die Costa Rei, Villasimius und den Sulcis. Alghero Fertilia im Nordwesten führt zu Alghero, Bosa, Stintino und Castelsardo. In der Sommersaison fliegen Eurowings, Condor, Ryanair und Easyjet mehrere deutsche, österreichische und Schweizer Flughäfen an, die Flugzeit beträgt ab Frankfurt, München oder Zürich rund 2 Stunden. Außerhalb der Saison von November bis März gibt es meist nur Umsteigeverbindungen über Rom oder Mailand.
Wählen Sie den Flughafen nach Ihrem Zielgebiet, nicht nach dem günstigsten Ticket. Ein Flug nach Cagliari mit anschließender Fahrt an die Costa Smeralda kostet Sie 3,5 Stunden Autofahrt. Umgekehrt gilt dasselbe für Villasimius, das von Olbia 290 Kilometer entfernt liegt.
Sardinien Anreise per Fähre
Wer mit eigenem Auto, Wohnmobil oder Motorrad kommt, nimmt die Fähre. Die wichtigsten Verbindungen sind Livorno nach Olbia oder Golfo Aranci mit rund 9 bis 10 Stunden, Civitavecchia nach Olbia mit 6 bis 8 Stunden (Schnellfähren teils ab 4,5 Stunden), Genua nach Porto Torres oder Olbia mit 10 bis 13 Stunden, sowie Civitavecchia nach Cagliari mit rund 14 Stunden und Neapel nach Cagliari mit 13 bis 16 Stunden. Zwischen Korsika und Sardinien pendelt die Fähre von Bonifacio nach Santa Teresa Gallura in etwa 50 Minuten. Anbieter sind Moby, Tirrenia, Grimaldi Lines, GNV und Corsica Sardinia Ferries. Im Juli und August kostet die Überfahrt mit Auto und 2 Personen je nach Strecke und Kabine häufig 300 bis 600 Euro, in der Nebensaison spart das leicht die Hälfte.
Eine Anreise über den Landweg führt durch die Schweiz oder Österreich nach Norditalien, dann nach Livorno, Genua oder Civitavecchia. Von München nach Livorno sind es rund 900 Kilometer, von Zürich nach Genua rund 380 Kilometer. Wer im Auto anreist, übernachtet meist 1 Mal in der Toskana oder Ligurien.
Anreise mit Bahn und Bus
Eine durchgehende Bahnverbindung gibt es nicht, aber die Bahn eignet sich für die Etappe bis zum Fährhafen. Von München über den Brenner nach Verona und weiter nach Livorno sind es rund 9 bis 10 Stunden. Auf der Insel fahren Fernbusse von Olbia, Cagliari und Alghero in die größeren Orte, ihr Fahrplan im Landesinneren ist sonntags stark ausgedünnt.
Sardinien Anreise mit dem Mietwagen und auf der Insel
Für die Sardinien Route abseits der Küstenorte ist ein Mietwagen praktisch unverzichtbar. Die Hauptachse ist die SS131 Carlo Felice, die Cagliari mit Porto Torres über Oristano und Sassari verbindet und keine Maut kostet. Die SS131 Diramazione Centrale Nuorese führt von Abbasanta nach Nuoro und weiter nach Olbia, die SS125 Orientale Sarda folgt der Ostküste. Sardinien hat keine Autobahnmaut. Das Tempolimit beträgt außerorts 90 Kilometer pro Stunde, auf Schnellstraßen 110. Achten Sie in den Bergen auf Kurven, Schotter und Tiere auf der Fahrbahn.
Sardinien Fährbuchung im Detail
Buchen Sie Fähren direkt beim Anbieter oder über einen Vergleichsdienst. Der Preis hängt von Datum, Strecke, Fahrzeuglänge und Kabinenart ab, ein Pkw mit 2 Personen kostet im Hochsommer auf der Strecke Livorno nach Olbia oft 300 bis 500 Euro, in der Nebensaison 150 bis 250 Euro. Wohnmobile, Anhänger und Fahrräder werden gesondert berechnet, geben Sie Länge und Höhe genau an. Für Überfahrten von mehr als 6 Stunden empfiehlt sich eine Kabine, kürzere Fahrten bewältigen Sie mit einem Sitzplatz in der Lounge. Erscheinen Sie mindestens 90 Minuten vor Abfahrt am Hafen, denn die Einschiffung ist streng geregelt, und Verspätete verlieren ihren Platz. Hunde sind auf den meisten Fähren nur in Kabinen oder Hundeboxen erlaubt, fragen Sie den Anbieter vor der Buchung. Umbuchungen kosten Gebühren, ein flexibler Tarif lohnt sich, wenn Sie mit dem Wetter rechnen müssen.
Vom Flughafen und Fährhafen ins Zentrum: Erste Orientierung nach der Ankunft
Ankunft in Cagliari
Der Flughafen Cagliari Elmas liegt etwa 7 Kilometer nordwestlich der Altstadt. Ein Zug fährt in rund 8 Minuten zum Hauptbahnhof, ein Taxi mit Festpreis in die Stadt ist ebenfalls verfügbar. Mietwagenstationen finden Sie direkt am Terminal. Wenn Sie in Cagliari nur 1 Tag bleiben, lassen Sie den Wagen am besten in einem bewachten Parkhaus am Hafen und erkunden die Innenstadt zu Fuß. Viele Straßen der Altstadt gehören zur ZTL, der Zone mit Fahrverbot für Nichtanwohner.
Ankunft in Olbia und Golfo Aranci
Olbia besitzt Flughafen und Fährhafen nur wenige Autominuten voneinander. Der Fährhafen Isola Bianca liegt direkt am Stadtzentrum, das Terminal für Golfo Aranci 17 Kilometer nördlich. Vom Flughafen fahren Busse ins Zentrum und in Richtung Porto Cervo, San Teodoro und Arzachena. Nach dem Verlassen des Flughafens erreichen Sie die Costa Smeralda in 30 bis 40 Minuten, Palau in 40 Minuten, San Teodoro in 25 Minuten.
Ankunft in Alghero und Porto Torres
Alghero Fertilia liegt 10 Kilometer nördlich der Altstadt. Ein Linienbus verbindet Flughafen und Zentrum in etwa 25 Minuten. Der Fährhafen Porto Torres, 35 Kilometer von Alghero und 20 Kilometer von Sassari entfernt, wird vor allem von der Genua Fähre angelaufen.
Erste Schritte vor Ort
Kaufen Sie am Flughafen eine italienische SIM Karte oder nutzen Sie EU Roaming. Tanken Sie auf der ersten Etappe voll, denn Tankstellen im Inneren schließen mittags, und viele Automaten nehmen nur Bargeld. Rechnen Sie an Sonntagen mit geschlossenen Supermärkten außerhalb der Touristenorte. Beim ersten Einkauf lohnt sich Trinkwasser im 6 Liter Gebinde, das Leitungswasser ist überall zulässig, schmeckt aber an einigen Küstenorten stark nach Chlor.
Sardinien Budgetplanung, Spartipps und Kostenstruktur für jeden Reisestil
Sardinien Kosten im Überblick
Sardinien ist teurer als Süditalien und liegt auf dem Preisniveau der Toskana, an der Costa Smeralda deutlich darüber. Ein Espresso am Tresen kostet 1,20 bis 1,50 Euro, ein Cappuccino 1,50 bis 2 Euro. Eine Pizza schlägt mit 8 bis 12 Euro zu Buche, ein Hauptgericht in einem Landrestaurant mit 12 bis 20 Euro, ein Menü mit Vorspeise, Pasta, Fleisch und Dessert mit 25 bis 45 Euro. Ein Liter Benzin liegt meist etwas über dem deutschen Durchschnitt. Für die Strandausstattung zahlen Sie in Kategorien: 2 Liegen und ein Schirm kosten in Standardorten 20 bis 40 Euro pro Tag, an der Costa Smeralda schnell 60 Euro und mehr.
Sardinien budget Reise: Beispielrechnungen pro Tag
Für die Sardinien budget Reise mit Camping oder einfachem B&B, Selbstversorgung am Strand und einem Restaurantbesuch alle 2 Tage rechnen Sie mit etwa 70 bis 100 Euro pro Person und Tag, ohne Anreise. Im Mittelklassebereich mit Hotel oder Ferienwohnung, Mietwagen, 1 Restaurantbesuch täglich und Eintritten sind es 130 bis 200 Euro pro Person. Wer Luxus sucht, bewegt sich ab 350 Euro pro Person nach oben, Costa Smeralda Häuser berechnen im August Doppelzimmer zwischen 800 und über 2000 Euro.
Sardinien günstig Reisen: Der Preis hängt am Kalender
Der wichtigste Hebel ist das Datum. Die Preise für Unterkünfte und Mietwagen verändern sich im Jahresverlauf um bis zu 300 Prozent. Die Hochsaison umfasst die 2 mittleren Augustwochen um Ferragosto, den 15. August, gefolgt von Juli und dem restlichen August. Ab Mitte Juni und im gesamten September sinken die Kosten deutlich, während das Meer 24 bis 25 Grad erreicht. Sardinien günstiger Urlaub gelingt also am besten in der 2. Junihälfte oder in den ersten 3 Septemberwochen.
Sardinien Spartipps in der Praxis
Nutzen Sie die Mittagsmenüs, die Restaurants im Landesinneren zu Festpreisen anbieten. Kaufen Sie Obst, Gemüse und Käse auf den Wochenmärkten oder direkt beim Bauern. Ein Supermarkt der Ketten Conad, Eurospin oder Pam bietet Pasta, Pecorino und Wein zu Preisen, die kaum über deutschen liegen. Stellen Sie sich am Strand keine Liege, sondern breiten Sie ein Handtuch aus, denn die meisten Strände haben freie Bereiche. Die Ortstaxe, in Italien Tassa di Soggiorno genannt, wird in vielen Küstengemeinden pro Person und Übernachtung erhoben, meist 1 bis 4 Euro.
Beispielrechnung für 14 Tage zu zweit im Juni
Ein Kleinwagen kostet im Juni für 2 Wochen etwa 500 bis 800 Euro, dazu kommen rund 140 Euro Benzin bei 1200 Kilometern und einem Verbrauch von 6 Litern pro 100 Kilometer. Eine Ferienwohnung oder ein Doppelzimmer in Unterkünften der Mittelklasse schlägt mit 900 bis 1600 Euro für 2 Wochen zu Buche. Für Verpflegung mit Frühstück in der Bar, einem einfachen Mittagessen und einem Abendessen in der Trattoria sind 60 bis 90 Euro pro Tag für 2 Personen realistisch, das ergibt 840 bis 1260 Euro. Eintritte, Bootstouren und Parkgebühren kommen auf 200 bis 400 Euro. Insgesamt liegt die Rechnung ohne Anreise bei etwa 2600 bis 4200 Euro für 2 Personen, also 1300 bis 2100 Euro pro Person.
Sardinien Reiseplanung für Familien mit Kindern
Die besten Regionen für Kinder
Sardinien gilt als eine der kinderfreundlichsten Inseln im Mittelmeer. Besonders geeignet sind Strände mit langem Flachwasser: die Costa Rei im Südosten, Cala Sinzias bei Villasimius, La Cinta bei San Teodoro, Porto Pollo an der Nordküste und der Strand Poetto in Cagliari. Die Küste der Gallura mit ihren Granitbuchten passt eher für ältere Kinder, weil Felsen und Strömung Aufmerksamkeit verlangen.
Sardinien Ausflugsideen mit Kindern
Für Kinder ab 5 Jahren lohnt die Tour mit dem kleinen Zug Trenino Verde, etwa auf der Strecke Mandas nach Arbatax oder Sassari nach Palau, wo Sie in offenen Waggons durch die Berge tuckern. Das Nuraghendorf Su Nuraxi in Barumini lässt sich mit Kindern in 1,5 Stunden erkunden, weil Sie durch echte Türme laufen. Auf der Giara di Gesturi sehen Sie halbwilde Pferde, im Naturpark Monte Arcosu freilebende Hirsche, und die Grotte Is Zuddas bei Santadi hat Wege ohne Klettern. Der Wasserpark Aquadream in Baratz bei Alghero und der Park Cagliari Zoo vervollständigen das Programm bei schlechtem Wetter.
Sardinien praktische Hinweise für Familien
Reservieren Sie in der Hauptsaison Restaurants ab 19 Uhr, denn Sardinier essen selten vor 20 Uhr, und Familien mit Kleinkindern finden dann leichter einen Tisch. Nehmen Sie Sonnencreme mit Schutzfaktor 50 mit, denn im Süden erreicht der UV Index im Sommer den höchsten Wert der Skala. Ein Sonnenzelt am Strand ist Pflicht, die Zeit zwischen 12 und 16 Uhr verbringt jede Familie besser im Freien mit Schirm oder in der Unterkunft. Auf Sardinien sind Babyartikel wie Windeln und Milchnahrung in Supermärkten der Städte problemlos zu bekommen, in kleinen Ortschaften lohnt der Vorrat vorab.
Sardinien Familienhotels und Kinderprogramme
Für Familien gibt es auf der Insel große Anlagen mit Kinderclubs und Betreuung, etwa an der Küste bei Chia, Santa Margherita di Pula und in der Gallura. Sie bieten Pools, Animation, Spielplätze und Buffets mit Kindermenüs, kosten im Sommer aber 250 bis 500 Euro pro Familienzimmer und Tag. Günstiger sind Ferienanlagen mit Apartments und Kinderpool, bei denen Sie die Mahlzeiten selbst wählen. In Restaurants bestellen Sie ein Menu bambini oder eine halbe Portion Pasta für 5 bis 8 Euro, Pizza in Kindergröße wird fast überall gebacken. Auf vielen Fähren reisen Kleinkinder bis 3 Jahre kostenfrei, und Kinder bis 12 Jahre zahlen reduzierte Preise.
Sardinien Packliste: Was wirklich in den Koffer gehört
Kleidung für jede Jahreszeit
Für Juni bis September genügen leichte Baumwollkleidung, ein Pullover für Bergfahrten und abends an der Küste, feste Schuhe für Wanderungen und Sandalen. In Kirchen und Klöstern sind bedeckte Schultern und Knie erwünscht, ein Tuch im Rucksack erspart Ärger. Im Frühling und Herbst kommen eine Windjacke und ein Regenschutz hinzu, im Winter ein warmer Mantel für die Berge.
Ausrüstung für Strand und Natur
Packen Sie Badeschuhe für felsige Buchten und Schnorchelausrüstung ein, denn Sicht und Fischreichtum belohnen dies. Ein Sonnenschirm oder Zelt, ein Sonnenhut, Sonnenbrille mit UV Filter und mindestens 2 Liter Wasser pro Person und Wanderung gehören in den Rucksack. Für Bergwanderungen ergänzen Wanderstöcke, ein Erste Hilfe Set und Stirnlampe die Ausrüstung. Ein Insektenmittel gegen Tigermücken ist im Sommer sinnvoll.
Dokumente und Technik
Denken Sie an Personalausweis, Führerschein, Versicherungskarte, Buchungsbestätigungen für Fähre und Reservierungen sowie an eine Kreditkarte. Eine Powerbank hilft in Wandergebieten, in denen die Empfangsqualität schwankt, offline Karten der Insel sparen Datenvolumen. Deutsche und Österreicher brauchen keinen Adapter, Schweizer Reisende benötigen für Stecker vom Typ J einen Zwischenstecker.
Sardinien Unterkunft: Von einfach bis exklusiv mit Lageeinordnung
Sardinien günstige Hotels und einfache Unterkünfte auf Sardinien
Wer nach Sardinien günstige Hotels sucht, findet die besten Preise in den Städten und im Inselinneren, weniger an den Stränden. Ein einfaches Dreisternehaus in Alghero, Oristano oder Cagliari kostet im Sommer 90 bis 150 Euro für das Doppelzimmer. Im Frühjahr und Herbst fällt der Preis auf 55 bis 90 Euro. Campingplätze verlangen für 2 Personen mit Zelt zwischen 25 und 50 Euro pro Tag, Bungalows ab 60 Euro. Jugendherbergen sind auf der Insel selten.
Agriturismo: Bauernhof mit Küche
Der Agriturismo ist die sardische Spezialität unter den Unterkünften. Die Betriebe müssen einen erheblichen Teil ihrer Zutaten selbst erzeugen, weshalb Sie hier Pecorino, Wurst, Brot, Wein und Gemüse vom Hof bekommen. Ein Zimmer mit Halbpension kostet meist 50 bis 90 Euro pro Person. Besonders empfehlenswert sind Höfe in der Gallura bei Tempio Pausania, in der Barbagia bei Nuoro und im Hinterland von Bosa. Buchen Sie frühzeitig, denn viele haben nur 4 bis 8 Zimmer.
Sardinien beste Unterkunft für Mittelklassereisende
Die Sardinien beste Unterkunft für Reisende mit mittlerem Budget sind Ferienwohnungen mit Küche, oft mit Terrasse und in Gehdistanz zum Strand. Sie lohnen sich ab 1 Woche und für Familien. Die Preise für eine Wohnung mit 4 Betten liegen im Juli bei 700 bis 1400 Euro pro Woche, im Juni bei 450 bis 800 Euro. Hotels der Kategorie 4 Sterne mit Pool, etwa in Villasimius, Santa Teresa Gallura oder Alghero, kosten im Sommer 200 bis 350 Euro pro Doppelzimmer.
Exklusive Häuser und Resorts
Die Costa Smeralda mit Häusern wie dem Hotel Cala di Volpe und dem Hotel Pitrizza sowie die Küste von Chia mit Resorts wie dem Forte Village in Santa Margherita di Pula stehen für das obere Segment. Für Doppelzimmer sind im August 800 bis 2500 Euro üblich. In Cagliari und Alghero gibt es kleinere Boutiquehotels in historischen Palazzi für 150 bis 300 Euro.
Camping und Wohnmobil
Campingplätze gibt es an fast allen Küstenabschnitten, viele öffnen von Mai bis September. Für 2 Personen mit Zelt oder Wohnmobil zahlen Sie im Sommer 25 bis 50 Euro pro Tag, Bungalows mit Küche und Bad kosten ab 60 Euro. Mit dem Wohnmobil ist Freistehen in den meisten Gemeinden verboten, und Kontrollen der Polizei sind an Stränden häufig. Stellplätze, die Aree di Sosta, kosten 10 bis 25 Euro und bieten Strom, Frischwasser und Entsorgung. Beachten Sie die Breite Ihres Fahrzeugs: In Bergdörfern und auf Küstenstraßen sind Fahrzeuge über 2,3 Metern Breite und 7 Metern Länge nur mit Mühe unterzubringen, und Höhenbegrenzungen unter Brücken können die Route bestimmen. Buchen Sie bei Wohnmobilen die Fähre mit genauen Maßen und einem Puffer für Aufbauten.
Wo wohnen: Lageeinordnung nach Reisetyp
Für Strandurlaub mit Auto ist die Nordostküste um San Teodoro und Budoni oder die Südostküste um Villasimius am bequemsten. Wer Kultur mit Meer verbinden will, wohnt in Alghero oder Cagliari. Wanderer sind in Cala Gonone, Baunei oder Dorgali richtig. Ruhe suchende Reisende finden sie im Sinis bei Oristano, in Bosa und im Sulcis. Für Familien mit Kleinkindern eignet sich die Costa Rei, für Paare Santa Teresa Gallura oder die Küste bei Chia.
Kosten und Regeln bei Ferienhäusern
Bei Ferienwohnungen und Häusern kommen zu dem Mietpreis meist Nebenkosten. Die Endreinigung kostet 50 bis 120 Euro, eine Kaution von 100 bis 300 Euro wird bei der Abreise zurückerstattet, und Strom, Gas oder Klimaanlage sind manchmal nach Verbrauch zu zahlen. Bettwäsche und Handtücher sind nicht immer enthalten. Klären Sie vor der Buchung, ob die Unterkunft eine Klimaanlage hat, denn im Juli und August sind Temperaturen von 30 Grad in Innenräumen ohne sie kaum erträglich. Fragen Sie außerdem nach der Entfernung zum Strand in Metern, nicht nach Beschreibungen wie in Strandnähe, und nach dem Stellplatz für das Auto.
Sicherheit und praktische Hinweise für einen reibungslosen Aufenthalt
Notruf, Gesundheit und Ärzte
Der europäische Notruf 112 gilt auch auf Sardinien. In Städten finden Sie Krankenhäuser mit Notaufnahme, in Küstenorten im Sommer Guardia Medica Turistica, einen ärztlichen Dienst für Urlauber. Apotheken sind mit einem grünen Kreuz gekennzeichnet und wechseln im Notdienst reihum. Ein Hautschutz gegen die Sonne ist die häufigste Vorsorge, die Wirkung der sommerlichen Hitze von 35 Grad im Süden unterschätzen viele Gäste.
Sicherheit im Straßenverkehr und beim Baden
Sardinien gilt als sichere Insel mit niedriger Kriminalität. Diebstähle aus Mietwagen an Parkplätzen von Stränden kommen gelegentlich vor, lassen Sie also nichts sichtbar im Fahrzeug. Achten Sie beim Baden auf Flaggen: Rot bedeutet Badeverbot, denn der Maestrale, der Nordwestwind, kann an Westküsten Wellen und Strömung erzeugen. Seeigel im Felsbereich verursachen mehr Verletzungen als Quallen, Badeschuhe helfen.
Regeln und Verbote
Wildes Campieren ist verboten. Feuer im Freien sind im Sommer untersagt, weil das Buschland leicht Feuer fängt. Der Abtransport von Sand, Muscheln oder Steinen vom Strand wird mit Bußgeldern bis zu 3000 Euro bestraft, und der Zoll kontrolliert das am Flughafen stichprobenartig. Schutzgebiete wie Budelli mit dem rosa Strand dürfen nicht betreten werden. Am Strand gelten je nach Gemeinde Hundeverbote.
Geld, Zahlung und Trinkgeld
Kartenzahlung ist in Städten und Hotels Standard, in Bergdörfern und kleinen Bars zahlen Sie oft bar. Geldautomaten gibt es in jedem größeren Ort. Trinkgeld ist nicht verpflichtend, gerundet werden 5 bis 10 Prozent gern gesehen. Bei manchen Restaurants steht das Coperto, ein Gedeckaufschlag von 1 bis 3 Euro pro Person, auf der Rechnung.
Notrufnummern und Meeresgefahren
Neben dem europäischen Notruf 112 gelten in Italien 113 für die Polizei, 115 für die Feuerwehr, 118 für den Rettungsdienst und 1515 für Waldbrände. An Küsten hilft die Küstenwache unter der Nummer 1530. Beim Baden drohen weniger Haie als Strömungen: An offenen Westküsten wie Piscinas, Porto Ferro und Capo Mannu entstehen bei Maestrale Rückströmungen, die Schwimmer vom Ufer wegziehen. Schwimmen Sie in diesem Fall quer zur Strömung. Feuerquallen kommen im Sommer gelegentlich vor, ihre Stiche sind schmerzhaft, aber selten gefährlich. Seeigel im Felsbereich lassen sich mit Badeschuhen vermeiden.
Sardinien Klima und die für Sardinien beste Reisezeit
Sardinien Klima im Jahresverlauf
Das Sardinien Klima ist mediterran mit heißen, trockenen Sommern und milden, feuchten Wintern. In Cagliari liegt die mittlere Temperatur im Januar bei rund 10 Grad und im August bei rund 26 Grad, der Jahresniederschlag beträgt rund 400 Millimeter und fällt vorwiegend zwischen Oktober und April. Im Sommer bleibt es wochenlang trocken. Im Inneren wird es abends deutlich kühler, auf dem Gennargentu liegen die Temperaturen im Winter unter 0 Grad. Die Wassertemperatur steigt im Juni auf 21 bis 22 Grad, erreicht im August 25 bis 26 Grad und liegt im Oktober noch bei 21 Grad.
Winde und Wetterlagen
Der Maestrale weht aus Nordwest und bringt klare Luft, aber auch Wellen an der Westküste, während die Ostküste dann ruhiges Wasser bietet. Der Scirocco aus Südost bringt Hitze und Luftfeuchte. Wer flexibel plant, wechselt bei starkem Wind einfach die Küstenseite: Bei Maestrale liegt der Osten geschützt, bei Ostwind der Westen.
Die für Sardinien beste Reisezeit
Die für Sardinien beste Reisezeit für Strandurlaub ist die 2. Junihälfte und der September, wenn das Meer warm ist und die Preise sinken. Für Wanderungen und Kultur sind April, Mai und Oktober ideal, dann blüht die Macchia, die Temperaturen liegen bei 20 bis 25 Grad und die Wege sind leerer. Im Mai findet in Sassari die Cavalcata Sarda statt, ein Trachtenumzug mit Reitern. Der Juli und August bringen Hitze bis 35 Grad und volle Strände, dafür ein großes Festprogramm mit den Candelieri in Sassari am 14. August. Von November bis März sind viele Küstenhotels geschlossen, aber die Städte und Bergdörfer laden zu Winterreisen, etwa zum Karneval mit den Mamuthones in Mamoiada am 17. Januar.
Sardinien Temperaturen und Wassertemperatur nach Monaten
In Cagliari liegen die mittleren Tageshöchstwerte im Januar bei 14 Grad, im April bei 20, im Juli bei 32 und im Oktober bei 24 Grad. Das Meer hat im Januar rund 14 Grad, im April 16, im Juni 22, im August 26 und im November 18 Grad. Die Insel zählt rund 2800 Sonnenstunden im Jahr. Der Norden ist etwas kühler und windiger als der Süden, im Gebirge fallen die Werte pro 100 Höhenmeter um 0,6 Grad. Die niederschlagsreichsten Monate sind November und Dezember mit jeweils 50 bis 60 Millimetern im Süden und deutlich mehr im Gebirge. Juli bringt in den meisten Regionen weniger als 10 Millimeter.
Sardinien Sehenswürdigkeiten im Überblick und im Detail
Sardinien Sehenswürdigkeiten: Die Übersicht nach Regionen
Die wichtigsten Sardinien Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf 6 Räume: Cagliari und der Süden, der Sulcis mit dem Südwesten, Oristano mit der Halbinsel Sinis, die Nordwestküste um Alghero, die Gallura mit La Maddalena und die Barbagia mit der Ostküste. Jede Region hat ihren eigenen archäologischen, landschaftlichen und kulinarischen Höhepunkt, und die besten Sardinien Reiseziele sind jene, die Sie mit ausreichend Zeit besuchen, nicht die, die Sie im Vorbeifahren abhaken.
Cagliari: Hauptstadt auf 7 Hügeln
Cagliari ist mit rund 150000 Einwohnern die größte Stadt der Insel und wurde von Phöniziern gegründet. Das Viertel Castello thront auf einem Kalkhügel, umgeben von Mauern der Pisaner. Die Torre di San Pancrazio von 1305 und der Torre dell'Elefante von 1307 stehen noch, der Elefantenturm mit einem kleinen Steinelefanten an der Fassade. Von der Terrasse Bastione di Saint Remy, erbaut zwischen 1899 und 1902, sehen Sie über Dächer, Hafen und die Lagune von Santa Gilla mit ihren Flamingos. Die Kathedrale Santa Maria mit ihrer Pisaner Fassade birgt im Inneren spanisches Barock und in der Krypta die Nischen mit den Gebeinen von Märtyrern. Das Archäologische Nationalmuseum im Zitadellenviertel zeigt nuragische Bronzefiguren und die Statuen von Mont'e Prama.
Das römische Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert nach Christus fasste rund 10000 Zuschauer und ist teilweise aus dem Fels gehauen. Im Viertel Marina finden Sie Trattorien und den Markt San Benedetto, einen der größten Lebensmittelmärkte Italiens. Im Viertel Stampace stehen Kirchen und Palazzi, in Villanova die Straßen mit sardischer Bauweise. Auf dem Hügel Colle di Bonaria erhebt sich die Basilika der Madonna von Bonaria, von der aus Seeleute im 16. Jahrhundert den Namen an Buenos Aires vergaben. Der Strand Poetto zieht sich 8 Kilometer entlang des Golfs, und dahinter liegt der Naturpark Molentargius mit rosa Flamingos. Der Felsen Sella del Diavolo, der Teufelssattel, begrenzt die Bucht im Osten.
Nuraghen lesen: Was Sie an den Türmen sehen
Nicht jede Nuraghe sieht gleich aus, und wer die Bauformen kennt, versteht jede Anlage besser. Die ältesten Bauten ab etwa 1800 vor Christus sind Protonuraghen: flache Steinbauten mit Korridoren, ohne Kuppelraum. Später entstanden die klassischen Turmnuraghen mit einer Kammer, die von einer falschen Kuppel überwölbt wird, bei der die Steinringe nach oben immer enger zusammenrücken. Ab etwa 1300 vor Christus wuchsen komplexe Anlagen, bei denen um einen zentralen Turm Bastionen mit 3, 4 oder 5 Ecktürmen errichtet wurden, wie in Barumini, Losa und Arrubiu. Innen führen Wendeltreppen im Mauerwerk auf Terrassen, und Nischen dienten als Vorratsplätze oder Sitze. Ein Brunnen im Hof sicherte die Wasserversorgung. Die Steine wurden ohne Mörtel verlegt, die Mauerstärke erreicht an der Basis oft mehr als 3 Meter. Bei Führungen lohnt die Frage, welcher Typ vor Ihnen steht, denn die Guides freuen sich über Interesse.
Nuraghe Su Nuraxi in Barumini
Die bedeutendste Nuraghenanlage ist Su Nuraxi bei Barumini, 60 Kilometer nördlich von Cagliari, und seit 1997 UNESCO Welterbe. Ein zentraler Turm aus dem 15. Jahrhundert vor Christus wurde später von einem Bollwerk mit 4 Ecktürmen umgeben, rundum wuchs ein Dorf mit über 50 Hütten. Die Anlage wurde ab 1949 unter dem Archäologen Giovanni Lilliu ausgegraben. Führungen finden auf Italienisch und Englisch statt, Sie dürfen die Türme betreten und die Treppen im Mauerwerk hinaufsteigen. Reservieren Sie in der Hochsaison morgens, denn Mittagshitze und Reisebusse machen den Besuch anstrengender. Direkt gegenüber zeigt das Museum Casa Zapata im Ort ein spanisches Herrenhaus mit Ausstellungen.
Nora, Sulky und der Südwesten
Nora liegt 35 Kilometer südwestlich von Cagliari auf einer Landzunge bei Pula. Sichtbar sind römische Thermen, ein Theater mit 1000 Plätzen, Straßen mit Mosaiken und ein phönizisches Heiligtum. Der Turm Torre del Coltellazzo ergänzt das Ensemble. Auf der Insel Sant'Antioco, mit einem Damm mit der Hauptinsel verbunden, liegt Sulky mit seinem Tophet, einer Kultstätte für Kinderurnen, und dem Museum. Carloforte auf San Pietro, mit Fähre von Portovesme in 30 Minuten erreichbar, hat ligurische Straßennamen, ligurischen Dialekt und ein Thunfischfest.
Oristano, Tharros und Mont'e Prama
Oristano war die Hauptstadt des Judikats Arborea. Im Februar oder März findet hier Sa Sartiglia statt, ein Reiterturnier, bei dem Reiter im vollen Galopp einen Stern mit dem Schwert durchbohren. Es findet am letzten Sonntag und Dienstag vor der Fastenzeit statt. In der kleinen Altstadt stehen die Kathedrale Santa Maria Assunta mit barockem Umbau des 18. Jahrhunderts und der Torre di Mariano II von 1290. Rund 8 Kilometer nördlich liegt Cabras mit dem Museo Civico, das die Riesen von Mont'e Prama zeigt: Kalksteinstatuen von Kriegern und Boxern, rund 2 Meter hoch, wahrscheinlich aus dem 9. bis 8. Jahrhundert vor Christus, 1974 von einem Bauern beim Pflügen entdeckt. Weitere rund 15 Kilometer westlich, an der Spitze der Halbinsel Sinis, liegt Tharros mit seinen römischen Säulen vor dem Meer, phönizischen Grabanlagen und einem Turm aus dem 16. Jahrhundert.
Bosa am Fluss Temo
Bosa ist die einzige Stadt Sardiniens an einem schiffbaren Fluss, dem Temo. Die bunten Häuser der Altstadt ziehen sich den Hang zum Castello Malaspina hinauf, das 1112 erbaut wurde. Am Flussufer liegen die alten Gerbereien Sas Conzas, die letzten industriellen Zeugnisse des Handwerks. Der Strand Bosa Marina ist von Wachtürmen gesäumt, und die Küste nach Alghero ist eine 45 Kilometer lange Panoramastraße. Dort lebt eine der letzten Kolonien des Gänsegeiers auf Sardinien.
Alghero: Katalonien auf Sardinien
Alghero wurde im 12. Jahrhundert von den Doria aus Genua gegründet und 1354 von Katalanen besetzt. Bis heute sprechen viele Bewohner Algherese, einen katalanischen Dialekt. Die Bastionen aus dem 16. Jahrhundert bilden eine Promenade, die in der Abenddämmerung zum Treffpunkt der Stadt wird. Die Kathedrale Santa Maria hat einen Turm mit Renaissancespitze, und in der Gasse Carrer Major finden sich Läden für Korallenschmuck. Alghero liegt an der Riviera del Corallo, benannt nach den roten Korallen, die hier gefischt wurden. Die 25 Kilometer entfernte Neptunsgrotte am Capo Caccia erreichen Sie per Boot vom Hafen in 45 Minuten oder über die 654 Stufen der Escala del Cabirol, eine Treppe in den Felsen. Tropfsteine und ein Salzwassersee im Inneren erwarten Sie.
Castelsardo, Sassari und Stintino
Castelsardo besitzt eine Doria Burg von 1102 mit einem Museum für Flechtkunst, denn Körbe aus Palmblättern sind die Spezialität des Ortes. Der Elefantenfels an der Straße nach Sedini ist ein Trachytblock mit Felsengräbern. Sassari ist die 2. größte Stadt der Insel. Die Piazza d'Italia, im 19. Jahrhundert unter savoyischer Herrschaft angelegt, ist der große Stadtplatz mit Arkaden, und der Dom San Nicola hat eine barocke Fassade über gotischem Kern. Am Nordwestzipfel liegt Stintino mit dem Strand La Pelosa, einer flachen weißen Bucht mit türkisem Wasser, die seit einigen Jahren nur mit Reservierung und Handtuchunterlage betreten werden darf. Vor Stintino liegt der Nationalpark Asinara, eine frühere Gefängnisinsel, auf der weiße Esel leben.
Gallura, Costa Smeralda und La Maddalena
Die Gallura wirkt mit ihren runden Granitfelsen wie eine Landschaft aus Skulpturen. Tempio Pausania ist die Hauptstadt der Region mit grauen Granithäusern und Korkeichenwäldern. Der Monte Limbara mit 1362 Metern ist Hausberg. Die Costa Smeralda um Porto Cervo besteht aus 55 Kilometern Küste mit Buchten wie Liscia Ruja, Capriccioli, Romazzino und Spiaggia del Principe. Porto Cervo wurde ab 1962 von den Architekten Luigi Vietti und Jacques Couëlle im weißen Stil mit gebogenen Formen entworfen. Bei Arzachena stehen die Nuraghe La Prisgiona, die Riesengräber Coddu Vecchiu und Li Muri.
Vor Palau liegt der Nationalpark Arcipelago di La Maddalena mit 7 größeren Inseln. Die Fähre von Palau nach La Maddalena benötigt 15 Minuten. Auf Caprera lebte ab 1856 Giuseppe Garibaldi, sein Haus Compendio Garibaldino ist ein Museum, er starb dort 1882. Die Insel Budelli mit der Spiaggia Rosa ist geschützt und Betreten verboten, aber Sie sehen sie vom Boot. Ganz im Norden liegen Santa Teresa Gallura und Capo Testa, wo bizarre Granitformationen im Valle della Luna in den 1960er Jahren Hippies als Lagerplatz dienten. Bei klarem Wetter sehen Sie von hier die Klippen von Bonifacio auf Korsika.
Nuoro, Barbagia und Orgosolo
Nuoro ist die Hauptstadt der Barbagia und Geburtsort der Literaturnobelpreisträgerin Grazia Deledda von 1926. Ihr Geburtshaus ist heute ein Museum. Auf dem Monte Ortobene steht seit 1901 die Christusstatue Redentore in 955 Metern Höhe, und am Wochenende Ende August findet die Festa del Redentore mit Trachten aus der ganzen Insel statt. In Orgosolo zeigen über 150 Wandbilder seit 1969 Politik, Protest und Hirtenleben. In Mamoiada präsentiert das Museo delle Maschere Mediterranee die Masken der Mamuthones und Issohadores, jener Figuren mit Glocken und Fellen, die im Karneval durch das Dorf ziehen.
Supramonte, Golf von Orosei und Ogliastra
Oliena liegt am Fuß des Monte Corrasi, 1463 Meter hoch. Die Quelle Su Gologone im Tal ist eine der bekanntesten Karstquellen der Insel. Das Nuraghendorf Tiscali liegt in einer Doline auf dem Gipfelplateau und erfordert einen Marsch von gut 1 Stunde von der Sa Sedda e Sos Carros. Die Schlucht Su Gorropu erreichen Sie von Dorgali oder Genna Silana, ihre Wände sind bis zu 400 Meter hoch, an der schmalsten Stelle nur wenige Meter breit. Cala Gonone ist der Ausgangspunkt für Bootsfahrten zur Grotta del Bue Marino, in der einst Mönchsrobben lebten, sowie zu den Buchten Cala Luna, Cala Sisine, Cala Mariolu und Cala Biriola. Die Cala Goloritzé bei Baunei mit ihrer Felsnadel Aguglia von 143 Metern Höhe ist seit 1995 Naturdenkmal und nur nach Reservierung erreichbar.
In der Ogliastra ragen bei Arbatax die Rocce Rosse, rote Porphyrfelsen, aus dem Wasser. Bei Ulassai in den Bergen liegen die Höhle Su Marmuri und die Kunststation der Künstlerin Maria Lai, die 1981 den Ort durch ein blaues Band an den Berg knüpfte.
Romanische Kirchen im Norden: Saccargia, San Gavino und Ardara
Im Norden liegt eine Reihe romanischer Kirchen, die von pisanischen und lombardischen Baumeistern im 11. und 12. Jahrhundert errichtet wurden. Die Basilika Santissima Trinità di Saccargia bei Codrongianos, an der SS131 zwischen Sassari und Olbia, wurde 1116 geweiht. Sie fällt durch Streifen aus schwarzem Basalt und hellem Kalkstein auf, ein Glockenturm von rund 40 Metern steht neben ihr, und in der Apsis blieben Fresken aus dem 13. Jahrhundert erhalten. Die Basilika San Gavino in Porto Torres gilt als größte romanische Kirche der Insel und besitzt 2 gegenüberliegende Apsiden, im nahen Antiquarium sind römische Funde ausgestellt, und über den Rio Mannu führt eine römische Brücke mit 7 Bögen. Die Kirche Santa Maria del Regno in Ardara war Palastkirche der Richterkönige von Torres und birgt einen Flügelaltar von 1515.
Olbia, Arzachena und Tempio Pausania
Olbia hieß bis 1939 Terranova Pausania und wurde ursprünglich von Griechen gegründet, deren Name Olbia die Glückliche bedeutet. Die Kirche San Simplicio aus Granit stammt aus dem 11. und 12. Jahrhundert und ist das älteste Bauwerk der Stadt. Das Archäologische Museum auf der kleinen Insel Peddone im Hafen zeigt Schiffswracks aus römischer Zeit. In Arzachena zieht der Pilzfels Roccia il Fungo Besucher an, ein von Wind geformter Granitblock. Tempio Pausania, 45 Kilometer südwestlich von Olbia, ist eine Stadt aus grauem Granit mit dem Dom San Pietro aus dem 15. Jahrhundert, Kopfsteinpflaster und Parks unter alten Bäumen. Im Ortsteil Rinaggiu sprudelt eine Mineralquelle, die schon seit Jahrhunderten gegen Nierenleiden getrunken wird.
Iglesias, Carbonia und Sant'Antioco
Iglesias wurde 1284 vom pisanischen Grafen Ugolino della Gherardesca gegründet, der Silberminen erschloss. Reste der Stadtmauer und der Dom Santa Chiara aus dem 13. Jahrhundert stehen in der Altstadt, und in der Karwoche prägen spanisch beeinflusste Prozessionen die Straßen. Carbonia entstand 1938 als Bergarbeiterstadt mit der Architektur der 1930er Jahre, das Museum der Grande Miniera di Serbariu führt in ein Kohlebergwerk mit Werkstätten und Grubenlampen. Sant'Antioco ist die größte Nebeninsel Sardiniens und besitzt unter der Basilika des Heiligen Antiochus frühchristliche Katakomben, die Sie mit Führung besichtigen können.
Villasimius, Costa Rei und Sarrabus
Villasimius liegt am Südostzipfel der Insel und entwickelte sich vom Fischerdorf zum Badeort. Das Meeresschutzgebiet am Capo Carbonara umfasst Riffe, Seegraswiesen und die Insel Cavoli. Die Costa Rei erstreckt sich über rund 9 Kilometer feinen Sandes mit Dünen und niedriger Bebauung. Im Hinterland, im Sarrabus, liegt bei Muravera ein Zitrusanbaugebiet, dessen Orangen und Zitronen im Winter reifen. Bei Castiadas erinnern die Gebäude der Colonia Penale von 1875 an eine ehemalige Strafkolonie, die Häftlinge zur Urbarmachung des Landes einsetzte und heute als Museum besucht werden kann.
Orosei, Posada und die Dörfer des Gennargentu
Orosei ist ein Küstenort an der Mündung des Flusses Cedrino mit einer Altstadt aus Kirchen des 17. Jahrhunderts, dem Turm Torre Caserma und einem Hinterland aus Marschland, in dem Flamingos rasten. Posada, rund 40 Kilometer nördlich, liegt auf einem Felsen mit einer mittelalterlichen Burg, dem Castello della Fava, dessen Turm weit über die Küstenebene reicht. Im Herzen der Insel liegt Fonni auf rund 1000 Metern als höchstes Dorf Sardiniens, Ausgangspunkt für Wanderungen im Gennargentu und mit Skibetrieb an den Hängen des Bruncu Spina. Aritzo, in etwa 800 Metern Höhe, war bis ins 19. Jahrhundert für seinen Schneehandel bekannt: Schnee wurde im Winter in Gruben gelagert und im Sommer in Kübeln in den Süden transportiert. Heute feiert der Ort im Herbst ein Kastanienfest, und auf dem Marktplatz stehen Häuser mit spanisch beeinflusster Bauweise.
Sardinien Sightseeing Routen und klassische Besucherwege
Zu Fuß durch Cagliari in 1 Tag
Beginnen Sie am Hafen an der Via Roma, gehen Sie hinauf ins Viertel Marina, dann über die Treppen zur Bastione Saint Remy. Von dort führt der Weg durch das Castello zur Kathedrale, zum Elefantenturm und zum Archäologischen Museum. Am Mittag essen Sie im Markt San Benedetto oder in einer Trattoria in Stampace. Nachmittags gehen Sie zum Amphitheater und zum botanischen Garten der Universität. Sie erledigen die Strecke in 6 Stunden zu Fuß mit Pausen und sammeln rund 10 Kilometer.
Alghero in 1 Tag
Starten Sie am Hafen, laufen Sie die Bastionen entlang bis zur Torre di Sulis, biegen in die Altstadt und besichtigen Kathedrale, Kirche San Francesco mit dem Kreuzgang und die Läden der Carrer Major. Am späten Nachmittag bringt ein Boot Sie zur Neptunsgrotte, denn dann sind die Gruppen weniger.
Rundfahrt Gallura und Costa Smeralda
Von Olbia führt die SS125 Richtung Arzachena, dann die Küstenstraße nach Porto Cervo, über Baja Sardinia, dann weiter nach Palau mit Aussichtspunkt am Capo d'Orso, wo ein Fels wie ein Bär aussieht. Von Palau geht es per Fähre nach La Maddalena, danach mit dem Auto zur Insel Caprera. Anschließend fahren Sie an der Nordküste nach Santa Teresa Gallura. Die Strecke misst rund 150 Kilometer und braucht einen ganzen Tag.
Golf von Orosei in 1 Tag
Von Dorgali nach Cala Gonone führt eine 10 Kilometer lange Bergstraße mit Panoramablick. Dort steigen Sie auf ein Boot zur Grotta del Bue Marino, Cala Luna und Cala Sisine. Die Rückkehr erfolgt im Boot am späten Nachmittag. Alternativ wandern Sie den Sentiero Cala Fuili zur Cala Luna in rund 1,5 Stunden pro Richtung.
Rundfahrt Sinis und Oristano
Von Oristano fahren Sie nach Cabras zum Museum der Riesen, dann durch die Halbinsel Sinis nach San Giovanni di Sinis mit der frühromanischen Kirche aus dem 6. Jahrhundert, nach Tharros und zum Strand Is Arutas mit seinen Körnern aus weißem Quarz. Auf dem Rückweg passieren Sie die Lagune mit Flamingos.
Sardinien versteckte Orte und echte Geheimtipps abseits der Hauptwege
Nuraghe Losa, Santu Antine und das Tal der Nuraghen
Jeder Reiseveranstalter zeigt Su Nuraxi, doch die eindrucksvollere Erfahrung bieten 2 Anlagen im Zentrum der Insel. Die Nuraghe Losa bei Abbasanta, direkt an der SS131, besteht aus einem Mittelturm mit 3 angebauten Türmen, umgeben von einer Außenmauer. Sie dürfen durch enge Gänge und über Steintreppen bis auf die Plattform steigen. Etwa 25 Kilometer nördlich bei Torralba liegt die Nuraghe Santu Antine im sogenannten Valle dei Nuraghi. Ihr Mittelturm ragt noch rund 17 Meter auf, und in seinem Inneren führt eine Treppe in die oberen Geschosse. In der Umgebung stehen auf wenigen Quadratkilometern mehr als 100 weitere Nuraghen. Wer beide Anlagen besucht, braucht einen halben Tag und spart sich den Andrang der Barumini Busse.
Santa Cristina bei Paulilatino
Das Brunnenheiligtum Santa Cristina gilt als das am besten erhaltene Beispiel seiner Art. Eine steile Treppe mit rund 25 Stufen führt in einen Schacht aus präzise gefügten Basaltblöcken hinab, an dessen Grund Quellwasser steht. Der Bau stammt vermutlich aus dem 11. Jahrhundert vor Christus. Neben dem Brunnen erhebt sich ein Nuraghenturm, daneben eine kleine Kirche mit Pilgerhäuschen, die den Ort bis heute als Wallfahrtsstätte ausweisen. Besuchen Sie den Ort gegen 9 Uhr oder nach 17 Uhr, dann sind Sie fast allein.
Monte d'Accoddi: Sardiniens Stufenpyramide
Bei Sassari, nahe der SS131 in Richtung Porto Torres, liegt Monte d'Accoddi. Der Kultbau aus dem 4. Jahrtausend vor Christus besteht aus einer abgestuften Plattform mit langer Rampe und erinnert an mesopotamische Tempeltürme. Ein Erdhügel wurde später mit Kalkstein verkleidet, und die Anlage blieb über Jahrhunderte Ort für Opferhandlungen. Das Gelände ist klein, der Besuch dauert 45 Minuten, und die Fundstelle gehört zu den seltensten prähistorischen Zeugnissen des westlichen Mittelmeers.
Sant'Andrea Priu bei Bonorva
Die Nekropole Sant'Andrea Priu besitzt die größte Feenhäuser Anlage Sardiniens. In eine Trachytwand sind Grabkammern geschlagen, darunter die Tomba del Capo mit mehr als 10 Räumen, Säulen, Türrahmen und Nachbildungen von Dachbalken, die Wohnhäuser der Jungsteinzeit imitieren. Reste roter Ockerbemalung sind zu sehen. Später wurde die Anlage von frühen Christen genutzt und zur Kirche umgestaltet. Die nahe Kirche Santa Maria di Sauccu ergänzt den Besuch.
Porto Flavia, Masua und die Küste des Iglesiente
Zwischen Iglesias und Buggerru liegt eine Küste, die viele Besucher unterschätzen. In Masua führt ein Stollen von 1924, entworfen vom Ingenieur Cesare Vecelli und nach seiner Tochter Flavia benannt, zu Öffnungen in der Steilwand. Von dort wurde Erz direkt auf Schiffe verladen, ohne Umweg über den Hafen. Der Besuch ist nur mit Führung möglich, die Sie im Voraus reservieren sollten. Der Blick fällt auf den Pan di Zucchero, einen Felsblock von rund 133 Metern Höhe, der vor der Küste aus dem Meer ragt. Wenige Kilometer nördlich zeigt das Belvedere von Nebida die Ruine der Erzwäscherei Laveria Lamarmora, die mit ihrer Terrassenfront direkt über dem Wasser steht.
Die Dünen von Piscinas an der Costa Verde
An der Costa Verde, 90 Kilometer von Cagliari, liegen einige der höchsten Dünen Europas mit bis zu 60 Metern. Der Zugang führt über eine rund 6 Kilometer lange Schotterstraße durch das ehemalige Bergbaugebiet von Ingurtosu, vorbei an aufgegebenen Häusern und Minenanlagen. Am Strand liegen zwischen Dünen, Wacholder und Sandlilien gut 3 Kilometer Sand, an dem Sie meist nur wenige Menschen treffen. Mit einem normalen Mietwagen ist die Strecke bei trockenem Wetter machbar, achten Sie aber auf Ihre Versicherung, denn viele Verträge schließen Schotterwege aus. Baden Sie bei Wellengang nur vorsichtig, denn die Küste fällt schnell ab.
Giara di Gesturi: Wildpferde auf dem Basaltplateau
Auf dem Plateau der Giara leben rund 500 Pferde der kleinen Rasse Cavallini della Giara, die kaum größer als ein Pony werden. Das Hochland aus erloschenem Vulkanbasalt ist mit Korkeichen bewachsen. Nach Regenfällen füllen sich Senken, die Paulis, in denen im Frühling weißer Wasserhahnenfuß blüht. Der Zugang ist von Gesturi, Tuili und Setzu möglich. Für die Besichtigung bieten Führer geführte Touren an, die 2 bis 3 Stunden dauern. Die beste Zeit ist März bis Mai, im Sommer sind die Tiere schwerer zu finden.
Tavolara: Das kleinste Königreich der Welt
Der Kalkblock Tavolara ragt mit 565 Metern aus dem Meer vor Porto San Paolo. Auf der Insel rief der Hirte Giuseppe Bertoleoni 1836 sein Königreich aus, und König Karl Albert erkannte ihn als Herrscher an. Die Familie Bertoleoni lebt bis heute auf der Insel und betreibt dort ein Restaurant. Boote fahren von Porto San Paolo und Olbia, die Überfahrt dauert rund 20 Minuten. Die Insel gehört zum Meeresschutzgebiet Tavolara Punta Coda Cavallo, in dem Sie ausgezeichnet schnorcheln können. Wer wandert, folgt dem Pfad zum Gipfel im Osten, rund 3 Stunden für Hin und Rückweg.
Echte Sardinien Geheimtipps mit konkreten Ortsbeschreibungen
Jenseits der Küste: So funktioniert die Insel
Ein bester Sardinien Reiseführer nützt abseits der Küste nur, wenn Sie die Straßenlogik der Insel verstehen. Fast jede Nebenstraße, die ins Landesinnere führt, endet an einem Dorf mit Kirche, Bar und Brunnen. Die Orte tragen oft 2 Namen, einen italienischen und einen sardischen, und Schilder mit den Buchstaben SS, SP oder SC weisen auf Staatsstraße, Provinzstraße oder Gemeindestraße hin. Die SP sind meist asphaltiert, die SC häufig nicht. Die Fahrzeit auf Provinzstraßen liegt bei 40 Kilometern pro Stunde, weil die Kurvenfolge dicht ist.
Ulassai und die Höhle Su Marmuri
Ulassai in der Ogliastra ist ein Bergdorf mit rund 1400 Einwohnern. Die Künstlerin Maria Lai band 1981 das Dorf mit einem 27 Kilometer langen blauen Stoffband zusammen, ein Werk, das als Beginn der Kunststation gilt. Heute zeigen Wandbilder, Skulpturen und Installationen an Häusern und Feldwegen ihr Werk. Etwa 3 Kilometer außerhalb liegt die Höhle Su Marmuri mit einem Rundgang von etwa 1 Stunde Dauer. Tropfsteine, Sinterbecken und hohe Hallen zeigen die Kraft des Wassers. Die Führung ist nur mit Guide möglich und findet mehrmals täglich statt.
Cala Sisine und Cala Mariolu von der Landseite
Wer nicht mit dem Boot ankommen möchte, erreicht die Cala Sisine über eine Schotterstraße von Baunei. Die Fahrt zieht sich mehrere Kilometer durch die Schlucht Codula Sisine, an ihrem Ende bietet sich ein Strand aus Kiesel und feinem Sand, eingerahmt von hohen Felsen. Vor Ort gibt es eine kleine Bar. Die Straße ist schmal, Sie sollten den Wagen bei der Ankunft am Parkplatz abstellen und die letzten Meter laufen. Die Cala Mariolu erreichen Sie vom Meer oder in einer Wanderung von etwa 3 bis 4 Stunden aus dem Hinterland. Ihr Kies besteht aus weißen und rosa Steinen, und das Wasser schimmert in Smaragdtönen.
Goni, Orroli und das Herz der Trexenta
Im Süden der Insel liegen weniger besuchte Nuraghenstätten. Bei Orroli steht die Nuraghe Arrubiu, die Rote Nuraghe, deren Mauern von rotem Flechtenbewuchs überzogen sind. Sie besitzt 5 Türme und eine breite Außenmauer, die zu den größten der Insel zählt. Weiter westlich bei Goni liegt Pranu Muttedu mit mehreren Menhiren und Grabbauten, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Beide Orte sind selten überlaufen, Sie besichtigen sie meist allein. Eine Verbindung mit einem Ausflug zum Stausee Lago di Mulargia rundet den Tag ab.
Die Küste von Cuglieri und S'Archittu
Zwischen Bosa und Oristano liegt eine Küstenstrecke, die wenige Besucher kennen. Bei Cuglieri liegt S'Archittu, ein natürlicher Felsbogen im Kalkgestein, der von einer Klippe in das Meer zieht. Junge Sarden springen hier von der Klippe, für Besucher ist dies nicht zu empfehlen. Wenige Kilometer weiter führt die Straße nach Santa Caterina di Pittinuri mit Felsbuchten und zur Halbinsel Capo Mannu, einem der besten Surfspots der Insel, wo Wellen bei Maestrale mehrere Meter erreichen.
Sedilo und die Ardia
Im Dorf Sedilo bei Ghilarza findet am 6. und 7. Juli die Ardia statt, ein Pferderennen zu Ehren des heiligen Konstantin. Dutzende Reiter jagen in halsbrecherischem Tempo um die Wallfahrtskirche San Costantino und müssen dabei den Anführer verteidigen. Für Zuschauer gelten Absperrungen, denn es ist gefährlich. Das Ereignis lockt Tausende und ist ein Beispiel für sardische Volksfrömmigkeit.
Kork in Calangianus und Tempio Pausania
Sardinien produziert den Großteil des italienischen Korks. In Calangianus, 10 Kilometer von Tempio Pausania, stehen Fabriken und Werkstätten, in denen aus der Rinde der Korkeiche Taschen, Schmuck und Schuhe entstehen. Manche Werkstätten erlauben den Besuch der Produktion. Die Korkeichen werden etwa alle 9 Jahre geschält, und der Stamm trägt in der Zwischenzeit eine rotbraune Farbe. Ein Souvenir aus Kork ist leicht, bruchsicher und typisch sardisch.
Sardinien Insidertipps aus lokaler Perspektive und weniger bekannte Bereiche
Wie Sardinier ihren Tag einteilen
Die Reiseführer Sardinien Empfehlung für den Alltag lautet: Passen Sie sich dem Rhythmus an. Der Tag beginnt mit Espresso und Cornetto am Tresen einer Bar, den Sie im Stehen für rund 2,50 Euro bekommen. Das Mittagessen, il pranzo, findet zwischen 13 und 15 Uhr statt, danach ruht das Land. Der Nachmittag gehört der Siesta oder dem Strand. Abendessen gibt es ab 20 Uhr, in den Städten häufig erst um 21 Uhr. Wer um 18 Uhr ein Restaurant sucht, findet meist geschlossene Türen.
Feste, die Sie nicht verpassen sollten
Das sardische Jahr ist ein Festkalender. Am 17. Januar brennen im Dorf Mamoiada die Feuer für Sant'Antonio Abate, und die Mamuthones ziehen durch die Straßen. Vom 1. bis 4. Mai findet in Cagliari das Fest des heiligen Efisio statt, dessen Statue auf einem geschmückten Ochsenkarren nach Nora gefahren wird. Im Mai zieht die Cavalcata Sarda durch Sassari, am 6. und 7. Juli findet die Ardia in Sedilo statt, und am 14. August tragen Gilden in Sassari die Candelieri, mächtige Holzsäulen mit Kerzen, durch die Altstadt. Von September bis Dezember lädt Autunno in Barbagia jedes Wochenende ein anderes Dorf ein: Höfe öffnen, Handwerker zeigen ihre Arbeit, Familien bieten Gerichte, Süßspeisen und Wein zu Festpreisen an.
Die Sagra: Dorffest mit Festessen
In den Monaten Juni bis Oktober finden in fast jedem Dorf Sagre statt, Feste zu Ehren eines Produkts. Es gibt die Sagra der Sardine, der Kastanie, des Weins, des Käses oder der Artischocke. Sie bezahlen für ein Menü mit Vorspeise, Pasta, Fleisch, Wein und Dessert häufig nur 15 bis 25 Euro. Die Aushänge finden Sie an Bars, Gemeindehäusern und auf Facebook Seiten der Gemeinden. Diese Feste sind die authentischste Art, sardische Küche zu erleben, und Sie sitzen an langen Tischen neben Familien aus dem Ort.
Sardische Wörter, die Türen öffnen
Auch wenn Italienisch überall funktioniert, freuen sich Einheimische über ein paar Wörter auf Sardisch. Bona die heißt guten Tag, Gràtzias danke, und wer zum Wein sein Glas erhebt, sagt A kent'annos: auf 100 Jahre. Die Sarden sind stolz auf ihre Sprache, die dem Lateinischen näher steht als jede andere romanische Sprache.
Sardinien Parken, Blaue Linien und Tankstellen
Die Farben auf dem Asphalt haben Bedeutung. Weiße Linien markieren freies Parken, blaue Linien Parken mit Gebühr, gelbe Linien sind Anwohnern oder Behinderten vorbehalten. An Automaten lösen Sie Tickets für die gewünschte Dauer. Beim Tanken gilt: Die Selbstbedienung, im Italienischen fai da te, ist rund 10 bis 20 Cent pro Liter günstiger als der Service. Nach Ladenschluss und an Sonntagen sind oft nur Automaten geöffnet, die Banknoten oder Karten akzeptieren.
Wasser, Brot und Käse einkaufen
Mit der Wasserqualität gibt es keine Probleme, viele Orte betreiben eine Casa dell'Acqua, einen Automaten mit gekühltem und gefiltertem Wasser für wenige Cent pro Liter. Brot kaufen Sie in einem Panificio, der schon ab 6 Uhr öffnet und oft schon um 12 Uhr ausverkauft ist. Pecorino und Ricotta finden Sie am günstigsten in einem Caseificio, der Käserei, am Ortsrand, die oft direkt verkauft. Fragen Sie nach Pecorino in 3 Reifegraden: dolce für jung und mild, semistagionato für halbreif, stagionato für kräftig.
Touristenfallen vermeiden und typische Fehlerquellen
Sardinien Mietwagen und Versicherung
Die häufigste Fehlerquelle sind Mietverträge. Viele Anbieter locken mit niedrigen Preisen, verlangen dann aber hohe Selbstbeteiligungen von 1000 bis 2000 Euro. Buchen Sie Vollkasko ohne Selbstbeteiligung, dokumentieren Sie bei der Übernahme jeden Kratzer mit Fotos und prüfen Sie die Tankregel. Schotterstraßen sind meist nicht versichert, ebenso Schäden an Reifen und Unterboden. Ein Sturz auf einer Nebenstrecke wird dann teuer.
Zone mit Fahrverbot, ZTL
Zonen mit Fahrverbot in Altstädten wie Cagliari, Alghero und Sassari sind mit Kameras überwacht. Ein Verstoß bringt Bußgelder von etwa 80 bis 120 Euro, die Monate später per Post beim Vermieter eintreffen, dazu kommen Bearbeitungsgebühren. Ein rotes Schild mit weißer Fläche und dem Wort ZTL zeigt die Grenze an. Fragen Sie Ihr Hotel, ob Ihr Kennzeichen für die Zufahrt gemeldet werden kann.
Restaurantrechnungen und Fisch nach Gewicht
In Küstenorten wird Fisch häufig nach Gewicht verkauft, das Menü zeigt den Preis pro 100 Gramm mit der Abkürzung etto. Wer einen ganzen Fisch von 800 Gramm bestellt, zahlt schnell 40 Euro oder mehr. Fragen Sie vor der Bestellung nach dem Gesamtpreis. Langusten sind besonders teuer, oft 12 bis 16 Euro pro 100 Gramm, für ein Exemplar von 600 Gramm also gut 70 Euro. Das Coperto von 1 bis 3 Euro pro Person ist zulässig, Trinkgeld darüber hinaus nicht erforderlich.
Sardinien Strände mit Reservierungspflicht
La Pelosa bei Stintino, Cala Goloritzé und Teile der Cala Brandinchi bei San Teodoro verlangen im Sommer Reservierungen oder Eintritt. Wer ohne Buchung ankommt, wird abgewiesen. Schwarzhändler bieten manchmal Tickets an, kaufen Sie ausschließlich über die offiziellen Seiten der Gemeinden oder Parkverwaltungen. Bei La Pelosa ist außerdem eine Matte unter dem Handtuch Pflicht, damit der Sand nicht abgetragen wird.
Navigation in den Bergen
Navigationsgeräte führen gerne über unbefestigte Pisten, die auf der Karte als Straße gelten. Kleinwagen bleiben dort stecken. Prüfen Sie vor der Fahrt, ob die Straße asphaltiert ist, und wählen Sie im Zweifel die SP oder SS. In den Bergen um Baunei, Orgosolo und Ulassai hilft eine Offline Karte, denn der Mobilempfang bricht oft ab.
Souvenirs: Was Sie nicht ins Handgepäck legen
Das Klappmesser aus Pattada, die Resolza, ist ein Kunstwerk, aber im Flugzeug nur im aufgegebenen Gepäck erlaubt. Ebenso gilt für Mirto Likör, Olivenöl und Wein: Flüssigkeiten über 100 Milliliter gehören in den Koffer. Korallenschmuck aus Alghero sollten Sie nur bei Händlern mit Echtheitszertifikat kaufen, denn die rote Koralle steht unter Schutz und viele Stücke sind Imitate aus Glas oder Kunststoff. Kork Waren aus Calangianus sind dagegen ein sicherer Kauf.
Sardinien Spartipps für Restaurants, Strände und Mobilität
Essen zu vernünftigen Preisen
Im Landesinneren gibt es häufig ein Menü für Arbeiter, das zwischen 12 und 15 Euro kostet und Vorspeise, Pasta, Fleisch, Wasser und Wein umfasst. Fragen Sie nach dem Menu del giorno. Pizza in einer Pizzeria mit Holzofen kostet 7 bis 10 Euro, eine Portion Pasta 8 bis 12 Euro. In Küstenorten gilt: Je weiter der Betrieb vom Wasser entfernt liegt, desto besser das Preisverhältnis. Straßenrestaurants direkt an Promenaden verlangen für dasselbe Gericht 30 Prozent mehr.
Sardinien Ferienhäuser: Der Samstag entscheidet
Ferienhäuser werden in Sardinien fast immer von Samstag bis Samstag vermietet. Wer An und Abreise auf einen Mittwoch legt, findet oft Rabatte oder darf verhandeln, weil solche Zeiten schwer zu vermieten sind. Auch Fähren sind an Wochentagen günstiger als an Wochenenden im Juli und August.
Sardinien Strände ohne Eintritt
Fast alle Strände sind frei zugänglich, die sogenannten Spiaggia libera. Nur Strandbetriebe, die Liegen und Schirme vermieten, verlangen Gebühren. Parken kostet in vielen Orten 5 bis 10 Euro pro Tag, kann aber an Nebenstraßen kostenlos sein, meist 500 Meter weiter. Ein eigener Schirm und ein Klappstuhl im Kofferraum sparen 30 bis 40 Euro pro Tag.
Mobilität ohne Mietwagen
Auf der Insel fahren die Busgesellschaft ARST, die Bahn Trenitalia und die Schmalspurbahn Trenino Verde. Eine Tageskarte für Bus und Bahn kostet je nach Strecke wenige Euro, und wer nur Cagliari, Alghero oder Olbia besucht, kommt ohne Mietwagen aus. Für Abende in der Stadt bieten sich Taxis an, deren Tarife im Voraus festgelegt sind. Von Cagliari nach Villasimius fährt im Sommer ein Direktbus in rund 1,5 Stunden.
Sardinien kulinarische Geheimtipps und regionale Spezialitäten
Brot: Pane Carasau, Guttiau und Frattau
Das Nationalbrot der Insel ist das Pane Carasau, ein hauchdünnes, knuspriges Fladenbrot aus Hartweizengrieß, das 2 Mal gebacken wird und Monate haltbar bleibt. Hirten nahmen es auf die Weide mit. Die Italiener nennen es carta da musica, Notenpapier, weil es so dünn ist. Mit Olivenöl, Salz und etwas Rosmarin im Ofen erhitzt entsteht Pane Guttiau. Das Pane Frattau ist ein Gericht: Blätter des Carasau werden kurz in Brühe getaucht, mit Tomatensauce und Pecorino geschichtet und mit einem pochierten Ei gekrönt. Es kostet im Restaurant 7 bis 10 Euro und ist das ehrlichste Mittagessen der Insel.
Pasta: Malloreddus, Culurgiones und Fregola
Die Malloreddus, auch Gnocchetti sardi genannt, sind kleine geriffelte Nudeln aus Hartweizen, häufig mit Safran im Teig und mit Wurstragout serviert. Die Culurgiones stammen aus der Ogliastra: Teigtaschen mit Kartoffel, Pecorino und Minze, die an der Naht von Hand wie eine Ähre verschlossen werden. Die Fregola ist eine Grießpasta in kleinen Kügelchen, die geröstet wird, und wird im Süden häufig mit Venusmuscheln als Fregola con arselle serviert. Wer in Cagliari nur 1 Nudelgericht probieren möchte, wählt Fregola, wer in den Bergen speist, bestellt Culurgiones.
Fleisch: Porceddu und Carne alla brace
Das Porceddu ist Spanferkel am Spieß, langsam über Holzglut gegart und mit Myrte oder Wacholder aromatisiert. Die Haut wird knusprig, das Fleisch bleibt saftig. Ein Ferkel wiegt beim Garen rund 5 bis 8 Kilogramm, und die Garzeit beträgt mehrere Stunden. Es wird zu besonderen Anlässen in Agriturismi gereicht, häufig muss es 1 Tag vorher bestellt werden. Daneben gibt es Lamm, Zicklein, Wildschwein und Kalbfleisch vom Grill, und auf dem Land werden Innereien wie Coratella oder Cordula zubereitet.
Fisch und Meeresfrüchte
An den Küsten dominiert Fisch. In Alghero ist die Aragosta alla catalana das Wahrzeichen: Languste mit Tomaten, Zwiebeln und Olivenöl. In Cagliari wird die Burrida serviert, ein Gericht aus Katzenhai, mariniert in Essig, Walnüssen und Knoblauch. Bei Carloforte kommt Thunfisch auf den Tisch, denn hier findet im Mai und Juni der Fang statt, der Girotonno. Die Bottarga, gesalzener und getrockneter Fischrogen der Meeräsche, gilt als Gold aus Cabras, und wird über Spaghetti gerieben. Auch Muscheln, Sardinen und Tintenfisch gehören zum Alltag.
Käse: Pecorino, Fiore Sardo und der Casu Marzu
Sardinien liefert einen erheblichen Teil des italienischen Schafskäses. Der Pecorino Sardo DOP wird jung oder gereift verkauft, der Fiore Sardo DOP wird aus Rohmilch gemacht und über Holzfeuer geräuchert. Der Casu Marzu ist ein Schafskäse, in dem Fliegenlarven leben, und ist in Italien verboten, weil er die Gesundheit gefährden kann. Man findet ihn nur auf dem Schwarzmarkt und in Privathaushalten. Wer ihn angeboten bekommt, sollte höflich ablehnen: Es lohnt sich nicht, das Risiko einzugehen.
Süßes: Seadas, Pardulas und Papassinos
Die Seadas sind frittierte Teigtaschen mit frischem Pecorino und Zitronenschale, die heiß mit Honig übergossen werden. Pardulas sind kleine Törtchen aus Ricotta und Safran, oft zu Ostern gebacken. Papassinos bestehen aus Mürbeteig, Rosinen, Mandeln und Nüssen. Das Ende einer Mahlzeit lässt sich mit Seadas genauso bestreiten wie mit einem Glas Mirto.
Wein und Spirituosen: Cannonau, Vermentino und Mirto
Der Cannonau ist die Sardische Version der Grenache Traube und wird vor allem in Ogliastra, Barbagia und Mandrolisai angebaut. Er ist kräftig, trocken und trägt oft 14 Prozent Alkohol oder mehr. Der Vermentino di Gallura ist der einzige DOCG Wein der Insel. Der Carignano del Sulcis kommt aus dem Südwesten, die Vernaccia di Oristano ist ein trockener Weißwein mit nussigem Geschmack, der nach Sherry erinnert. Nach dem Essen wird Mirto serviert, ein Likör aus Myrtenbeeren, den man eiskalt trinkt, und Filu 'e Ferru, ein Tresterbrand, der wörtlich Eisendraht heißt, weil Flaschen einst im Boden vergraben und mit einem Draht markiert wurden. Das sardische Bier heißt Ichnusa.
Sardinien Geheimtipps für Genießer
Ogliastra und Barbagia: Wo Menschen 100 Jahre alt werden
In der Ogliastra und der Barbagia leben ungewöhnlich viele Menschen, die 100 Jahre und älter werden. Ernährungsforscher führen das auf Gerste, Bohnen, Ziegenmilch, Pecorino, Cannonau und Bewegung zurück. Ein Mittagessen in einem Agriturismus dieser Region ist deshalb mehr als ein Essen: Sie erleben das Zusammenspiel von Bergluft, Kräutern, Wein und Handarbeit. Reservieren Sie mindestens 1 Tag im Voraus, denn Landwirte kochen nach Bestellung.
Alghero: Korallenstadt und Katalanische Küche
Alghero bietet als einziger Ort Gerichte mit katalanischem Einschlag. Neben der Languste gibt es Pasta mit Seeigeln, gegrillte Sardinen und Kaninchen. Auf dem Markt im Zentrum verkaufen Fischer frühmorgens den Fang des Tages. Wer sich für Wein interessiert, besucht die Kellereien der Region um Santa Maria La Palma und Sella e Mosca, wo Weißwein aus Vermentino und Rotwein aus Cannonau und Torbato entsteht. Torbato ist eine Rebsorte, die in Italien nur hier angebaut wird.
Gallura: Zuppa gallurese und Vermentino
Die Zuppa Gallurese hat mit einer Suppe wenig zu tun: Sie ist ein Auflauf aus Brotscheiben, Käse und Fleischbrühe, der im Ofen gebacken wird. Es ist ein Gericht für Festtage und Hochzeiten. In Berchidda findet jedes Jahr im August das Musikfestival Time in Jazz statt, ein Ereignis, das viele Genießer in die Gegend zieht. Ein Besuch im Hinterland um Tempio Pausania lohnt sich für einen Vermentino aus Granitböden, der besonders mineralisch schmeckt.
Oristano: Bottarga, Vernaccia und Safran
Die Lagune von Cabras liefert die berühmte Bottarga di Muggine. Die Rogen der Meeräsche werden aus den Lagunen gefischt, salzgepökelt und an der Luft getrocknet. In San Gavino Monreale im Campidano wird Safran angebaut, der eine geschützte Herkunftsbezeichnung besitzt. Die Ernte findet im Herbst statt, die Fäden werden von Hand gezupft. Ein Wochenende zur Safranernte im Oktober zeigt Handarbeit in Reinform.
Cagliari: Markt, Meer und Eis
Der Markt San Benedetto in Cagliari zeigt im Erdgeschoss Fisch, Meeresfrüchte und Thunfisch, im ersten Stock Fleisch, Gemüse und Käse. Sie können dort Austern, Venusmuscheln und Seeigel an kleinen Ständen frisch verzehren. Nachmittags empfiehlt sich ein Eis in einer Gelateria mit Sorten aus Mandel, Pistazie und Zitrone. Ein traditioneller Nachmittagssnack ist Pizzetta sfoglia mit Tomatensauce oder Panadas, gefüllte Teigtaschen aus Assemini und Oschiri.
Sardinien Geheimrestaurants abseits des Trubels
Agriturismo: Das Menü des Hauses
In einem Agriturismo gibt es keine Speisekarte. Sie erhalten ein festes Menü, das Vorspeisen mit Wurst, Käse, Gemüse und Brot, 2 Pastagerichte, Fleisch vom Grill, Beilagen, Dessert, Wein, Wasser, Kaffee und Mirto umfasst. Der Preis liegt zwischen 25 und 40 Euro pro Person. Die Portionen sind groß, und Nachschlag ist üblich. Planen Sie danach keine Wanderung, denn die meisten Menüs dauern 2 bis 3 Stunden. Am besten reservieren Sie telefonisch, oft in einem Gemisch aus Italienisch und Gesten.
Trattoria im Dorf
Die Trattoria im Bergdorf ist meist ein Familienbetrieb mit 6 bis 10 Tischen, geführt von einer Köchin, einem Kellner und Söhnen im Hintergrund. Es gibt ein Tagesgericht, das an der Tafel steht. Preisgünstig sind Pasta mit Wildschweinragout, Suppe mit Gemüse oder Schmorfleisch vom Lamm. Ein Hauptgang kostet 10 bis 15 Euro. Die Küche schließt um 14 Uhr, und wer später kommt, bekommt meist nur noch Kaffee.
Osteria und Enoteca
In Städten wie Cagliari, Alghero und Sassari servieren Osterien kleine Speisen zu Wein: Käseplatten, Wurst, gebratene Sardinen und Salate. Enoteche schenken Weine der Region glasweise aus, ein Glas Cannonau kostet 4 bis 6 Euro. Fragen Sie nach dem Vino della casa, einem einfachen offenen Wein, der oft nur 3 bis 4 Euro pro Glas kostet und aus der Genossenschaft stammt.
Fischrestaurants am Hafen
Die ehrlichsten Fischrestaurants liegen dort, wo die Boote anlegen: in Carloforte, Alghero, Castelsardo, Bosa Marina und Cala Gonone. Fragen Sie nach dem Fang des Tages, lassen Sie sich Fische auf Eis zeigen und vereinbaren Sie den Preis vorab. Ein Teller Spaghetti mit Venusmuscheln kostet meist 12 bis 16 Euro. Trauen Sie Speisekarten mit Fotos und Fremdsprachen an Promenaden nicht, denn sie richten sich an Touristen, die nur einmal kommen.
Pizzeria und Tavola Calda
Die Pizzeria mit Holzofen serviert dünne, knusprige Pizza ab etwa 7 Euro und ist besonders für Familien geeignet. Eine Tavola Calda ist ein Selbstbedienungsrestaurant, in dem Sie Pasta, Fleisch und Gemüse aus der Vitrine wählen. Sie zahlen nach Gewicht und essen preiswert. Solche Lokale finden Sie vor allem in Cagliari und Sassari.
Essen gehen auf Sardinien: Überblick der Gastronomie
Lokaltypen und ihre Bedeutung
Ein Ristorante ist ein gehobenes Restaurant mit Kellner und Weinkarte. Eine Trattoria bietet Hausmannskost, eine Osteria Wein und einfache Gerichte, eine Pizzeria Pizza und meist auch Pasta. Ein Agriturismo serviert Produkte vom eigenen Hof, eine Paninoteca belegte Brötchen, eine Gelateria Eis, eine Bar Kaffee, Gebäck und Aperitif. Als Frühstück gilt in Sardinien Cappuccino mit Cornetto. Zwischen 12 und 15 Uhr sind Restaurants geöffnet, zwischen 19 und 23 Uhr wieder.
Ablauf einer Mahlzeit
Ein vollständiges sardisches Essen besteht aus Antipasto, Primo, Secondo, Contorno und Dolce. Es ist keineswegs Pflicht, alle Gänge zu bestellen: 2 Gänge genügen. Wasser wird flaschenweise serviert, mit oder ohne Kohlensäure, und Wein wird häufig als Karaffe von einem halben oder ganzen Liter bestellt. Nach dem Essen bringt der Kellner nicht ungefragt die Rechnung, Sie müssen sie mit der Geste des Schreibens in der Luft anfordern. Das ist Höflichkeit, nicht Nachlässigkeit.
Preise und Öffnungszeiten
Mit 25 bis 35 Euro pro Person für ein Essen mit Vorspeise, Hauptgang und Getränk sind Sie in einer Trattoria gut bedient. In Küstenorten während der Hochsaison sind 40 bis 60 Euro üblich. Viele Restaurants schließen an einem Wochentag, Ruhetage sind meist Montag oder Dienstag. Im Winter sind Küstenrestaurants oft von Oktober bis April geschlossen.
Sardinien Ausflugsziele in der Umgebung
Asinara, San Pietro und Sant'Antioco
Die Insel Asinara vor Stintino ist Nationalpark und war bis 1997 Hochsicherheitsgefängnis. Sie erreichen sie per Fähre ab Stintino oder Porto Torres, die Überfahrt dauert 30 bis 70 Minuten. Auf der Insel gibt es keine Privatfahrzeuge, aber Fahrradverleih, Bustouren und Jeeps mit Führer. Die weißen Esel, eine Albino Rasse, sind das Wahrzeichen. San Pietro erreichen Sie ab Portovesme oder Calasetta in 30 bis 40 Minuten. Carloforte lädt mit ligurischer Küche ein, Sie probieren Cascà, ein Couscous mit Fisch, das an die Tunesier Zeit erinnert. Sant'Antioco hat eine römische Brücke, eine Tophet Stätte und ein Museum.
Villasimius und die Küste im Südosten
Von Cagliari erreichen Sie Villasimius in 1 Stunde über die SS125. Der Ort bietet den Meeresschutzpark Capo Carbonara mit Insel Cavoli, Sandstrand Porto Giunco und den Turm Torre di Porto Giunco. Ein Boot mit Glasboden erlaubt den Blick auf Fischschwärme. Die Küste bis Costa Rei ist ein Traum aus weißem Sand und niedrigen Dünen, dazwischen liegen die Strände Cala Sinzias und Cala Pira.
Naturschutzgebiet Monte Arcosu
Im Südwesten von Cagliari liegt die WWF Oase Monte Arcosu mit rund 3600 Hektar Wald. Hier lebt der sardische Hirsch, den man am besten bei den Führungen im Herbst zur Brunftzeit erlebt. Der Eintritt ist gering, die Wanderwege sind gut markiert. Im Sommer sind Wanderungen wegen der Hitze nur am Morgen sinnvoll.
Sulcis und Iglesiente
Iglesias mit seiner pisanischen Altstadt und die Bergbaustadt Carbonia mit Architektur der 1930er Jahre und dem Bergbaumuseum sind Ziele für Industriekultur. Die Grotta di San Giovanni bei Domusnovas ist eine Höhle, durch die eine Straße führt. Bei Fluminimaggiore liegt der Tempel des Sardus Pater, ein römischer Tempel aus dem 3. Jahrhundert nach Christus, der über einem älteren punischen Heiligtum errichtet wurde.
Sardinien Aktivitäten: Tauchen, Segeln, Kiten und Klettern
Das Wasser vor Sardinien bietet gute Sicht und Fischreichtum. Zu den beliebtesten Tauchgebieten gehören das Meeresschutzgebiet Tavolara, der Capo Carbonara mit der Insel Cavoli, der Capo Caccia mit Unterwasserhöhlen und der Archipel von La Maddalena. Tauchschulen in Alghero, Cala Gonone, Olbia, Villasimius und Palau bieten Schnuppertauchen und Kurse an. Segler chartern Boote in La Maddalena, Olbia und Cagliari, geführte Törns durch den Archipel dauern 1 Tag oder 1 Woche. Kleine Boote ohne Führerschein werden in vielen Häfen vermietet, prüfen Sie die Regeln des jeweiligen Anbieters und der Gemeinde. Die besten Reviere für Wind sind Porto Pollo bei Palau, ein bekannter Ort für Windsurfen und Kitesurfen, Punta Trettu im Südwesten und Capo Mannu im Westen für Wellenreiter. Klettergebiete liegen bei Domusnovas im Südwesten, Cala Gonone im Osten und Ulassai in der Ogliastra, zum Teil mit gebohrten Routen für verschiedene Schwierigkeitsgrade. Wer reiten möchte, findet Reiterhöfe in der Umgebung der Giara und im Hinterland von Olbia, Ausritte dauern 1 bis 3 Stunden und kosten 30 bis 60 Euro.
Trenino Verde: Mit der Schmalspurbahn durch die Berge
Die Schmalspurbahn Trenino Verde wird von der Verkehrsgesellschaft ARST betrieben und fährt überwiegend im Sommer auf Strecken durch abgelegene Landschaften. Die längste Strecke führt von Mandas nach Arbatax und überwindet dabei mehr als 150 Kilometer durch Berge, Wälder und Schluchten des Gennargentu, die Fahrt dauert etwa 4,5 Stunden. Die Strecke von Sassari über Tempio Pausania nach Palau verläuft durch die Gallura, Macomer nach Bosa führt rund 45 Kilometer an Vulkanhängen und Küste entlang, und die Verbindung von Isili nach Sorgono durchquert das Herz der Insel. Die Bahn hat eine Spurweite von 950 Millimetern, die Waggons sind historisch, und an Sommertagen fahren Fahrgäste in offenen Wagen. Tickets kaufen Sie im Internet oder an den Bahnhöfen, planen Sie die Rückfahrt, denn nicht alle Strecken werden täglich bedient. Für Familien mit Kindern ist die Fahrt ein Erlebnis, für Fotografen eine Möglichkeit, Landschaften zu sehen, die nicht per Auto erreichbar sind.
Sardinien Tagesausflüge mit realen Strecken
Cagliari nach Barumini und zur Giara
Die Strecke führt von Cagliari über die SS131 nach Norden, bei Sanluri auf die SS197 und weiter nach Barumini, insgesamt rund 60 Kilometer und 1 Stunde Fahrzeit. Sie besichtigen Su Nuraxi am Vormittag, essen in Barumini zu Mittag und fahren nachmittags zur Giara nach Gesturi, 10 Kilometer weiter. Zurück nach Cagliari sind es 1 Stunde 15 Minuten. Zusammen sind das etwa 150 Kilometer.
Cagliari nach Nora und Chia
Von Cagliari fahren Sie über die SS195 nach Südwesten, vorbei an der Lagune von Santa Gilla, nach Pula in 40 Minuten. Von Pula sind es 5 Kilometer bis Nora. Nach der Besichtigung fahren Sie weiter nach Chia, rund 25 Kilometer, mit den Stränden Su Giudeu und Sa Colonia, dahinter Dünen mit Blick auf den Turm Torre di Chia. Am Abend kehren Sie nach Cagliari zurück, insgesamt 110 Kilometer.
Olbia nach Tavolara und San Teodoro
Von Olbia fahren Sie auf der SS125 nach Süden, in 20 Minuten erreichen Sie Porto San Paolo. Ein Boot bringt Sie nach Tavolara, die Überfahrt dauert 20 Minuten. Nach der Rückkehr fahren Sie 15 Kilometer nach San Teodoro und erreichen den Strand La Cinta, ein langer Sandstreifen zwischen Meer und Lagune, in dem Flamingos stehen. Rückfahrt nach Olbia ist 30 Kilometer, insgesamt rund 100 Kilometer.
Alghero nach Bosa
Die Küstenstraße von Alghero nach Bosa gehört zu den schönsten Europas. Sie führt über 45 Kilometer an Klippen, Macchia und Wachtürmen entlang, mit mehreren Aussichtspunkten an den Kurven. Rechnen Sie mit 1 Stunde 15 Minuten reiner Fahrzeit. In Bosa besichtigen Sie Altstadt und Burg, essen zu Mittag am Fluss und fahren am Nachmittag zurück, gegebenenfalls über Villanova Monteleone und die SS292.
Nuoro nach Orgosolo, Oliena und Su Gologone
Von Nuoro fahren Sie nach Orgosolo, 20 Kilometer auf kurviger Straße, und betrachten die Wandbilder. Danach geht es nach Oliena und weiter zur Quelle Su Gologone, 8 Kilometer entfernt. Die Quelle speist einen kleinen Fluss und bietet einen kühlen Platz für die Mittagspause. Am Nachmittag fahren Sie zurück nach Nuoro, insgesamt rund 100 Kilometer.
Olbia nach Palau und La Maddalena
Über die SS125 und die SS133 fahren Sie in 45 Minuten nach Palau. Der Aussichtspunkt Capo d'Orso, 5 Kilometer außerhalb, zeigt den Bärenfels. Die Fähre nach La Maddalena legt alle 15 bis 30 Minuten ab. Auf La Maddalena fährt eine Panoramastraße rund um die Insel, 20 Kilometer lang, mit Strandstopps an Cala Francese und Spiaggia del Bassa Trinita. Mit dem Damm ist Caprera erreichbar, wo das Museum Garibaldis liegt.
Sardinien Reiseziele rund um das Urlaubsgebiet mit regionaler Erweiterung
Korsika: Bonifacio als Tagesziel
Von Santa Teresa Gallura fährt mehrmals täglich eine Fähre nach Bonifacio, die Überfahrt dauert 50 Minuten. Bonifacio ist eine Festungsstadt auf weißen Kalksteinklippen mit Hafen, Zitadelle und der Treppe des Königs von Aragon. Nehmen Sie den Reisepass oder Personalausweis mit. Rechnen Sie mit einem Tagesticket von rund 50 bis 70 Euro pro Person und einer Rückfahrt am späten Nachmittag. Wer Korsika weiter erkunden möchte, plant mindestens 3 zusätzliche Tage ein und bucht die Fähre samt Mietwagen Regelung im Voraus, denn viele Verleiher untersagen die Mitnahme auf andere Inseln.
La Maddalena Archipel und Bootstouren
Von Palau, Cannigione und Santa Teresa fahren Bootstouren durch das Archipel. Die Route führt an Budelli mit dem Rosa Strand, Spargi mit Cala Corsara und Santa Maria mit ihrem Sandstrand vorbei. Ein Tagesausflug kostet je nach Anbieter 50 bis 90 Euro mit Mittagessen an Bord. Buchen Sie eine Tour mit kleiner Gruppe, denn die großen Boote ankern an denselben Buchten wie alle.
Sardinien schönste Strände und Buchten der Region mit Zugängen und Lage
Costa Smeralda und San Teodoro
An der Costa Smeralda liegen die Strände Liscia Ruja, Capriccioli, Romazzino und Spiaggia del Principe. Liscia Ruja bei Porto Cervo ist ein langer Sandstrand mit flachem Einstieg, Capriccioli eine Bucht aus Granitfelsen mit Wacholderbäumen, und die Spiaggia del Principe erreichen Sie nach einem Fußweg von rund 10 Minuten vom Parkplatz. Alle 3 haben glasklares Wasser, sind aber im Hochsommer bereits vormittags gefüllt. Etwas weiter südlich bei San Teodoro liegt La Cinta, ein rund 4 Kilometer langer Sandstreifen zwischen Meer und Lagune, mit flach abfallendem Wasser und Blick auf Tavolara. Die benachbarte Cala Brandinchi, wegen ihres flachen, türkisen Wassers Klein Tahiti genannt, ist von Pinien umgeben. Hier gilt in der Hauptsaison eine Zugangsregelung mit Parkplatzgebühren, oft mit Vorabbuchung.
Santa Teresa Gallura und La Maddalena
Die Rena Bianca in Santa Teresa Gallura ist ein feiner weißer Sandstrand direkt am Ort, flach, ideal für Kleinkinder und mit Bar, Liegen und Schirmverleih ausgestattet. Am Capo Testa liegen Cala Grande und Cala Spinosa zwischen Granitfelsen, zu denen kurze Fußwege führen. Auf La Maddalena und Caprera sind Cala Francese, Bassa Trinita und Cala Napoletana die zugänglichen Strände. Die Cala Coticcio auf Caprera, die Klein Tahiti der Insel, ist nur mit Führung oder Ticketkontingent zugänglich, und der Nationalpark kontrolliert die Besucherzahl streng.
Stintino, Alghero und Porto Ferro
La Pelosa bei Stintino ist mit Recht berühmt: flaches Wasser, weißer Sand und Blick auf die Isola Piana und den Wachturm Torre della Pelosa. Seit einigen Jahren ist der Zutritt im Sommer nur mit Reservierung und begrenzter Besucherzahl möglich, und Sie müssen eine Matte unter Ihrem Handtuch ausbreiten, damit keine Sandkörner in Rucksäcken verschwinden. Kaufen Sie die Matte vor Ort, sie kostet wenige Euro und ist der teuerste Stoffrest der Insel. Nahe Alghero liegen Maria Pia mit Pinienwald, Le Bombarde mit türkisem Wasser und Lazzaretto am Rand der Bucht von Porto Conte. Der Strand Porto Ferro, rund 15 Kilometer nördlich, wird von Wellen und Wind geprägt und zieht Surfer an.
Sinis und Costa Verde
Die Halbinsel Sinis ist bekannt für Strände aus Quarzkörnern. Is Arutas hat Körner, die an Reis erinnern, Mari Ermi und Maimoni sind weite Sandstrände. Die Körner sind grob, aber sauber, das Wasser leuchtet in Blau und Grün. Der Strand von San Giovanni di Sinis ist für Familien geeignet. An der Costa Verde folgt Scivu mit einer Düne, Piscinas mit seiner Wüstenlandschaft, und Funtanamare mit ruhigem Wasser. Dort gilt: Nehmen Sie Wasser und Essen mit, denn Läden sind selten.
Sulcis und Chia
Cala Domestica bei Buggerru ist eine kleine Bucht zwischen Felsen mit einem Wachturm und einem Tunnel, der in die Bucht führt. Porto Pino im Südwesten besitzt Dünen mit Wacholder und einem Salzsee, hier finden Sie oft Ruhe. Bei Chia sind Su Giudeu, Cala Cipolla und Campana die bekanntesten Strände, teils mit Dünen aus feinem Sand. Tuerredda bei Teulada mit seinem kleinen Inselchen gegenüber gilt für viele als der schönste Strand des Südens. Parkplätze sind in der Hauptsaison begrenzt, und Sie sollten vor 9 Uhr ankommen.
Villasimius, Costa Rei und Poetto
Porto Giunco, Punta Molentis und Simius bei Villasimius bieten weißen Sand, karibisch anmutendes Wasser und Dünenlandschaften mit Wacholder. Punta Molentis ist ein Strand mit Felsen an beiden Enden, zu dem ein Parkplatz mit Gebühr führt. Weiter nördlich beginnt die Costa Rei mit Cala Sinzias, Cala Pira und Piscina Rei, alle mit seichtem Wasser für Kinder. In Cagliari bietet der Poetto rund 8 Kilometer Sand, der im Sommer voll ist, im Frühjahr und Herbst jedoch zum Spaziergang lädt.
Golf von Orosei und Ogliastra
Die Strände im Osten sind teilweise nur vom Wasser oder zu Fuß zugänglich. Die Cala Luna, ein Strand vor einem Höhleneingang mit Oleanderbäumen dahinter, erreichen Sie per Boot ab Cala Gonone oder zu Fuß. Cala Sisine und Cala Mariolu liegen weiter südlich, letztere mit rosa und weißen Kieseln. Die Cala Goloritzé bei Baunei ist ein Naturdenkmal mit einer Felsnadel von 143 Metern, erreichbar nach einer Wanderung von rund 1 Stunde ab dem Parkplatz Su Porteddu, dazu benötigen Sie in der Hauptsaison eine Reservierung, und die Besucherzahl ist begrenzt. Die Strände von Bidderosa bei Orosei bilden einen Naturpark mit mehreren Buchten, für den ein Kontingent an Fahrzeugen gilt. Bei Arbatax bilden die Rocce Rosse einen Kontrast zu den Sandbuchten von Cea und Santa Maria Navarrese.
Neptungras und Strandwälle
An vielen Stränden liegen Haufen aus braunen Pflanzenfasern und Blättern, die Banquettes. Sie stammen vom Neptungras, einer Seegraswiese im Meer, die den Sand hält und Fische schützt. Die Wälle sind kein Schmutz, und ein Entfernen stört das Gleichgewicht. Wer im Sommer nach Sardinien reist, findet sie meist nur in geringer Menge, weil Betreiber sie vor der Saison beiseite schieben.
Sardinien Pflanzenwelt, Vegetation und Landschaftsstruktur der Küstenregion
Die Macchia: Duftende Buschlandschaft
Die Sardinien Vegetation wird von der Macchia geprägt, einem dichten immergrünen Buschwerk aus Mastixstrauch, Myrte, Zistrose, Erdbeerbaum, Rosmarin und Wacholder. Sie bedeckt weite Teile der Küste und der Berge und duftet an heißen Tagen intensiv nach Harz und Kräutern. Im April und Mai überziehen die Zistrosen mit weißen und rosa Blüten ganze Hänge. Aus den Beeren der Myrte wird der Mirto Likör hergestellt. Wo die Macchia niedrig bleibt, sprechen Botaniker von Garrigue mit Thymian, Lavendel und Wolfsmilch.
Korkeiche, Steineiche und Wälder
In den Bergen der Gallura, im Limbara Massiv und in der Giara wachsen Korkeichen, deren Rinde alle 9 Jahre geschält wird. Steineichenwälder bedecken den Gennargentu und den Supramonte, wo Bäume mehrere Jahrhunderte alt werden. Im Süden ragen Aleppokiefern und Pinien aus dem Sand, und im Sulcis stehen im Naturpark Monte Arcosu und Sette Fratelli große Wälder aus Steineichen und Erlen, in denen der sardische Hirsch lebt. Eukalyptus wurde zur Trockenlegung der Sümpfe eingeführt und prägt heute Straßenränder.
Wilde Olivenbäume und Kulturpflanzen
Der Olivenbaum wächst in Sardinien wild und kultiviert. Einzelne Exemplare, wie die Olivenbäume bei Luras in der Gallura, werden auf mehrere Jahrtausende geschätzt und gelten als Naturdenkmäler. Auf den Feldern des Campidano wachsen Getreide, Reis, Artischocken und Tomaten, im Nordwesten Weinreben und Mandeln. Der Feigenkaktus, aus Amerika eingeführt, bildet Hecken um Felder und trägt im August süße Früchte.
Dünen und Küstenpflanzen
Die Dünen von Piscinas, Porto Pino und Is Arenas tragen Wacholder, Strandhafer, Meerfenchel und weiße Sandlilien, die im August blühen. Der Phönizische Wacholder wächst als knorriger Busch bis an den Strand. An Felsküsten trotzen Strandflieder und Meerkohl dem Salz. Das Betreten von Dünen ist an vielen Stellen verboten, denn Trittschäden zerstören das Gefüge.
Tiere der Küstenregion
Flamingos leben ganzjährig in den Lagunen von Cagliari, Cabras und Olbia. Im Sommer sind Tausende Tiere zu sehen. In den Bergen streifen Mufflons, Wildschweine und Sardische Wildkatzen, an den Klippen von Bosa brütet der Gänsegeier. Auf der Giara leben halbwilde Pferde und auf Asinara weiße Esel. Meeresschildkröten legen gelegentlich Eier an sandigen Stränden, Delfine sind im Golf von Orosei und vor der Costa Smeralda zu sehen. Giftschlangen gibt es auf Sardinien nicht, und die vorkommenden Nattern sind harmlos.
Sardinien schönste Wanderwege und Wanderungen mit echten Streckenverläufen
Sardinien Wanderung im Golf von Orosei: Cala Fuili bis Cala Luna
Der bekannteste Küstenpfad führt von Cala Fuili bei Cala Gonone nach Cala Luna. Er beginnt am Parkplatz an der Bucht von Cala Fuili, steigt durch Macchia zu einem Höhenweg auf und erreicht nach rund 1,5 Stunden pro Richtung die Cala Luna. Der Weg hat leichte Steigungen, ist aber im Sommer der Sonne ausgesetzt, denn Bäume fehlen fast völlig. Starten Sie um 7 Uhr, nehmen Sie 3 Liter Wasser und festes Schuhwerk mit. Zurück können Sie mit dem Boot fahren, das nachmittags von Cala Luna nach Cala Gonone pendelt.
Su Gorropu: Die Schlucht
Su Gorropu gilt als eine der tiefsten Schluchten Europas, mit Wänden von bis zu 400 Metern. Der übliche Zugang beginnt am Passo Silana, rund 900 Meter hoch, und führt über 4 Kilometer in das Tal des Flumineddu hinab. Dort betreten Sie die Schlucht über Felsblöcke. Kalkulieren Sie 5 bis 6 Stunden für Hin und Rückweg. Ein Führer ist nicht Pflicht, doch für die Passage in die inneren Abschnitte hilfreich. Bei Regen ist der Zugang gefährlich, weil das Tal schnell anschwillt.
Tiscali: Das Dorf in der Doline
Der Weg zum nuragischen Dorf Tiscali beginnt an der Sa Sedda e Sos Carros, erreichbar über eine kurze Straße von Dorgali. Von dort gehen Sie rund 1 Stunde durch Eichenwald und über Fels, bis der Pfad an einer Öffnung im Kalkfelsen endet. Im Inneren der Doline liegen die Reste von rund 40 Hütten, die bis in die römische Zeit genutzt wurden. Der Besuch ist nur mit Führer oder Ticket erlaubt. Der Weg ist mäßig anspruchsvoll, doch der Blick in den Krater lohnt jede Stunde.
Monte Corrasi und Su Gologone
Von Oliena führt eine Straße hinauf zur Quelle Su Gologone, und von dort ein Steig zum Monte Corrasi mit 1463 Metern. Die Wanderung ist lang, rund 6 bis 8 Stunden, und nur für Geübte. Wer weniger Zeit hat, wandert zum Rand der Quelle und in das Tal oberhalb. Rund um Oliena sind Wanderführer für halbe und ganze Tage erhältlich.
Gennargentu: Punta La Marmora
Die Punta La Marmora, der höchste Berg der Insel, erreichen Sie ab dem Parkplatz Arcu Artilai in rund 3 Stunden für Hin und Rückweg. Der Weg führt über Bergwiesen, an Steineichen und Wacholder vorbei. Oben weht ein kalter Wind, und bei klarem Wetter reicht die Sicht bis nach Korsika und zum Tyrrhenischen Meer. Im Mai blühen wilde Pfingstrosen, die in dieser Höhe auf der Insel heimisch sind.
Selvaggio Blu: Trekking der Extreme
Der Selvaggio Blu verläuft auf rund 45 Kilometern zwischen Pedra Longa bei Baunei und Cala Gonone. Er führt über Klippen, durch Schluchten und über Kletterstellen, an denen Seile gespannt sind. Für die Strecke sind 6 bis 7 Tage nötig, dazu Ausrüstung für mehrere Übernachtungen im Freien, Vorräte und Wasserdepots. Ohne Erfahrung im Gelände und Klettern sollten Sie den Weg meiden. Geführte Touren erleichtern die Planung. Wer nur einen Tag investieren möchte, geht die Teilstrecke von Pedra Longa nach Cala Goloritzé.
Giara di Gesturi und Sette Fratelli
Auf der Giara führen mehrere Rundwege über das Plateau, zwischen 3 und 4 Stunden lang, vorbei an Korkeichen und Wasserlöchern, wo Sie Pferde beobachten. Im Naturpark Sette Fratelli bei Villasimius und Burcei führen Wege durch Steineichenwald und Macchia zu Aussichtspunkten mit Blick auf den Golf von Cagliari. Beide Gebiete sind für Familien geeignet, weil die Steigungen gering sind.
Cammino Minerario di Santa Barbara
Der Cammino Minerario di Santa Barbara ist ein Rundweg von rund 500 Kilometern durch die stillgelegten Bergbaureviere des Südwestens. Er ist in etwa 30 Etappen unterteilt, die durch Dörfer, Minenruinen und Küstenabschnitte führen. Einzelne Etappen wie Buggerru nach Portixeddu oder Masua nach Nebida eignen sich als Tageswanderungen und verbinden Industriekultur mit Meerblick.
Regeln und Sicherheit beim Wandern
Bei Sardinien Wanderwegen gelten einfache Regeln. Starten Sie im Sommer vor 8 Uhr, im Frühling und Herbst bis 10 Uhr. Führen Sie mindestens 2 bis 3 Liter Wasser pro Person mit, denn Quellen sind selten und oft ausgetrocknet. Der Mobilfunk bricht in Schluchten ab, laden Sie Karten vorher herunter. Die Markierungen der italienischen Alpenvereine sind rot weiß, jedoch nicht überall vorhanden. Im Sommer gilt Feuerverbot, und bei Waldbrandgefahr sind manche Wege gesperrt. Ein Notruf funktioniert unter 112, und Gebirgsrettung ist möglich, aber die Einsatzzeit ist lang.
Sardinien Reiserouten für verschiedene Aufenthaltsdauern
Jede Sardinien Reiseroute steht und fällt mit realistischen Fahrzeiten. Rechnen Sie auf Nebenstraßen mit 45 Kilometern pro Stunde, auf der SS131 und SS125 mit bis zu 80. Die folgenden 5 Vorschläge beginnen und enden jeweils an einem Flughafen oder Fährhafen, sie lassen sich beliebig kombinieren, und jeder Tag enthält Fahrstrecken, Besichtigungen und eine Reserve für Strandzeit.
Sardinien 3 Tage Reiseroute kompakt: Cagliari und der Süden
Tag 1: Verbringen Sie den Vormittag in Cagliari. Sie beginnen am Hafen, steigen durch das Viertel Marina zur Bastione Saint Remy und gehen durch das Castello zur Kathedrale, zum Elefantenturm und zum Archäologischen Nationalmuseum. Nach dem Mittagessen im Markt San Benedetto besuchen Sie das römische Amphitheater und die Basilika von Bonaria. Am späten Nachmittag fahren Sie mit dem Bus oder Taxi zum Poetto, 8 Kilometer Sand, und essen dort an der Promenade.
Tag 2: Sie fahren auf der SS195 nach Südwesten, erreichen Pula nach 40 Minuten und besichtigen Nora, die phönizisch römische Stadt auf einer Landzunge, rund 1,5 Stunden. Danach fahren Sie rund 25 Kilometer nach Chia, verbringen 3 Stunden an den Stränden Su Giudeu oder Campana und kehren am Abend nach Cagliari zurück. Die Tagesstrecke beträgt rund 110 Kilometer.
Tag 3: Von Cagliari fahren Sie auf der SS131 nach Norden und erreichen nach 60 Kilometern Barumini. Die Nuraghe Su Nuraxi besichtigen Sie mit Führung, rund 1,5 Stunden, am besten um 9 Uhr. Danach fahren Sie 10 Kilometer zur Giara di Gesturi und laufen 1 bis 2 Stunden über das Plateau, um Pferde zu sehen. Am Nachmittag geht es zurück zum Flughafen Cagliari, 1 Stunde 15 Minuten.
Sardinien 5 Tage Reiseroute intensiv: Alghero und der Nordwesten
Tag 1: Erkunden Sie die Altstadt von Alghero zu Fuß: Hafen, Bastionen bis zur Torre di Sulis, Kathedrale, Kirche San Francesco und Carrer Major. Am Abend genießen Sie den Sonnenuntergang von der Bastionenpromenade und essen Languste oder Pasta mit Seeigeln.
Tag 2: Fahren Sie 25 Kilometer zum Capo Caccia und besichtigen Sie die Neptungrotte, wahlweise über die 654 Stufen der Escala del Cabirol oder per Boot ab Alghero. Nachmittags besuchen Sie die Nuraghe Palmavera bei Fertilia, 10 Kilometer vom Zentrum, und baden am Strand Le Bombarde.
Tag 3: Die Küstenstraße nach Bosa, 45 Kilometer und mindestens 1 Stunde 15 Minuten, führt an Klippen und Wachtürmen entlang. In Bosa besichtigen Sie die Gerbereien Sas Conzas, steigen zum Castello Malaspina hinauf und essen am Flussufer. Rückfahrt über die SS292 im Landesinneren, gut 1 Stunde.
Tag 4: Von Alghero fahren Sie rund 65 Kilometer nach Stintino. Baden Sie an La Pelosa mit Reservierung, am frühen Morgen und mit Matte, oder buchen Sie die Fähre nach Asinara für einen ganzen Tag mit Jeeptour, Strand und Eselbeobachtung. Rückfahrt am Abend.
Tag 5: Fahren Sie nach Sassari, 35 Kilometer, und sehen Sie den Dom und die Piazza d'Italia. Auf dem Weg dorthin halten Sie am Monte d'Accoddi, 10 Kilometer nordwestlich von Sassari, und fahren dann rund 35 Kilometer nach Castelsardo. In Castelsardo besichtigen Sie die Doria Burg mit dem Flechtmuseum und fahren am späten Nachmittag zurück nach Alghero, 75 Kilometer.
Sardinien 7 Tage Reiseroute klassisch: Gallura, Costa Smeralda und La Maddalena
Tag 1: Landung in Olbia, kurzer Besuch der Kirche San Simplicio, danach 30 Kilometer nach Porto Cervo. Sie baden an Liscia Ruja und Capriccioli. Übernachtung in Arzachena oder Cannigione.
Tag 2: Besuchen Sie bei Arzachena die Nuraghe La Prisgiona und die Riesengräber Coddu Vecchiu, danach die Strände Baja Sardinia und Romazzino. Am Nachmittag haben Sie Zeit für Porto Cervo und Aperitif in der Piazzetta.
Tag 3: Fahren Sie 30 Kilometer nach Palau, halten Sie am Capo d'Orso und nehmen Sie die Fähre nach La Maddalena, 15 Minuten. Sie fahren die Inselrundstraße, essen in der Stadt La Maddalena und besuchen das Haus Garibaldis auf Caprera.
Tag 4: Von Palau nach Santa Teresa Gallura sind es 25 Kilometer. Sie besuchen Capo Testa mit seinen Granitfelsen und die Rena Bianca. Wer möchte, fährt mit der Fähre nach Bonifacio auf Korsika und kehrt am späten Nachmittag zurück.
Tag 5: Sie fahren rund 65 Kilometer nach Tempio Pausania, besichtigen die Granitaltstadt und fahren auf den Monte Limbara mit Panoramastraße. Wer Interesse an Kork hat, macht einen Abstecher nach Calangianus.
Tag 6: Rückfahrt nach Olbia, 45 Kilometer, dann weiter nach Porto San Paolo und Bootsausflug nach Tavolara mit Schnorcheln.
Tag 7: Sie fahren 15 Kilometer nach San Teodoro und baden ein letztes Mal an La Cinta, bevor Sie die 30 Kilometer zurück nach Olbia fahren.
Sardinien 10 Tage Reiseroute mit erweiterten Ausflügen: Ostküste, Barbagia und Süden
Tag 1: Landung in Olbia, Fahrt auf der SS125 über Siniscola nach Orosei, rund 100 Kilometer. Sie besuchen den Strand Cala Liberotto oder buchen Bidderosa vorab. Übernachtung in Orosei.
Tag 2: Fahren Sie nach Nuoro, 40 Kilometer. Sie besichtigen das Geburtshaus von Grazia Deledda und fahren auf den Monte Ortobene zur Christusstatue. Am Nachmittag geht es nach Orgosolo, 20 Kilometer, zu den Wandbildern.
Tag 3: Am Vormittag besuchen Sie Mamoiada mit dem Maskenmuseum und fahren nach Oliena. Nachmittags erreichen Sie die Quelle Su Gologone, wo Sie kurz wandern und zu Mittag essen.
Tag 4: Fahren Sie über Dorgali nach Cala Gonone, rund 40 Kilometer, und nehmen Sie das Boot zur Grotta del Bue Marino, Cala Luna und Cala Sisine. Rückkehr am späten Nachmittag.
Tag 5: Wandern Sie von Cala Fuili nach Cala Luna, 1,5 Stunden pro Richtung, oder steigen Sie am Passo Silana in die Schlucht Gorropu ab. Starten Sie um 7 Uhr und planen Sie 5 bis 6 Stunden ein.
Tag 6: Sie fahren auf der SS125 nach Baunei, rund 70 Kilometer. Ab Golgo wandern Sie zu Pedra Longa und, mit Reservierung, zur Cala Goloritzé, rund 4 Stunden. Übernachtung in Baunei oder Santa Maria Navarrese.
Tag 7: Besuchen Sie Arbatax mit den Rocce Rosse und fahren Sie nach Ulassai, rund 40 Kilometer, mit der Kunststation von Maria Lai und der Höhle Su Marmuri. Alternativ fahren Sie ein Stück mit dem Trenino Verde von Arbatax.
Tag 8: Sie fahren über Barumini, rund 130 Kilometer, und besichtigen Su Nuraxi und die Giara, bevor Sie in Cagliari ankommen.
Tag 9: Cagliari mit Castello, Markt und Amphitheater, abends Poetto.
Tag 10: Ausflug nach Villasimius, 50 Kilometer, mit Porto Giunco und Capo Carbonara, dann Rückkehr zum Flughafen.
Sardinien 14 Tage Reiseroute mit vollständiger Regionserkundung: Die Inselrunde
Tag 1 bis 2: Ankunft in Olbia, Costa Smeralda und Arzachena mit Nuraghe La Prisgiona und den Stränden Liscia Ruja und Capriccioli.
Tag 3: Palau, Capo d'Orso und La Maddalena mit Caprera, rund 100 Kilometer.
Tag 4: Santa Teresa Gallura, Capo Testa und Rena Bianca, wahlweise Bonifacio.
Tag 5: Fahrt über die Küste nach Castelsardo, rund 75 Kilometer, mit Doria Burg und Elefantenfels, danach weiter nach Alghero, rund 75 Kilometer.
Tag 6: Alghero mit Altstadt am Vormittag, am Nachmittag Capo Caccia und Neptungrotte.
Tag 7: Die Küstenstraße nach Bosa, 45 Kilometer, mit Burg und Gerbereien.
Tag 8: Von Bosa nach Oristano, rund 65 Kilometer, mit Halt in S'Archittu. Am Nachmittag Museum in Cabras und Tharros.
Tag 9: Fahrt zur Costa Verde, rund 95 Kilometer, über Arbus zu den Dünen von Piscinas. Übernachtung in Arbus oder in einer Unterkunft nahe dem Strand.
Tag 10: Fahren Sie nach Buggerru und Masua, besichtigen Sie Porto Flavia, das Belvedere von Nebida und Iglesias. Weiter nach Sant'Antioco, rund 60 Kilometer.
Tag 11: Sant'Antioco mit Tophet und Museum, Fahrt über Teulada und Tuerredda nach Chia, rund 100 Kilometer, dann weiter nach Cagliari, 55 Kilometer.
Tag 12: Cagliari mit allen Höhepunkten und Poetto am Abend.
Tag 13: Fahren Sie nach Villasimius, 50 Kilometer, verbringen Sie den Vormittag an Porto Giunco und fahren Sie am Nachmittag über die SS125 nach Arbatax, rund 130 Kilometer.
Tag 14: Sie fahren nach Cala Gonone, 80 Kilometer, machen eine Bootstour zur Grotta del Bue Marino und Cala Luna und fahren am späten Nachmittag nach Olbia, rund 130 Kilometer. Dieser Tag ist lang: Buchen Sie den Rückflug ab Olbia frühestens für 21 Uhr oder planen Sie einen zusätzlichen Puffertag ein.
Praktische Sardinien Reisetipps: Parken, Verkehr, Preise, Verhalten und lokale Regeln
Verkehrsregeln und Tempolimits
Auf Sardinien gilt Rechtsverkehr. Innerorts sind 50 Kilometer pro Stunde erlaubt, außerorts 90, auf mehrspurigen Schnellstraßen wie der SS131 bis 110. Autobahnen im deutschen Sinn gibt es nicht. Die Fahrzeugbeleuchtung muss außerhalb geschlossener Ortschaften auch am Tag eingeschaltet sein. Die Promillegrenze liegt bei 0,5, für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren bei 0. Eine Warnweste im Fahrzeug ist Pflicht, Kinder unter 150 Zentimetern Größe brauchen einen Kindersitz, und Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung wird bestraft. Kreisverkehre haben Vorfahrt für die Fahrzeuge im Kreis. Geschwindigkeitskontrollen erfolgen durch feste Kameras und mobile Geräte, Bußgelder beginnen bei rund 40 Euro und werden Ihnen vom Vermieter mit Bearbeitungsgebühr nachgesandt.
Straßenzustand und Fahrverhalten
Die Staatsstraßen sind in gutem Zustand, Nebenstraßen können Schlaglöcher, Rollsplitt und Tierkot aufweisen. Schafe, Ziegen und Kühe stehen im Landesinneren häufig auf der Fahrbahn, dann bleibt nur Anhalten und Warten. Nach Regen sind Bergstraßen rutschig. Überholen Sie nicht in Kurven, denn auch erfahrene Fahrer aus dem Ort tun es und verursachen die meisten Unfälle. Hupen ist in engen Gassen erlaubt und gilt als Warnsignal, nicht als Beleidigung. Fahren Sie in Dörfern langsam, denn Straßen sind eng und Fußgänger nutzen sie als Gehweg.
Parken in Städten und an Stränden
Die Farben der Markierungen wurden bereits erklärt: weiß frei, blau kostenpflichtig, gelb reserviert. Parkgebühren betragen in Cagliari und Alghero 1 bis 2 Euro pro Stunde, in Küstenorten im Sommer bis zu 10 Euro pro Tag. Viele Automaten akzeptieren nur Münzen, Apps wie EasyPark helfen. An Stränden wie Chia, Villasimius und San Teodoro sind Parkplätze ab 9 Uhr voll, und wer später kommt, parkt bis zu 1 Kilometer entfernt. Stellen Sie das Auto nie an Straßenrändern mit Halteverbot ab, denn Abschleppen kostet rund 150 Euro und findet auch an Stränden statt.
Öffnungszeiten und Feiertage
Geschäfte öffnen meist von 9 bis 13 Uhr und von 16.30 bis 20 Uhr, an Küstenorten bis 23 Uhr. Supermärkte bleiben durchgehend geöffnet, sonntags aber oft nur vormittags. Museen und Ausgrabungsstätten sind häufig montags geschlossen, Kirchen zwischen 12 und 16 Uhr. Öffentliche Feiertage sind der 1. Januar, 6. Januar, Ostersonntag und Ostermontag, 25. April, 1. Mai, 2. Juni, 15. August, 1. November, 8. Dezember sowie der 25. und 26. Dezember. Zusätzlich feiert Sardinien am 28. April den Regionaltag Sa Die de sa Sardigna zur Erinnerung an einen Aufstand von 1794, mit Veranstaltungen in vielen Städten. Am 15. August, dem Ferragosto, ist das Land im Ausnahmezustand: Straßen sind verstopft, Strände voll, Restaurants ausgebucht.
Verhalten und Etikette
Begrüßen Sie Menschen in Läden und Bars mit Buongiorno, ab dem frühen Nachmittag mit Buonasera. Der Kaffee wird im Stehen getrunken, und Cappuccino nach dem Mittagessen gilt als ungewöhnlich, wird aber niemandem verweigert. Bade und Strandkleidung gehört an den Strand, in Ortschaften und Kirchen gehört ein T Shirt dazu. Fotografieren Sie Menschen nicht ohne zu fragen, besonders in kleinen Dörfern, und halten Sie Abstand bei Hirten und Herden. Lärm in Ferienhäusern ist zwischen 14 und 16 Uhr sowie ab 23 Uhr zu vermeiden. Müll wird getrennt: Papier, Glas, Plastik und Restmüll haben eigene Behälter, und in manchen Gemeinden gibt es einen Abholplan, den Vermieter aushängen.
Waldbrand und Hitze
Im Sommer gilt zwischen Juni und Oktober erhöhte Waldbrandgefahr. Rauchen im Freien, Grillen im Gelände und Zigarettenstummel aus dem Auto sind strafbar. Wenn Sie Rauch sehen, wählen Sie 1515, den Notruf der Forstbehörde, oder 112. An Tagen mit Hitze über 38 Grad sollten Sie zwischen 12 und 16 Uhr keine Wanderungen unternehmen. Trinken Sie mindestens 3 Liter Wasser, tragen Sie Kopfbedeckung und meiden Sie Alkohol vor Bootstouren.
Mobilfunk, Internet und Zahlungsmittel
EU Roaming gilt ohne zusätzliche Gebühren. Die Netzabdeckung ist an der Küste gut, im Supramonte, im Gennargentu und in Schluchten lückenhaft. Ferienunterkünfte haben meist WLAN, in Bergdörfern ist die Geschwindigkeit gering. Kartenzahlung funktioniert überall in Städten, Bargeld benötigen Sie für Parkautomaten, Bergbars, Märkte und Trinkgeld. Geldautomaten in Küstenorten erheben zum Teil Gebühren von 3 bis 5 Euro, vergleichen Sie also mit der Filiale einer Bank.
Gesundheit, Apotheke und Medikamente
Die Apotheke ist Anlaufstelle für kleinere Beschwerden. Die Apotheker beraten fachkundig, Schmerzmittel, Sonnenbrandsalbe und Mittel gegen Durchfall bekommen Sie ohne Rezept. Nehmen Sie eigene Medikamente in ausreichender Menge mit und bewahren Sie diese im Handgepäck auf. Bei Quallenstichen spülen Sie die Stelle mit Meerwasser, nicht mit Süßwasser, und suchen bei starken Beschwerden die Apotheke auf. Zecken sind im Landesinneren selten, aber möglich, und Sandfliegen belästigen an feuchten Sommerabenden, dann hilft Insektenschutz.
Sardinien Insiderwissen und lokale Besonderheiten aus Alltagsperspektive
Schafe, Hirten und Balentia
Auf Sardinien leben rund 3 Millionen Schafe und damit fast doppelt so viele wie Menschen. Die Schafhaltung prägt Landschaft, Küche und Charakter. Hirten verbringen Monate mit den Herden im Freien, und der Begriff Balentia beschreibt den Stolz, Mut und Ehrenkodex der Männer aus den Bergen. In Dörfern der Barbagia gelten Gastfreundschaft und Respekt als oberste Werte, und wer eingeladen wird, sollte nicht ablehnen. Für Reisende bedeutet das: Sie sind willkommen, und Höflichkeit wird mit Offenheit belohnt.
Sprache: Sardisch ist keine Mundart
Sardisch ist eine eigene romanische Sprache mit mehreren Varietäten. Die Aussprache im Norden, Süden und im Zentrum weicht ab. Das Gallurese im Norden ist dem Korsischen verwandt, das Sassarese stark vom Toskanischen beeinflusst, das Algherese dem Katalanischen. Zweisprachige Ortsschilder und Straßennamen sind in vielen Gemeinden Standard. Junge Sarden sprechen meist Italienisch untereinander, doch die Sprache erlebt eine Wiederbelebung durch Schulen, Radio und Literatur.
Musik und Instrumente
Der Canto a tenore ist mehrstimmiger Gesang, bei dem 4 Männer mit den Stimmen Bassu, Contra, Boche und Mesu boche einen dichten Klang erzeugen, und zählt zum UNESCO Kulturerbe. Er stammt aus der Barbagia und wird in Bars und bei Festen aufgeführt. Die Launeddas sind ein Instrument aus 3 Rohrpfeifen, das mit Zirkularatmung gespielt wird, sodass der Ton nie abreißt. Fragen Sie in Tourismusbüros nach Konzerten in Nuoro, Cagliari oder Sassari. Auch das Festival Time in Jazz in Berchidda im August lohnt einen Besuch.
Handwerk mit Geschichte
Die Sarden pflegen viele Handwerke. In Samugheo und Nule entstehen handgewebte Teppiche mit Tiermotiven, in Castelsardo Körbe aus Palmblatt und Binsen, in Pattada Klappmesser mit Horngriff, in Alghero Korallenschmuck, und in Nuoro und Dorgali Filigran und Goldschmuck. Ein echtes Stück ist teuer, ein Teppich kostet je nach Größe 300 bis 1500 Euro, aber die Werkstätten erlauben es Ihnen zuzusehen. Kaufen Sie bei den Herstellern und achten Sie auf Herkunftszeichen.
Fußball und Alltag
Der Cagliari Calcio gewann 1970 mit dem Stürmer Gigi Riva die italienische Meisterschaft und gilt bis heute als das Symbol des sardischen Selbstbewusstseins. Ein Spiel im Stadion in Cagliari zeigt das Temperament der Insel. Im Alltag bestimmen Familie, Kirche und Nachbarschaft den Tagesablauf: Menschen verabreden sich auf dem Dorfplatz, Kinder spielen bis spät auf der Straße, und Männer sitzen mit Karten in der Bar.
Sardinien Feste und Trachten
Trachten aus Nuoro, Desulo und Osilo sind Teil der Festkultur. Die Farben, Stickereien und Muster zeigen die Herkunft der Trägerin und ihren Familienstand. Besucher sehen sie am deutlichsten beim Fest des Redentore in Nuoro Ende August, bei der Cavalcata Sarda in Sassari im Mai und beim Fest des heiligen Efisio in Cagliari. Ein Besuch bei diesen Ereignissen erfordert frühe Buchung von Unterkünften.
Abschlusskapitel: Sardinien Reiseführer als vollständiges Reiseerlebnis
Welche Region passt zu Ihnen
Wer Strände und Luxus sucht, findet sie in der Gallura und an der Costa Smeralda. Wer Kultur und Stadtleben sucht, wählt Cagliari, Alghero und Sassari. Wer Wandern, Höhlen und Schluchten sucht, fährt in den Osten, nach Dorgali, Cala Gonone und Baunei. Wer Archäologie sucht, konzentriert sich auf Barumini, Paulilatino, Torralba, Tharros und Nora. Wer Ruhe und Naturstrände möchte, entscheidet sich für die Costa Verde, den Sulcis und die Halbinsel Sinis. Familien mit kleinen Kindern richten sich an die flachen Strände der Costa Rei, von Villasimius und San Teodoro.
Zeit, Budget und Flughafen
Für Strand und Baden empfehlen sich die 2. Junihälfte und der September, für Wanderungen und Kultur April, Mai und Oktober, für Feste Januar, Mai, Juli, August und der Herbst. Das Budget liegt zwischen 70 Euro pro Tag für Sparreisende und über 350 Euro für Luxus, und der Zeitpunkt der Reise entscheidet stärker über den Preis als der Ort. Wählen Sie den Flughafen nach dem Zielgebiet: Olbia für den Nordosten und die Ostküste, Alghero für den Nordwesten, Cagliari für Süden, Südwesten und Südosten. Ein Mietwagen ist für die meisten Reiseziele unverzichtbar.
So nutzen Sie diesen Sardinien Reiseführer
Als bester Sardinien Reiseführer für Individualreisende versteht sich dieses Buch als Nachschlagewerk: Beginnen Sie mit der Geografie und Reisezeit, wählen Sie eine Region, prüfen Sie die Strände und Wanderwege dort und übernehmen Sie eine der Reiserouten als Gerüst. Reservieren Sie Fähren, Mietwagen, Unterkünfte und Strände mit Zugangsbegrenzung früh, packen Sie leicht mit Sonnenschutz und festem Schuhwerk, planen Sie die Mittagsstunden für Ruhe und Baden und lassen Sie bei jeder Route mindestens 1 freien Tag als Puffer. Wer diese Grundsätze beachtet, erlebt die Insel, wie sie ist: rau und weich, stolz und gastfreundlich, mit Granit, Macchia, Meer und einer Küche, die man nicht vergisst. Diese Sardinien Reiseführer Empfehlung soll Ihnen Entscheidungen erleichtern, ohne die Überraschungen wegzunehmen, die jede Reise auf diese Insel prägen. Buon viaggio.
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