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Sizilien Reiseführer - Von Palermo über den Ätna bis zu den Tempeln von Agrigent
Vorwort: Was dieser Sizilien Reiseführer Ihnen bietet und wie Sie ihn nutzen
Sizilien misst 25711 Quadratkilometer, ist die größte Insel des Mittelmeers und zählt rund 4,8 Millionen Einwohner. Von Palermo im Nordwesten bis Syrakus im Südosten liegen rund 250 Kilometer Luftlinie, von Trapani im Westen bis Messina im Nordosten rund 300, und auf dieser Strecke wechseln griechische Tempel, arabische Kuppeln, normannische Mosaike, spanisches Barock, Vulkanlandschaften und Salinen einander ab. Wer den besten Sizilien Reiseführer sucht, sollte deshalb zuerst wissen, dass die Insel kein Anhängsel Italiens ist, sondern ein eigener Kosmos mit eigener Geschichte, eigener Küche und eigenem Tempo, das Sie nur mit Zeit, einem Mietwagen und einer gewissen Gelassenheit erschließen.
Dieser Reiseführer ordnet die Insel zuerst geschichtlich und geografisch ein und klärt danach Planung, Anreise, Kosten, Unterkünfte, Sicherheit und Klima. Es folgen Städte, Tempel, Vulkane, Küsten und Inseln, Geheimtipps, Kulinarik, Ausflüge, Strände, Wanderwege und Reiserouten für 3, 5, 7, 10 und 14 Tage, jeweils Tag für Tag mit Wegen, Zeiten und Reservierungshinweisen. Als bester Reiseführer Sizilien will dieses Buch nicht möglichst viele Namen aufzählen, sondern Entscheidungen erleichtern: welche Stadt wie viel Zeit verdient, welche Straße Sie nehmen und wo Sie übernachten, damit Sie nicht die Hälfte des Urlaubs im Auto verbringen.
Ein Hinweis vorab, der spätestens bei der ersten Autobahnfahrt Bedeutung gewinnt: Sizilien ist größer, als es auf der Karte aussieht. Palermo und Catania liegen 210 Kilometer auseinander und trennen 2 Stunden 15 Minuten Fahrt, Palermo und Syrakus 270 Kilometer und rund 3 Stunden, und auf Landstraßen im Inneren sinkt der Schnitt auf 40 bis 50 Kilometer pro Stunde. Wer 3 Orte am Tag einplant, schafft 2, und wer 2 einplant, hat Zeit für eine Granita mit Brioche, die hier als Frühstück gilt und kein Zeichen von Untätigkeit ist.
Sizilien Geschichte: Von den Sikulern bis zur autonomen Region
Sikaner, Sikuler und Elymer
Die ältesten bekannten Bewohner waren die Sikaner im Westen, die Elymer bei Segesta und Erice und die Sikuler im Osten, nach denen Sizilien benannt ist. Steinzeitliche Höhlenmalereien finden Sie auf Levanzo in der Grotta del Genovese, Felsengräber der Sikuler in der Nekropole von Pantalica mit rund 5000 Grabkammern, die zwischen dem 13. und 7. Jahrhundert vor Christus in den Fels geschlagen wurden. Diese Kulturen handelten mit Obsidian von den Äolischen Inseln, das im gesamten Mittelmeer als Werkzeugmaterial gefragt war.
Phönizier und Griechen
Ab dem 8. Jahrhundert vor Christus gründeten Phönizier Handelsposten im Westen: Motya auf einer Insel in der Lagune bei Marsala, Panormos, das heutige Palermo, und Solunto. Gleichzeitig kamen griechische Siedler in den Osten: 734 vor Christus gründeten Chalkidier Naxos, 733 Korinther Syrakus, 628 Selinunt, um 580 Agrigent. Syrakus wurde unter Tyrannen wie Dionysios zur mächtigsten Stadt des Mittelmeers, größer als Athen. 480 vor Christus besiegten griechische Truppen die Karthager bei Himera. Der Mathematiker Archimedes lebte von 287 bis 212 in Syrakus, der Dichter Aischylos starb in Gela, und die Insel gehörte zu Magna Graecia. Die Tempel von Agrigent, Selinunt und Segesta zählen zu den am besten erhaltenen griechischen Bauten außerhalb Griechenlands.
Römer und Byzantiner
241 vor Christus besetzte Rom nach dem 1. Punischen Krieg den Westen, 212 fiel Syrakus. Sizilien wurde erste römische Provinz und Kornkammer der Republik. Der Statthalter Verres plünderte die Insel und wurde von Cicero angeklagt. In der Kaiserzeit entstanden Landgüter wie die Villa Romana del Casale mit ihren Mosaiken. Nach dem Ende Westroms herrschten Vandalen und Ostgoten, ab 535 die Byzantiner unter Belisar, deren Kaiser Konstans II. 663 kurz Syrakus zur Hauptstadt des Reiches machte.
Araber und Normannen
Ab 827 eroberten Araber die Insel, Palermo fiel 831 und wurde Hauptstadt eines Emirats mit mehr als 100000 Einwohnern. Sie führten Bewässerungssysteme, Zitrusfrüchte, Zuckerrohr, Baumwolle, Reis, Auberginen und Pistazien ein und prägten Küche, Ortsnamen und Bauformen. 1061 begann der Normanne Roger I. die Eroberung, 1091 war die Insel in normannischer Hand. Sein Sohn Roger II. wurde am 25. Dezember 1130 in Palermo zum König gekrönt und regierte ein Reich, in dem Griechen, Araber, Juden und Lateiner nebeneinander lebten. Dieses Zusammenleben schuf den arabisch normannischen Stil mit Goldmosaiken, Kuppeln und Bögen, der die Cappella Palatina, den Dom von Monreale und die Kathedrale von Cefalù prägt.
Staufer, Anjou und Aragonesen
1194 fiel Sizilien an das Haus Hohenstaufen. Kaiser Friedrich II., der von 1198 bis 1250 regierte, machte Palermo zum Zentrum von Wissenschaft und Dichtung, seine Hofdichter begründeten die Sizilianische Dichterschule, in der das Sonett entstand. Nach seinem Tod übernahm Karl von Anjou die Herrschaft. Am 30. März 1282 erhob sich Palermo in der Sizilianischen Vesper gegen die Franzosen, Aragonesen übernahmen die Insel und herrschten mit Spanien bis 1713.
Spanier, Erdbeben und Bourbonen
Unter spanischer Herrschaft wurden Festungen und Kirchen gebaut, der Adel besaß riesige Ländereien, die Latifundien, und Bauern arbeiteten als Tagelöhner. Am 11. Januar 1693 zerstörte ein Erdbeben den Südosten mit rund 60000 Toten, der Wiederaufbau schuf das Barock des Val di Noto in Noto, Modica, Ragusa und Catania. Nach kurzer savoyischer und habsburgischer Zeit regierten ab 1735 die Bourbonen. 1816 entstand das Königreich beider Sizilien mit der Hauptstadt Neapel.
Garibaldi, Einigung und Auswanderung
Am 11. Mai 1860 landete Giuseppe Garibaldi mit rund 1000 Freiwilligen in Marsala und eroberte die Insel in wenigen Monaten. 1861 wurde Sizilien Teil des Königreichs Italien. Armut, Steuern und Latifundien trieben ab 1880 Millionen Sizilianer zur Auswanderung nach Nordamerika, Argentinien und Deutschland. Am 28. Dezember 1908 zerstörte ein Erdbeben Messina mit über 80000 Toten. Am 10. Juli 1943 landeten die Alliierten an der Südküste, die Insel war die erste Etappe der Befreiung Italiens.
Autonome Region und moderne Entwicklung
Seit 1946 besitzt Sizilien als Region mit Sonderstatut weitgehende Selbstverwaltung. Bergbau, Landwirtschaft, Erdölchemie und Fischerei prägten die Wirtschaft, seit den 1980er Jahren wächst der Tourismus. Die Mafia, die Cosa Nostra, prägte im 20. Jahrhundert Politik und Wirtschaft, die Morde an den Richtern Falcone und Borsellino 1992 lösten breite Gegenbewegungen aus. Für Reisende ist die Insel sicher, das Thema begegnet Ihnen vor allem in Museen und Gedenkstätten.
Sizilien Geografie: Lage, Landschaft und Provinzen im Überblick
Lage und Ausdehnung
Sizilien liegt im Zentrum des Mittelmeers, von der Südspitze Italiens durch die Straße von Messina getrennt, die an der engsten Stelle nur rund 3 Kilometer misst. Nach Afrika sind es rund 150 Kilometer, Tunesien liegt näher als Rom. Die Küstenlinie erreicht rund 1500 Kilometer, das Dreieck der Insel verläuft von Nordost nach Südwest. Die Fläche misst 25711 Quadratkilometer, Hauptstadt ist Palermo.
Vulkane, Gebirge und Hochland
Der Ätna im Osten ist mit rund 3300 Metern der höchste aktive Vulkan Europas, seine Höhe verändert sich mit den Ausbrüchen. Die Nebrodi und die Madonie im Norden erreichen mit dem Pizzo Carbonara 1979 Meter, die Peloritani im Nordosten fallen steil zum Meer. Im Inneren liegt ein Hügelland aus Getreidefeldern, das im Frühjahr grün und im Sommer gelb leuchtet, im Südosten das Kalkplateau der Iblei mit tiefen Schluchten. Die Ebene von Catania ist die fruchtbarste der Insel.
Flüsse, Küsten und Inseln
Der Simeto ist mit 113 Kilometern der längste Fluss. Die Küsten reichen von Steilklippen an der Nordküste über Sandstrände im Süden bis zu Salinen im Westen. Zu Sizilien gehören 7 Äolische Inseln vor der Nordostküste, die 3 Ägadischen Inseln Favignana, Levanzo und Marettimo vor Trapani, die Vulkaninsel Pantelleria, Ustica im Norden, sowie Lampedusa, Linosa und Lampione im Süden. Die Äolischen Inseln und der Ätna gehören zum UNESCO Welterbe.
9 Provinzen im Überblick
Die Insel gliedert sich in Palermo, Catania, Messina, Syrakus, Ragusa, Trapani, Agrigent, Caltanissetta und Enna. Palermo hat rund 1,2 Millionen Einwohner mit Umland, Catania rund 1,1 Millionen, Messina rund 600000. Enna im Zentrum ist die einzige Provinz ohne Küste. Jede Provinz prägt eigene Küche und Dialekte, von den Fischgerichten der Küsten bis zu den Fleisch und Käsegerichten des Inneren.
Sprache und Verwaltung
Amtssprache ist Italienisch, im Alltag sprechen viele Sizilianer Sizilianisch, das mit Italienisch verwandt ist, aber arabische, griechische, normannische und spanische Wörter enthält. In Hotels und Restaurants der Touristenorte verstehen Sie Englisch, Deutsch wird seltener gesprochen. Ein paar Wörter öffnen Türen: Bongiorno, Grazie, Bedda für schön.
Sizilien Reisevorbereitung und Reiseplanung im Überblick
Wie viel Sizilien passt in eine Reise
Die Sizilien Reiseplanung beginnt mit den Entfernungen. Palermo nach Cefalù sind 70 Kilometer, Cefalù nach Catania 170, Catania nach Taormina 50, Catania nach Syrakus 65, Syrakus nach Noto 35, Noto nach Agrigent 200, Agrigent nach Palermo 130. Wer die Highlights sehen will, plant mindestens 7 Tage, für Ost und West 10 bis 14 Tage, für die Inseln weitere 3 bis 5. Wählen Sie höchstens 3 Standorte und bleiben Sie mindestens 3 Übernachtungen an einem Ort.
Sizilien Mietwagen und Verkehrsmittel
Für Sizilien ist ein Mietwagen unverzichtbar, wenn Sie Tempel, Strände, Weingüter und Dörfer erreichen möchten. Die Bahnen sind langsam, Busse fahren zwischen Städten, aber selten zu Sehenswürdigkeiten. Nur für Palermo, Catania, Syrakus, Taormina und die Inseln reichen Bus, Zug und Boot. Buchen Sie Mietwagen 4 bis 8 Wochen vorher, im Sommer früher, und wählen Sie einen Kleinwagen, denn Altstädte sind eng.
Dokumente, Versicherung und Zahlungsmittel
Für Deutsche, Österreicher und Schweizer genügt ein Personalausweis oder Reisepass. Die Europäische Krankenversicherungskarte deckt Notfälle in staatlichen Einrichtungen, eine Auslandsreisekrankenversicherung ergänzt den Rücktransport. Für Mietwagen benötigen Sie Führerschein und Kreditkarte. Kartenzahlung ist in Städten üblich, in Dörfern, an Ständen und bei kleinen Trattorien benötigen Sie Bargeld.
Tickets und Reservierungen
Reservieren Sie den Aufstieg auf den Ätna mit Seilbahn, Bus und Führer im Sommer 1 bis 2 Tage vorher, den Aufstieg auf den Stromboli mit Führer mehrere Tage vorher, den Zugang zur Riserva dello Zingaro nicht, aber die Fähre nach Lampedusa und Pantelleria früh. Für die Cappella Palatina in Palermo, die Villa Romana del Casale und das Griechische Theater in Syrakus genügt der Kauf am Eingang, in der Hochsaison lohnt ein Online Ticket. Kirchen und Museen sind häufig montags geschlossen.
Karten, Kombitickets und Apps
Kombitickets gibt es für Palermos Normannenstätten, für den Archäologischen Park von Syrakus mit dem Museo Paolo Orsi und für das Tal der Tempel mit Nationalmuseum. Für Autofahrer helfen Offline Karten, EasyPark und Wetter Apps, für Fähren die Seiten der Reedereien Liberty Lines und Siremar.
Feste Termine und Schließtage
Am 1. Sonntag im Monat sind staatliche Museen gratis, mit Andrang. Ferragosto am 15. August ist Höhepunkt der Saison, Preise steigen und Strände sind voll. In der Karwoche finden Prozessionen statt, in Trapani die Prozession der Misteri am Karfreitag. Zwischen 13 und 16 Uhr schließen viele Läden, Kirchen und Museen.
Sizilien Anreise mit Flugzeug, Fähre und Auto
Sizilien Anreise per Flugzeug
Sizilien hat 4 Flughäfen. Palermo Falcone Borsellino liegt 35 Kilometer westlich der Stadt und bedient den Westen, Catania Fontanarossa 5 Kilometer südlich des Zentrums ist der größte und wichtigste für den Osten und den Ätna. Trapani Birgi im Westen wird von Billigfluggesellschaften wie Ryanair angeflogen, Comiso bei Ragusa im Südosten hat wenige Verbindungen. Direktflüge ab Deutschland, Österreich und der Schweiz dauern 2,5 bis 3 Stunden, Lufthansa, Eurowings, Ryanair, Easyjet, Wizz Air und Condor fliegen im Sommer viele Ziele an. Wer eine Rundreise plant, fliegt in Palermo hinein und aus Catania zurück, ein Open Jaw Flug, der einen Rückweg von 3 Stunden spart, aber Mietwagen mit Einwegmiete kostet Aufpreise von 50 bis 150 Euro.
Sizilien Anreise per Fähre und Zug
Fähren verbinden Neapel mit Palermo in rund 10 bis 11 Stunden, Civitavecchia mit Palermo in rund 13 Stunden, Genua und Livorno mit Palermo in 20 bis 23 Stunden und Salerno mit Palermo und Catania. Zwischen Villa San Giovanni auf dem Festland und Messina pendeln Fähren in 20 bis 30 Minuten, auch Züge werden auf Schiffe verladen. Pozzallo verbindet Sizilien mit Malta in rund 1 Stunde 45 Minuten. Mit dem Zug erreichen Sie Sizilien ab Rom in rund 10 bis 12 Stunden mit Umstieg in Villa San Giovanni.
Sizilien Anreise mit dem Auto
Von München erreichen Sie Sizilien über die Brennerautobahn und die A1 und A2 bis Reggio Calabria auf rund 1600 Kilometern, dann per Fähre über die Meerenge. Die Fahrt dauert 18 bis 22 Stunden mit Pausen. Für die Insel gelten die Autobahnen A18 zwischen Messina und Catania, A20 zwischen Messina und Palermo, A19 zwischen Palermo und Catania, A29 zwischen Palermo und Trapani, A18 südlich von Catania bis Syrakus. Die A19 ist gebührenfrei, andere Abschnitte sind mautpflichtig. Wegen der Fähren und der Strecke fliegen die meisten Reisenden und mieten vor Ort.
Anreise per Bus und Schiff zu den Inseln
Fernbusse von Flixbus fahren ab Rom und Neapel nach Palermo und Catania in 12 bis 16 Stunden. Zu den Äolischen Inseln fahren Tragflügelboote ab Milazzo und Messina in 1 bis 2 Stunden, zu den Ägadischen Inseln ab Trapani in 30 bis 40 Minuten, nach Ustica ab Palermo, nach Lampedusa und Pantelleria fliegen Sie oder nehmen die Fähre ab Porto Empedocle und Trapani.
Vom Flughafen und Bahnhof ins Zentrum: Erste Orientierung nach der Ankunft
Ankunft in Palermo
Der Flughafen Palermo liegt an der Küste bei Punta Raisi. Der Bus von Prestia e Comandè fährt in rund 50 Minuten zum Bahnhof Palermo Centrale und kostet rund 6,50 Euro, der Zug Trinacria Express braucht rund 50 Minuten für 6 bis 7 Euro. Taxis bieten Festpreise von rund 45 Euro für Fahrten in die Altstadt. Mietwagen finden Sie am Terminal, für die Altstadt sollten Sie das Auto erst am Verlassen der Stadt übernehmen, denn das Zentrum ist voller Einbahnstraßen und Zonen mit Fahrverbot.
Ankunft in Catania
Der Flughafen Catania liegt 5 Kilometer südlich des Zentrums. Der Bus Alibus fährt in rund 20 Minuten zum Hauptbahnhof und zur Via Etnea, ein Ticket kostet 4 Euro. Taxis bieten Festpreise von rund 25 Euro. Von Catania Centrale fahren Züge nach Taormina in rund 45 Minuten, nach Syrakus in rund 1 Stunde 15 Minuten und nach Messina in 1,5 Stunden. Die Busstation liegt neben dem Bahnhof.
Ankunft in Trapani, Comiso und Fährhäfen
Vom Flughafen Trapani Birgi fährt ein Bus in 25 Minuten nach Trapani. Vom Flughafen Comiso fahren Busse nach Ragusa und Syrakus. In den Fährhäfen Palermo und Catania liegen Bahnhof und Busse in Gehnähe, in Milazzo fahren Tragflügelboote zu den Inseln.
Erste Schritte vor Ort
Kaufen Sie SIM Karten in Geschäften mit Ausweis oder nutzen Sie EU Roaming. Laden Sie Offline Karten herunter, denn in den Bergen bricht der Empfang ab. Tanken Sie am Beginn längerer Fahrten voll, denn Tankstellen im Inneren schließen mittags und sonntags. Leitungswasser ist trinkbar, aber oft gechlort, viele Sizilianer trinken Flaschenwasser.
Sizilien Budgetplanung, Spartipps und Kostenstruktur für jeden Reisestil
Sizilien Kosten im Überblick
Sizilien ist günstiger als Norditalien, mit Ausnahme von Taormina und den Inseln im Hochsommer. Ein Espresso am Tresen kostet 1,20 bis 1,50 Euro, eine Granita mit Brioche 3 bis 5 Euro, ein Arancino 2 bis 3,50 Euro, eine Pizza 6 bis 10 Euro, ein Teller Pasta 9 bis 14 Euro, ein Abendessen mit 3 Gängen und Wein 25 bis 45 Euro. Fisch wird nach Gewicht abgerechnet. Eintritte kosten 8 bis 20 Euro pro Stätte, Parken 1 bis 2 Euro pro Stunde.
Sizilien budget Reise: Beispielrechnungen pro Tag
Für die Sizilien budget Reise mit einfacher Unterkunft, Selbstversorgung mit Märkten und Streetfood, Bussen und einem Eintritt rechnen Sie mit 60 bis 90 Euro pro Person und Tag. In der Mittelklasse mit Hotel, Mietwagen, 2 Restaurantbesuchen und Eintritten sind es 120 bis 200 Euro. Wer Luxus sucht, bewegt sich ab 350 Euro, Hotels in Taormina und Masserien mit Pool berechnen im Sommer 300 bis 800 Euro pro Zimmer.
Sizilien günstig Reisen: Der Preis hängt am Kalender
Die Preise für Flug, Unterkunft und Mietwagen schwanken um bis zu 200 Prozent. Hochsaison sind Ostern, Juli und August. Sizilien günstiger Urlaub gelingt im April, Mai, Juni und im September und Oktober, wenn das Meer warm ist, die Temperaturen angenehm sind und Hotels 30 bis 50 Prozent weniger kosten. Im Winter sind Preise am niedrigsten, aber viele Küstenorte und Inseln schließen.
Sizilien Spartipps in der Praxis
Frühstücken Sie an der Bar mit Granita, Brioche oder Cornetto für 3 bis 5 Euro, essen Sie mittags Streetfood wie Arancini, Panelle und Sfincione für 2 bis 4 Euro pro Portion. Nutzen Sie das Mittagsmenü der Trattorien für 10 bis 15 Euro. Kaufen Sie Obst, Käse, Oliven und Brot auf Märkten. Ein Mietwagen kostet im Frühjahr 30 bis 50 Euro pro Tag, im Sommer 50 bis 100 Euro, Vollkasko ohne Selbstbeteiligung ist ratsam. Die Ortstaxe in Hotels beträgt je nach Ort 1 bis 5 Euro pro Person und Übernachtung.
Sizilien Reiseplanung für Familien mit Kindern
Sizilien Ausflugsideen mit Kindern
Sizilien ist familienfreundlich. Kinder lieben Granita mit Brioche, Strände mit flachem Sand wie Mondello, San Vito lo Capo, Fontane Bianche und Marina di Ragusa, das Puppentheater Opera dei Pupi in Palermo und Syrakus, das UNESCO Kulturerbe ist, und das Marionettenmuseum in Palermo. Der Vulkan Ätna mit Seilbahn und Kraterwanderung begeistert Kinder ab 8 Jahren, die Tropfsteinhöhle Grotta di Carburangeli bei Palermo, die Boote zu den Grotten von Ortigia und die Tempel von Agrigent mit Weite und Katzen. In Etnaland bei Catania gibt es einen Freizeitpark mit Wasserpark, im Zingaro Reservat leichte Wege und Buchten zum Baden.
Praktische Sizilien Hinweise für Familien
Agriturismi und Masserien mit Pool und Tieren sind ideal. Restaurants stellen Kinderstühle und halbe Portionen bereit. Planen Sie Autofahrten von höchstens 1,5 Stunden, denn kurvige Straßen machen Kindern zu schaffen. Nehmen Sie Sonnenschutz, Kappe und Wasser mit, im Juli und August erreichen die Temperaturen 38 Grad und mehr. In Zügen fahren Kinder unter 4 Jahren gratis, bis 14 Jahre mit Ermäßigung. Kinderwagen sind auf Kopfsteinpflaster und in Treppengassen mühsam, eine Trage ist praktischer.
Sizilien Packliste: Was wirklich in den Koffer gehört
Kleidung und Schuhe
Für Kirchen und Dome gilt: Schultern und Knie bedeckt. Für April bis Oktober reichen leichte Baumwollkleidung, eine Jacke für Abende und Regenschutz, für November bis März Pullover, Regenjacke und Mütze. Für den Ätna brauchen Sie feste Wanderschuhe, Fleecejacke, Mütze und Handschuhe, denn in 2500 Metern Höhe ist es auch im Sommer kühl. Für Strände packen Sie Badeschuhe ein, denn viele Küsten bestehen aus Kies oder Fels.
Ausrüstung und Technik
Nehmen Sie Sonnenhut, Sonnenbrille, Sonnencreme mit Schutzfaktor 30 bis 50, eine wiederbefüllbare Wasserflasche, eine Umhängetasche mit Reißverschluss und Powerbank mit. Italien nutzt Steckdosen Typ L und C, europäische Stecker passen meist. Schnorchelausrüstung, Taschenlampe für Höhlen, Mückenschutz und ein kleiner Rucksack für Tagesausflüge gehören dazu.
Sizilien Unterkunft: Von einfach bis exklusiv mit Lageeinordnung
Sizilien günstige Hotels und einfache Unterkünfte auf Sizilien
Wer Sizilien günstige Hotels sucht, findet die besten Preise in Vororten, Kleinstädten und außerhalb der Saison. Ein einfaches Doppelzimmer der Kategorie 2 bis 3 Sterne kostet in Palermo und Catania 60 bis 110 Euro, in Syrakus 70 bis 120 Euro, in Taormina 100 bis 180 Euro, in Dörfern 50 bis 90 Euro. Hostels bieten Betten ab 20 bis 40 Euro. Bed and Breakfast Zimmer sind familiär und oft in Palazzi der Altstädte, prüfen Sie Lift und Klimaanlage.
Agriturismo, Masseria und Baglio
Der Agriturismo ist ein Bauernhof mit Zimmern und Küche, die Masseria ein Landgut des Südostens, der Baglio ein befestigtes Landgut des Westens, oft mit Weingut. Ein Doppelzimmer mit Frühstück kostet 70 bis 160 Euro, ein Abendessen mit Produkten vom Hof 25 bis 40 Euro. Ferienwohnungen und Häuser mit Pool lohnen sich ab 1 Woche und für Familien, die Preise liegen im Juli bei 800 bis 2500 Euro pro Woche.
Sizilien beste Unterkunft für Mittelklassereisende
Die Sizilien beste Unterkunft für Reisende mit mittlerem Budget sind Hotels der Kategorie 3 bis 4 Sterne oder Boutique B and B in Altstädten, mit Frühstück, Klimaanlage und Parkplatz. Sie kosten 110 bis 220 Euro pro Doppelzimmer. Achten Sie auf Parkplätze, denn Altstädte sind ZTL, und auf Klimaanlage im Sommer.
Exklusive Häuser: Grandhotels, Resorts und Palazzi
Grandhotels in Taormina, Villen in Palermo, Resorts an der Küste und Palazzi in Ortigia und Noto verlangen ab 250 Euro. Luxusresorts auf den Äolischen Inseln und in Pantelleria berechnen im Sommer 400 bis 1200 Euro. Dammusi auf Pantelleria, Häuser aus Lavastein mit Kuppeldach, bieten stilvolle Ferienwohnungen.
Wo wohnen: Lage nach Reisetyp
Für Kultur wohnen Sie in Palermo, Syrakus auf Ortigia oder Noto. Für Ätna und Küste eignen sich Catania, Taormina und Acireale. Für Strand bieten sich San Vito lo Capo, Cefalù, Mondello und der Südosten an, für Ruhe Ragusa Ibla, Modica und die Masserien. Ein Standort in Catania erreicht den Ätna in 1 Stunde und Syrakus in 1 Stunde, ein Standort in Palermo Cefalù in 1 Stunde und Segesta in 1 Stunde.
Sizilien Sicherheit und praktische Hinweise für einen reibungslosen Aufenthalt
Notruf, Gesundheit und Apotheke
Der Notruf 112 gilt in Italien, daneben 113 für die Polizei, 115 für die Feuerwehr, 118 für den Rettungsdienst. Apotheken sind mit einem grünen Kreuz markiert, Notdienste sind abends und sonntags geöffnet. In Dörfern sind Krankenhäuser weit, in Städten gibt es Notaufnahmen.
Taschendiebstahl und Autos
Sizilien ist für Touristen sicher, aber in Palermo und Catania kommen Taschendiebstähle vor, besonders auf Märkten wie Ballarò und Vucciria, in der Pescheria und an Bahnhöfen. Tragen Sie Wertsachen am Körper. Lassen Sie im Auto nichts sichtbar liegen, besonders an Stränden und Wanderparkplätzen. Parkwächter, die ungefragt Geld verlangen, sind verbreitet, 1 bis 2 Euro sind üblich.
Straßen, Verkehr und ZTL
Der Verkehr in Palermo und Catania ist dicht und chaotisch, Roller fahren zwischen Autos, Hupen gehört zur Kommunikation. Auf Landstraßen gelten 90 Stundenkilometer, in Dörfern 50, die Straßen haben Schlaglöcher und selten Randstreifen. Fahren Sie nie in eine ZTL ein, wenn das Schild rot leuchtet, denn Strafen von 80 bis 120 Euro folgen per Post, in Palermo, Catania, Syrakus auf Ortigia, Taormina und Noto überwachen Kameras die Zonen. Nutzen Sie Parkplätze am Rand.
Vulkan, Hitze und Naturgefahren
Der Ätna ist aktiv, Ausbrüche sind meist ungefährlich für Besucher, doch die Behörden sperren Zonen ab. Den Gipfelbereich über 2920 Metern dürfen Sie nur mit Führer betreten, auf dem Stromboli bis 400 Meter nur mit Führer. Im Sommer erreicht der Scirocco Temperaturen über 40 Grad, meiden Sie zwischen 12 und 16 Uhr Wanderungen und Besichtigungen im Freien. Waldbrände treten im Juli und August auf, Feuer im Freien sind verboten. Die Insel liegt in einer Erdbebenzone, Beben sind meist schwach.
Geld, Trinkgeld und Verhalten
Ein Coperto von 1 bis 3 Euro pro Person wird in vielen Restaurants berechnet, Trinkgeld ist nicht üblich, 1 bis 2 Euro für guten Service sind willkommen. Kirchen verlangen bedeckte Schultern und Knie, Baden in Brunnen ist verboten. In Restaurants am Meer fragen Sie nach dem Preis für Fisch pro Kilogramm.
Sizilien Klima und die für Sizilien beste Reisezeit
Sizilien Klima im Jahresverlauf
Das Sizilien Klima ist mediterran mit heißen trockenen Sommern und milden feuchten Wintern. In Palermo liegen die Tageshöchstwerte im Januar bei 15 Grad, im April bei 20, im Juli bei 31 und im Oktober bei 24 Grad. In Catania sind es im Januar 15, im Juli 32 Grad. Der Jahresniederschlag beträgt 500 bis 700 Millimeter, am regenreichsten sind Oktober bis Februar. Im Sommer regnet es kaum. Das Meer erreicht im August 26 bis 27 Grad, im Oktober noch 23. Auf dem Ätna und in den Madonie liegt im Winter Schnee, mit Skibetrieb am Ätna und in Piano Battaglia.
Winde: Scirocco und Maestrale
Der Scirocco aus der Sahara bringt Hitze und Staub, oft mit 40 Grad und mehr im Sommer. Der Maestrale weht aus Nordwest und bringt klare Luft, aber an Nordküsten Wellen. Der Levante kommt aus Osten. Reisende wechseln bei starkem Wind die Küstenseite.
Die für Sizilien beste Reisezeit
Die für Sizilien beste Reisezeit sind April, Mai, Juni, September und Oktober mit 20 bis 30 Grad. Im Februar und März blühen die Mandelbäume im Tal der Tempel, im April und Mai Wildblumen und Ginster, im Juni beginnt die Badesaison. Im September und Oktober ist das Meer noch warm, die Preise sinken. Im Juli und August ist es heiß und voll, planen Sie Besichtigungen für Morgen und Abend. Der Winter ist mild, Museen sind leer, aber viele Küstenorte schließen. Zu Ostern und am 15. Juli, dem Fest der Heiligen Rosalia, füllen sich Palermos Straßen.
Sizilien Sehenswürdigkeiten im Überblick und im Detail
Sizilien Sehenswürdigkeiten: Die Übersicht nach Räumen
Die wichtigsten Sizilien Sehenswürdigkeiten verteilen sich auf 8 Räume: Palermo mit Monreale und Cefalù im Norden, der Westen mit Segesta, Erice, Trapani, Marsala und Selinunt, Agrigent im Süden, das Landesinnere mit Piazza Armerina und Enna, Catania und der Ätna, Taormina im Nordosten, Syrakus und das Val di Noto im Südosten sowie die Inseln. Die Insel besitzt 7 UNESCO Stätten: den arabisch normannischen Weg in Palermo, Cefalù und Monreale, das Tal der Tempel von Agrigent, die Villa Romana del Casale, Syrakus und Pantalica, die Barockstädte des Val di Noto, die Äolischen Inseln und den Ätna. Die besten Sizilien Reiseziele sind jene, die Sie mit Zeit besuchen, nicht die, die Sie im Vorbeifahren abhaken.
Palermo: Normannenpalast und Cappella Palatina
Der Palazzo dei Normanni ist die älteste Königsresidenz Europas, seit dem 9. Jahrhundert Sitz der Emire und Könige und heute Sitz des Regionalparlaments. Im Obergeschoss liegt die Cappella Palatina, die Roger II. zwischen 1132 und 1143 bauen ließ, ein kleiner Raum mit Goldmosaiken, einer Holzdecke im arabischen Stil aus Stalaktiten und einem Marmorboden. Die Mosaike zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, Christus Pantokrator thront in der Apsis. Planen Sie 1 Stunde und besuchen Sie die Kapelle am frühen Morgen. Der Eintritt für Palast und Kapelle liegt bei rund 12 Euro, die Kapelle ist bei Gottesdiensten und an Feiertagen zeitweise geschlossen.
Palermo: Kathedrale, San Giovanni degli Eremiti und La Martorana
Die Kathedrale von Palermo wurde ab 1185 an der Stelle einer Moschee gebaut und über Jahrhunderte umgestaltet, sie vereint normannische Türme, gotische Portale und klassizistische Kuppeln, innen liegen die Grabmäler von Roger II. und Friedrich II. Die Kirche San Giovanni degli Eremiti mit ihren roten Kuppeln und einem Kreuzgang mit Zitronenbäumen zeigt arabischen Einfluss. La Martorana, die Kirche Santa Maria dell'Ammiraglio, besitzt byzantinische Mosaike aus dem 12. Jahrhundert, San Cataldo daneben 3 rote Kuppeln. Alle gehören zum Welterbe der arabisch normannischen Bauten von 2015.
Palermo: Quattro Canti, Piazza Pretoria und Teatro Massimo
Die Quattro Canti sind eine barocke Kreuzung von 1620 mit 4 Fassaden, die die Altstadt in 4 Viertel teilen. Die nahe Piazza Pretoria besitzt einen Brunnen mit nackten Statuen, den die Palermitaner Brunnen der Schande nennen. Das Teatro Massimo, 1897 eröffnet, ist mit 1350 Plätzen das größte Opernhaus Italiens und war Schauplatz einer Szene im Film Der Pate III, Führungen dauern 30 Minuten. Das Teatro Politeama mit einer Quadriga auf dem Dach steht an der Piazza Ruggero Settimo.
Palermo: Märkte und Straßenleben
Die Märkte von Palermo sind arabisch geprägt. Der Ballarò im Viertel Albergheria bietet Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und Streetfood in Gassen, der Capo im Norden ähnliche Stände mit weniger Touristen, die Vucciria ist abends ein Treffpunkt für Aperitivo. Öffnen Sie Ihre Sinne für Rufe der Händler, Gerüche von Frittiertem und Zitronen. Passen Sie auf Taschen auf.
Palermo: Kapuzinerkatakomben und Oratorien
Die Kapuzinerkatakomben unter der Kirche Santa Maria della Pace bewahren rund 8000 Mumien in Kleidern, sortiert nach Berufen, Geschlecht und Stand, das jüngste Exponat ist das Mädchen Rosalia Lombardo, das 1920 starb und dessen Körper erhalten ist. Fotografieren ist verboten, der Besuch ist nichts für Kinder unter 10 Jahren. Die Oratorien San Domenico und Santa Cita zeigen Stuckarbeiten von Giacomo Serpotta, die das 18. Jahrhundert auf Wänden lebendig machen.
Palermo: Museen und Paläste
Die Galleria Regionale im Palazzo Abatellis besitzt das Fresko Der Triumph des Todes aus dem 15. Jahrhundert, in dem der Tod auf einem Pferd über Menschen reitet. Der Palazzo Chiaramonte Steri war Sitz der Inquisition, mit Zellenwänden voller Zeichnungen von Gefangenen. Das Archäologische Museum zeigt Metopen aus Selinunt. Der Botanische Garten von 1789 bietet Palmen und Bambus, die Villa Giulia einen Park.
Monreale: Dom und Kreuzgang
Der Dom von Monreale, 1174 von Wilhelm II. gegründet, ist mit rund 6340 Quadratmetern Goldmosaiken einer der größten Kirchenräume mit Mosaiken der Welt. Die Bilder erzählen die Geschichte der Schöpfung, von Adam und Eva über Noah bis zu Christus. Der Kreuzgang der Benediktiner mit 228 Säulen, jede mit eigenem Kapitell, ist ein Meisterwerk der Bildhauerei. Von der Terrasse haben Sie einen Blick über die Conca d'Oro und Palermo. Der Bus 389 fährt vom Bahnhof in 30 Minuten, der Eintritt in den Dom ist frei, der Kreuzgang und die Terrasse kosten 5 bis 8 Euro.
Cefalù: Dom, Rocca und Altstadt
Der Dom von Cefalù wurde ab 1131 von Roger II. errichtet und besitzt in der Apsis einen Christus Pantokrator von 7 Metern Höhe, das älteste Mosaik dieser Art in Sizilien. Hinter der Stadt erhebt sich die Rocca, ein Felsen von 268 Metern mit Resten eines Tempels der Diana, den Sie über 350 Stufen in 30 Minuten besteigen. In der Altstadt liegen der mittelalterliche Waschplatz Lavatoio, die Via Vittorio Emanuele und ein Stadtstrand. Cefalù war Drehort von Cinema Paradiso.
Segesta: Tempel und Theater
Segesta, eine Stadt der Elymer, besitzt einen dorischen Tempel aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, der nie vollendet wurde und ohne Dach und Innenraum dennoch fast vollständig erhalten ist, mit 36 Säulen von 9 Metern Höhe. Auf dem Berg darüber liegt ein Theater für rund 3000 Zuschauer mit Blick auf Golf und Berge. Ein Bus fährt vom Parkplatz zum Theater, der Weg dauert 15 Minuten. Besuchen Sie die Stätte morgens, im Sommer ist sie heiß und ohne Bäume.
Selinunt: Größter Archäologischer Park Europas
Selinunt besitzt mit rund 270 Hektar den größten Archäologischen Park Europas. Die Stadt wurde 628 vor Christus gegründet und 409 von Karthagern zerstört. Erhalten sind der Tempel E, rekonstruiert mit Säulen, die Tempel G und F, die Akropolis mit Tempelfundamenten und ein Heiligtum der Demeter Malophoros. Die Anlage liegt am Meer, ein Elektromobil fährt zwischen den Gruppen, Sie brauchen 3 Stunden. Der Sonnenuntergang im Osten mit Blick auf den Tempel E ist berühmt.
Erice, Trapani und Marsala
Erice liegt auf 750 Metern über Trapani, ein mittelalterliches Bergdorf mit Kopfsteingassen, dem Castello di Venere auf den Resten eines Venustempels und dem Mandelgebäck Genovesi. Eine Seilbahn fährt von Trapani in 10 Minuten hinauf. Trapani besitzt eine Altstadt auf einer Landzunge, die Torre di Ligny, Salinen und die Prozession der Misteri am Karfreitag, bei der 20 Statuen durch die Stadt getragen werden. Marsala ist Ort der Landung Garibaldis und Heimat des gleichnamigen Weins, dessen Keller Sie besuchen. In der Lagune Stagnone liegt die Insel Motya mit phönizischen Ruinen und dem Museum mit dem Jüngling von Motya.
Mazara del Vallo und die Kasbah
Mazara del Vallo besitzt eine Kasbah mit arabischen Gassen, tunesische Restaurants und einen Hafen mit Fischerbooten. Im Museo del Satiro zeigt der Tanzende Satyr, eine Bronzestatue aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, die 1998 von Fischern aus dem Meer gezogen wurde. Der Besuch dauert 1 Stunde.
Agrigent: Tal der Tempel
Das Tal der Tempel von Agrigent, seit 1997 Welterbe, liegt auf einem Kamm über dem Meer und zeigt 7 dorische Tempel aus dem 5. Jahrhundert vor Christus. Der Concordia Tempel gehört zu den am besten erhaltenen Tempeln der griechischen Welt, mit 34 Säulen, seine Erhaltung verdankt er der Umwandlung in eine Kirche im 6. Jahrhundert. Der Tempel der Hera Lacinia steht am östlichen Ende, der Zeustempel liegt in Trümmern, mit einem 8 Meter hohen Telamon am Boden. Der Garten Kolymbethra mit Zitronenbäumen liegt in einem Tal. Das Archäologische Museum in der Stadt zeigt Funde. Kaufen Sie Kombitickets, besuchen Sie den Park am frühen Morgen oder bei Sonnenuntergang und planen Sie 3 bis 4 Stunden. Im Februar und März blühen die Mandelbäume.
Agrigent: Altstadt und Scala dei Turchi
Die Altstadt von Agrigent liegt auf einem Hügel, mit der Kathedrale San Gerlando, der Kirche Santa Maria dei Greci auf einem griechischen Tempel und der Via Atenea. Das Geburtshaus von Luigi Pirandello steht im Ortsteil Caos. Die Scala dei Turchi bei Realmonte ist eine weiße Kalksteinklippe in Stufenform, die aus dem Meer ragt.
Villa Romana del Casale und Piazza Armerina
Die Villa Romana del Casale bei Piazza Armerina, seit 1997 Welterbe, ist ein römisches Landgut des 4. Jahrhunderts mit rund 3500 Quadratmetern Mosaiken, die zu den besten der Welt gehören. Zu sehen sind die Große Jagd, ein Korridor von 60 Metern Länge mit Tierfang, und die Mädchen im Bikini, Turnerinnen in Kostümen aus 2 Teilen. Die Villa ist von einem Dach mit Stegen geschützt. Besuchen Sie sie am Vormittag, der Eintritt kostet rund 12 Euro.
Enna und das Innere
Enna liegt auf 931 Metern und heißt Nabel Siziliens, mit dem Castello di Lombardia, einem Turm, der Sicht in alle Richtungen bietet, und einem Dom. Caltanissetta war Zentrum des Schwefelbergbaus. Das Innere ist ein Hügelland aus Getreide, Weingärten und Dörfern, ruhig und selten besucht.
Catania: Dom, Piazza und Fischmarkt
Catania wurde nach 1693 aus schwarzem Lavastein neu gebaut. Der Dom Sant'Agata an der Piazza del Duomo besitzt eine Barockfassade, davor steht der Elefantenbrunnen aus Lava, U Liotru, das Wahrzeichen der Stadt. Die Via Etnea führt schnurgerade auf den Ätna zu, an ihr liegen Läden, Kirchen und der Park Villa Bellini. Die Pescheria, der Fischmarkt hinter der Piazza, ist am Vormittag ein Spektakel aus Rufen, Fisch und Fleisch. Das Castello Ursino, eine Burg Friedrichs II., zeigt ein Museum. Das römische Theater und das Odeon liegen versteckt in der Altstadt. Am 3. bis 5. Februar feiert Catania das Fest der Heiligen Agatha mit über 1 Million Besuchern.
Ätna: Der Vulkan
Der Ätna, seit 2013 Welterbe, ist mit rund 3300 Metern der höchste aktive Vulkan Europas und hat eine Fläche von 1190 Quadratkilometern. Von Rifugio Sapienza auf 1910 Metern fährt eine Seilbahn bis 2500 Meter, dort bringen Geländebusse Sie bis auf rund 2900 Meter, der Gipfelbereich darüber ist nur mit Führer zugänglich. Ohne Bahn wandern Sie in 3 Stunden zu den Silvestri Kratern auf 1900 Metern. Die Nordseite bei Piano Provenzana bietet Lavafelder, Birkenwälder und Skibetrieb im Winter. Die Weingüter an den Hängen erzeugen Etna Rosso aus Nerello Mascalese. Planen Sie für den Ätna einen Tag, nehmen Sie Jacke, Handschuhe und feste Schuhe mit. Der Eintritt für Seilbahn und Bus kostet 35 bis 70 Euro, mit Führer mehr.
Gole dell'Alcantara und Aci Castello
Die Gole dell'Alcantara sind eine Basaltschlucht, in der der Fluss Alcantara zwischen 50 Meter hohen Wänden fließt, Sie können mit Wathosen durch das kalte Wasser gehen. Aci Castello besitzt eine normannische Burg auf einem Lavafelsen, Aci Trezza die Zyklopeninseln, die der Sage nach Polyphem in Odysseus' Schiff warf.
Taormina: Griechisches Theater und Corso
Taormina liegt auf 200 Metern über dem Meer mit Blick auf den Ätna. Das Griechische Theater aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, von Römern umgebaut, fasste 5400 Zuschauer und bietet die berühmteste Aussicht der Insel, im Sommer finden Konzerte und Filmfestspiele statt. Der Corso Umberto verbindet die Stadttore, mit Läden, Kirchen und Palazzi. Die Villa Comunale ist ein Garten mit Blick, die Isola Bella eine Insel, die Sie bei Ebbe über einen Sandweg erreichen. Castelmola liegt 5 Kilometer entfernt auf einem Fels mit Burg und Mandelwein. Taormina ist im Sommer überlaufen, besuchen Sie es früh oder am Abend.
Messina, Milazzo und Tindari
Messina wurde 1908 zerstört und wieder aufgebaut. Der Dom besitzt eine astronomische Uhr, die täglich um 12 Uhr Figuren bewegt, der Orionbrunnen wurde 1553 vollendet. Das Museo Regionale zeigt Werke von Caravaggio und Antonello da Messina. Milazzo besitzt eine Burg und den Hafen für Fähren zu den Äolischen Inseln. Tindari ist eine Wallfahrtsstätte mit einer schwarzen Madonna und einem griechischen Theater mit Blick auf die Küste.
Syrakus: Archäologischer Park
Syrakus war die mächtigste griechische Stadt im Westen. Der Archäologische Park Neapolis besitzt das Griechische Theater für 15000 Zuschauer, in dem Aischylos Stücke aufführte, das römische Amphitheater, den Altar von Hieron II. und die Latomia del Paradiso, einen Steinbruch mit Zitronenbäumen und dem Ohr des Dionysios, einer Höhle von 23 Metern Höhe mit ungewöhnlicher Akustik. Das Museo Paolo Orsi zeigt Funde. Planen Sie 3 Stunden, der Eintritt kostet rund 13 Euro. Im Sommer finden im Theater griechische Dramen statt.
Ortygia: Altstadt auf der Insel
Ortygia ist die Altstadt von Syrakus, eine kleine Insel mit Barockkirchen, Gassen und Meerblick. Der Dom wurde in einen griechischen Tempel der Athena aus dem 5. Jahrhundert vor Christus gebaut, die Säulen sehen Sie innen und außen. Die Quelle Fonte Aretusa, an der Papyrus wächst, ist Schauplatz einer Sage. Das Castello Maniace ist eine Burg Friedrichs II. an der Spitze der Insel. Der Markt von Ortygia verkauft am Vormittag Fisch, Obst, Käse und Gewürze, die Giudecca, das jüdische Viertel, besitzt ein Ritualbad aus dem 6. Jahrhundert.
Noto, Modica und Ragusa: Das barocke Val di Noto
Nach dem Erdbeben 1693 entstanden im Südosten barocke Städte, die seit 2002 Welterbe sind. Noto besitzt eine Hauptstraße, den Corso Vittorio Emanuele, mit Palästen und der Kathedrale, deren Kuppel 1996 einstürzte und 2007 wieder eröffnet wurde. Modica liegt in 2 Schluchten, mit der Kirche San Giorgio auf einer Treppe von 250 Stufen und der Schokolade. Ragusa Ibla, die Unterstadt, ist ein Labyrinth aus Gassen mit Dom San Giorgio und Garten. Scicli war Kulisse für Inspector Montalbano.
Pantalica, Vendicari und Marzamemi
Die Nekropole von Pantalica liegt in einer Schlucht des Flusses Anapo mit rund 5000 Felsengräbern und ist seit 2005 Welterbe. Vendicari ist ein Naturreservat mit Stränden, Salzsümpfen und einer Tonnara. Marzamemi ist ein Fischerdorf mit Platz, Thunfischfabrik und Fischrestaurants.
Äolische Inseln: Lipari, Vulcano, Stromboli und Salina
Die 7 Äolischen Inseln, seit 2000 Welterbe, liegen vor der Nordostküste. Lipari besitzt das Archäologische Museum mit Obsidian und Vulkanausstellung, Vulcano einen Krater von 391 Metern und Schlammbäder, Stromboli einen Vulkan, der alle 10 bis 20 Minuten ausbricht, mit der Sciara del Fuoco, einer Feuerrutsche, Salina Kapern und Malvasia. Panarea ist ein Luxusziel, Filicudi und Alicudi sind ruhig. Tragflügelboote fahren ab Milazzo in 1 bis 2 Stunden.
Ägadische Inseln, Pantelleria und Lampedusa
Favignana besitzt die ehemalige Thunfischfabrik Florio, Buchten wie Cala Rossa und Cala Azzurra und Radwege. Levanzo zeigt Höhlenmalereien, Marettimo Wanderwege. Pantelleria ist eine Vulkaninsel mit Häusern aus Lavastein, den Dammusi, dem Zibibbo Wein und Kapern. Lampedusa besitzt Strände wie die Spiaggia dei Conigli und Nistplätze der Meeresschildkröten.
Catania: Römisches Erbe, Museen und Bellini
Unter dem schwarzen Lavastein von Catania liegt eine römische Stadt, die sich an mehreren Stellen betreten lässt. Das Teatro Romano an der Via Vittorio Emanuele II hat einen Zugang mitten im Wohnhaus, dahinter öffnet sich ein Halbrund mit Sitzstufen aus Lavastein und weißem Marmor, daneben liegt das kleinere Odeon für Musikwettbewerbe. Am Piazza Stesicoro bildet das Anfiteatro Romano einen Kreis, dessen Ränge unter den Häusern verschwinden, ein Teil ist von der Straße aus zu sehen, ein Teil nur mit Eintrittskarte. Beide Anlagen brauchen zusammen 1 Stunde.
Das Castello Ursino ließ Friedrich II. im 13. Jahrhundert erbauen, als Stützpunkt am Meer, das damals bis an die Mauern reichte. Der Lavastrom von 1669 schob die Küste 2 Kilometer weiter hinaus, und das Kastell steht seitdem im Stadtviertel. Heute beherbergt es das Museo Civico mit griechischen Vasen, römischen Skulpturen und Gemälden aus dem 17. Jahrhundert. Der Eintritt liegt bei etwa 6 Euro, die Besichtigung dauert 1 Stunde.
Das Monastero dei Benedettini di San Nicolò l'Arena zählt zu den größten Klosteranlagen Europas und gehört zum UNESCO Welterbe des Val di Noto. Nach dem Erdbeben von 1693 wurde es wieder aufgebaut, und die Universität von Catania nutzt heute große Teile. Führungen zeigen die Kreuzgänge, die Küche, die Bibliothek und die Lavastrom Reste im Keller, die Rundgänge dauern 1 Stunde 30 Minuten. Reservieren Sie in der Hauptsaison einen Termin.
Vincenzo Bellini kam 1801 in Catania zur Welt, und der Komponist von Norma und La Sonnambula ist hier allgegenwärtig: Das Teatro Massimo Bellini von 1890 steht an der Via Perrotta, das Museo Belliniano im Geburtshaus zeigt Handschriften, Klavier und Totenmaske. Wer abends eine Oper hört, sollte den Spielplan der Saison zwischen November und Juni prüfen. Die Termine für Karten liegen oft mehrere Wochen vorher fest.
Palermo: Museo Salinas, Palazzo Abatellis und weitere Häuser
Das Museo Archeologico Regionale Antonio Salinas in der Via Bara all'Olivella besitzt die Metopen der Tempel von Selinunt, Reliefplatten aus dem 6. und 5. Jahrhundert vor Christus, die Herakles, Perseus und die Medusa zeigen. Die Sammlung umfasst zudem den Stein von Palermo, eine ägyptische Stele mit Königslisten, und Bronzen aus der Antike. Planen Sie 1 Stunde 30 Minuten und wählen Sie den Vormittag.
Der Palazzo Abatellis in der Kalsa beherbergt die Galleria Regionale della Sicilia. Das Fresko Trionfo della Morte aus dem 15. Jahrhundert zeigt den Tod als Skelett auf einem Pferd, das über Adlige und Bettler reitet. Antonello da Messina malte dort seine Verkündigung, eine junge Frau mit einem Blau, das viele Besucher lange betrachten. Ein Rundgang dauert 1 Stunde.
Das Museo Internazionale delle Marionette Antonio Pasqualino zeigt Puppen aus Sizilien, Neapel, Belgien, Indien und Japan. Die Opre, die sizilianischen Ritterspiele, erzählen mit Rüstungen, Schwertern und Kämpfen die Geschichte Karls des Großen. Vorführungen finden am Wochenende statt und dauern etwa 1 Stunde. Kinder folgen den Kämpfen mit Begeisterung.
Das Teatro Massimo an der Piazza Verdi wurde 1897 eröffnet und gilt als größtes Opernhaus Italiens. Der Zuschauerraum fasst rund 1300 Personen, und die Stufen des Eingangs dienten im Film Der Pate III als Kulisse. Führungen finden täglich statt und kosten rund 10 Euro, die Dauer beträgt 30 Minuten.
Die Zisa im Westen der Altstadt ist ein Sommerpalast der normannischen Könige aus dem 12. Jahrhundert und Teil des UNESCO Welterbes Arabisch Normannisches Palermo. Der Name stammt vom arabischen Wort für prächtig. Im Inneren fließt Wasser aus einem Brunnen in einen Kanal, der durch die Halle nach draußen führt, eine Klimaanlage aus dem Mittelalter.
Syrakus: Museo Paolo Orsi, Santa Lucia und die Katakomben
Das Museo Archeologico Regionale Paolo Orsi liegt im Norden der Stadt und gilt als eines der besten archäologischen Museen Siziliens. Es zeigt Funde aus Syrakus, den umliegenden Kolonien und der Frühzeit von den Sikulern bis zur Römerzeit. Die Venus Landolina, eine römische Marmorstatue, ist ein bekannter Höhepunkt. Der Eintritt beträgt etwa 8 Euro, ein Rundgang braucht 2 Stunden.
In der Kirche Santa Lucia alla Badia auf Ortygia hängt Caravaggios Begräbnis der heiligen Lucia, gemalt 1608 während seiner Flucht. Das Bild ist groß, die Figuren der Totengräber wirken im unteren Drittel des Bildes wie Riesen, die über eine kleine Heilige gebeugt sind. Das Werk ist frei zugänglich, die Öffnungszeiten wechseln, ein Blick am Vormittag lohnt.
Die Katakomben von San Giovanni bilden ein Netz von Gängen aus der frühchristlichen Zeit, in denen Gräber in Felsen gehauen sind. Sie gehören zu den größten Katakomben außerhalb Roms, und der Rundgang mit Führung dauert 45 Minuten. Das Santuario della Madonna delle Lacrime, eine moderne Kirche in Form eines Kegels, wurde 1994 geweiht und ist 74 Meter hoch. Sie erinnert an eine Marienfigur, die 1953 Tränen vergossen haben soll.
Das Castello Maniace an der Südspitze von Ortygia ließ Friedrich II. in den 1230er Jahren errichten. Der quadratische Bau mit 4 Ecktürmen und einer Halle aus Kreuzrippengewölben sichert den Zugang zum Hafen. Der Eintritt kostet wenige Euro, und von den Mauern aus sehen Sie das offene Meer.
Gela, Caltanissetta und Sciacca: Weniger besuchte Städte
Gela an der Südküste ist heute eine Industriestadt, und doch birgt sie ein bemerkenswertes Stück Antike: Am Capo Soprano stehen Mauern aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, deren Ziegel die Dünen über Jahrhunderte schützten. Sie gelten als eine der am besten erhaltenen griechischen Befestigungen und sind bis zu 6 Meter hoch. Der Dichter Aischylos starb 456 vor Christus in Gela. Das Museum zeigt Vasen und Terrakotten.
Sciacca liegt im Südwesten und ist für Thermalquellen, Keramik und Fischerei bekannt. Der Hafen mit den bunten Fischerbooten wird morgens von einer lauten Auktion beherrscht, die Altstadt zieht sich auf Terrassen den Hang hinauf. Der Karneval im Februar gehört zu den ältesten der Insel und wird mit Papiermaché Wagen gefeiert. Die Thermen von Sciacca sind seit der Antike bekannt, moderne Kurhäuser bieten Bäder und Schlammpackungen.
Caltanissetta im Zentrum hat den Ruf einer Schwefelstadt, weil im 19. Jahrhundert die Hälfte des Weltbedarfs an Schwefel in ihrer Umgebung gefördert wurde. Die Kathedrale Santa Maria La Nova zeigt Fresken von Guglielmo Borremans, das Museo Mineralogico erinnert an die Arbeit in den Gruben. Für Reisende zählt die Stadt eher als Zwischenstopp auf dem Weg von Palermo nach Catania.
Sizilianischer Barock: Kirchen, Balkone und die Städte des Val di Noto
Nach dem Erdbeben vom 11. Januar 1693, das rund 60000 Menschen das Leben kostete, baute der Südosten seine Städte neu. 8 dieser Orte erhielten 2002 den Status als UNESCO Welterbe: Caltagirone, Militello in Val di Catania, Catania, Modica, Noto, Palazzolo Acreide, Ragusa und Scicli. Was sie verbindet, ist der Stil: helle Kalksteinfassaden, geschwungene Treppen, Balkone mit Konsolen aus Fratzen, Mohren und Putten.
Rosario Gagliardi baute in Ragusa Ibla den Dom San Giorgio mit seiner geschwungenen Freitreppe und in Modica die Kirche San Giorgio, zu der 250 Stufen hinaufführen. Vincenzo Sinatra gilt als Architekt von Noto, wo der Palazzo Ducezio, die Kathedrale und der Palazzo Nicolaci de Villadorata entstanden. Giovanni Battista Vaccarini prägte Catania mit Fassaden und dem Elefantenbrunnen. Wer die Balkone genau ansieht, findet Geschichten: Die Figuren tragen das Gewicht des Hauses, sie lachen, schneiden Grimassen oder blicken erschrocken auf die Passanten.
Marsala, Mazara und die Schätze aus dem Meer
In Mazara del Vallo hängt im Museo del Satiro ein Bronzeleib, der 1998 in den Netzen eines Fischerboots gefunden wurde: der Tanzende Satyr, eine griechische Statue aus dem 4. Jahrhundert vor Christus, etwa 2 Meter hoch. Die Figur ist in einer Bewegung erstarrt, den Kopf zurückgeworfen, den Körper gedreht. Ihr Fundort im Kanal von Sizilien und ihr Zustand sind ein Wunder, denn viele Teile blieben nach über 2000 Jahren erhalten.
In Marsala zeigt das Museo Archeologico Baglio Anselmi das Wrack eines punischen Kriegsschiffs aus dem 3. Jahrhundert vor Christus, das 1971 bei den Ägadischen Inseln gefunden wurde. Es stammt aus der Zeit des Ersten Punischen Krieges und ist die einzige erhaltene Galeere dieser Art. Der Rundgang dauert 1 Stunde. Am Hafen von Marsala landete Garibaldi am 11. Mai 1860 mit seinen Tausend, eine Tafel und ein Denkmal erinnern daran.
Sizilien Sightseeing Routen und klassische Besucherwege durch die Städte
Palermo zu Fuß in 1 Tag
Beginnen Sie um 8.30 Uhr am Palazzo dei Normanni mit der Cappella Palatina und gehen Sie zur Kathedrale, dann durch die Via Vittorio Emanuele zu den Quattro Canti und zur Piazza Pretoria. Besichtigen Sie La Martorana und San Cataldo, essen Sie am Mittag Streetfood auf dem Ballarò Markt, danach das Teatro Massimo und die Kapuzinerkatakomben am späten Nachmittag. Am Abend gehen Sie zur Vucciria oder ans Meer am Foro Italico. Die Strecke beträgt rund 7 Kilometer.
Palermo in 2 Tagen: Paläste, Märkte und Umgebung
Am 1. Tag besuchen Sie Normannenpalast, Kathedrale, Quattro Canti, Ballarò und Teatro Massimo. Am 2. Tag fahren Sie mit dem Bus 389 nach Monreale zu Dom und Kreuzgang, kehren am Mittag zurück, besuchen die Galleria Regionale im Palazzo Abatellis, die Oratorien von Serpotta und am Abend das Viertel Kalsa am Meer.
Catania zu Fuß in einem halben Tag
Von der Piazza del Duomo mit Elefantenbrunnen und Dom gehen Sie zur Pescheria am Vormittag, weiter zur Piazza Università und in die Via Etnea, deren Kirchen und Läden Sie bis zur Villa Bellini besuchen. Zurück führt die Via Crociferi mit Barockkirchen. Am Nachmittag besuchen Sie das Castello Ursino und das römische Theater. Rechnen Sie mit 4 Stunden und 5 Kilometern.
Taormina zu Fuß
Von der Porta Messina gehen Sie über den Corso Umberto zur Piazza IX Aprile mit Blick auf das Meer, weiter zur Porta Catania, besichtigen das Griechische Theater am Vormittag, steigen zur Villa Comunale und zum Naumachia hinab. Ein Bus fährt zur Isola Bella und zur Küste. Planen Sie 4 Stunden.
Syrakus: Neapolis und Ortygia an 1 Tag
Beginnen Sie um 9 Uhr im Archäologischen Park mit Theater, Ohr des Dionysios und Amphitheater bis 12 Uhr. Am Nachmittag gehen Sie über die Brücke nach Ortygia, besuchen den Dom, den Markt, die Fonte Aretusa und die Giudecca. Am Abend essen Sie Fisch am Hafen und gehen zum Castello Maniace. Die Strecke beträgt 6 Kilometer.
Agrigent und Umgebung an 1 Tag
Besuchen Sie das Tal der Tempel um 8 Uhr, wenn die Sonne mild ist, gehen Sie vom Herakles Tempel nach Osten zum Concordia Tempel und weiter zum Hera Tempel, am Rückweg den Kolymbethra Garten. Am Mittag fahren Sie in die Altstadt, am Nachmittag zur Scala dei Turchi, 15 Kilometer, oder nach Porto Empedocle.
Sizilien versteckte Orte und echte Geheimtipps abseits der Hauptwege
Scopello, Zingaro und San Vito lo Capo
Scopello ist ein kleines Dorf an der Nordwestküste mit einer Tonnara, einer ehemaligen Thunfischfabrik, und den Felsen Faraglioni vor der Bucht. In der Nähe beginnt die Riserva dello Zingaro, das erste Naturreservat Siziliens von 1981, mit 7 Kilometern Küste und 6 Buchten ohne Straßen. San Vito lo Capo liegt am Ende der Halbinsel mit einem Strand von 3 Kilometern aus weißem Sand und im September mit dem Couscous Fest.
Erice, Trapani und die Salinen
Die Salinen von Trapani und Paceco bestehen aus Becken, in denen Meerwasser verdunstet, mit Windmühlen und Salzbergen, im Museo del Sale. Am Abend färben sich die Becken rosa, und Flamingos rasten im Frühjahr und Herbst. Erice besitzt Gassen, die im Nebel kaum zu sehen sind, und eine Konditorei mit Mandelgebäck.
Sciacca, Eraclea Minoa und Caltabellotta
Sciacca ist ein Fischerort mit Keramik, Thermen und einer Altstadt auf Klippen. Eraclea Minoa besitzt ein griechisches Theater über einem Strand mit weißen Klippen. Caltabellotta ist ein Bergdorf mit Felsenkirche und Blick auf das Meer, in dem 1302 ein Friedensvertrag geschlossen wurde.
Pantelleria: Dammusi und Thermalquellen
Pantelleria liegt 100 Kilometer südwestlich von Sizilien und ist 83 Quadratkilometer groß. Die Insel besitzt Dammusi, Steinhäuser mit Kuppeldach, Weinberge, die als Alberello Rebschnitt UNESCO Kulturerbe sind, und heiße Quellen im Meer, etwa Gadir. Der Passito di Pantelleria ist ein Süßwein aus Zibibbo Trauben. Fähren fahren ab Trapani in 5 Stunden, Flüge in 45 Minuten.
Madonie und Nebrodi: Berge im Norden
Die Madonie mit Petralia Soprana, Gangi und Castelbuono sind Bergdörfer, in denen Sie Mannaesche, Manna Zucker und Pecorino kosten. Der Nebrodi Park besitzt Buchenwälder, Seen und Sanfratellano Pferde, halbwilde Rassen. Beide Gebiete sind im Winter verschneit und im Sommer kühl.
Villa Palagonia in Bagheria und Corleone
Die Villa Palagonia bei Bagheria wurde im 18. Jahrhundert mit grotesken Steinfiguren von Monstern und Zwergen geschmückt, die Goethe beschrieb. Corleone besitzt ein Museum über den Kampf gegen die Mafia mit Fotos und Dokumenten. Beide Orte liegen 15 bis 60 Kilometer von Palermo.
Cava Grande del Cassibile und Cava d'Ispica
Die Cava Grande del Cassibile ist eine Schlucht im Südosten mit natürlichen Wasserbecken, in denen Sie im Sommer baden. Der Abstieg dauert 1 bis 1,5 Stunden. Die Cava d'Ispica bei Modica zeigt Höhlenwohnungen und Felsengräber in einem Tal.
Echte Sizilien Geheimtipps mit konkreten Ortsbeschreibungen
Ein bester Sizilien Reiseführer erklärt, wie Sie Hitze und Menschen meiden
Ein bester Sizilien Reiseführer nützt Ihnen wenig, wenn er nur Höhepunkte aufzählt. Die wirksamste Strategie gegen Hitze und Andrang: früh starten, Mittag ruhen, Abend nutzen. Tempel und Ausgrabungen besuchen Sie zwischen 8 und 10 Uhr oder ab 17 Uhr, Strände morgens und ab 16 Uhr, Städte am Abend, wenn es kühl wird und die Sizilianer spazieren.
Ragusa Ibla, Scicli und Punta Secca
Ragusa Ibla ist die Altstadt auf einem Hügel, mit Gassen, Treppen und dem Garten Ibleo. Scicli besitzt ein Barockviertel in einem Tal, dessen Rathaus im Fernsehen das Kommissariat von Montalbano spielt. Punta Secca ist ein Strandort mit dem Haus, das im Fernsehen Montalbanos Wohnung zeigt, Sie sehen die Küche und die Terrasse. Sampieri hat eine Ruine einer Ziegelfabrik am Meer.
Savoca, Forza d'Agrò und Castelmola
Savoca liegt in den Hügeln bei Taormina und war Schauplatz der Szenen im Film Der Pate. Die Kirche und die Bar Vitelli sind Ziele von Filmfans, das Kapuzinerkloster besitzt Mumien. Forza d'Agrò ist ein Bergdorf mit Blick auf das Meer, Castelmola ein Dorf auf einem Felsen mit Mandelwein und Burgruine.
Caltagirone: Keramik und Treppe
Caltagirone ist die Keramikstadt Siziliens. Die Scala di Santa Maria del Monte hat 142 Stufen, jede mit Keramikfliesen dekoriert, im Juli wird sie am Fest des Heiligen Jakob mit Tausenden Lampen und Kerzen geschmückt. Werkstätten verkaufen Teller, Schalen und Krippenfiguren, das Keramikmuseum zeigt Geschichte. Die Stadt gehört zum Val di Noto.
Acireale und Aci Trezza
Acireale ist eine Barockstadt mit Karneval, der als einer der schönsten Siziliens gilt, mit Festwagen aus Blumen und Papiermaché im Februar. Aci Trezza ist ein Fischerdorf, in dem Giovanni Verga seinen Roman I Malavoglia ansiedelte, mit Blick auf die Zyklopeninseln und Restaurants am Hafen.
Randazzo, Linguaglossa und die Nordseite des Ätna
Randazzo ist eine Stadt aus schwarzem Lavastein, deren Kirchen mittelalterlich sind. Linguaglossa ist Ausgangspunkt für die Nordseite des Ätna, mit Wald, Lavatunneln und Weingütern. Die Straße um den Ätna, die Circumetnea Bahn, ist eine Schmalspurbahn von 110 Kilometern Länge, die in rund 3,5 Stunden um den Vulkan fährt.
Sizilien Insidertipps aus lokaler Perspektive und weniger bekannte Bereiche
Wie Sizilianer frühstücken
Sizilianer frühstücken süß, an der Bar. Im Sommer isst man Granita mit Brioche, ein Eis aus Zitrone, Mandel, Kaffee oder Pistazie mit einem weichen Hefebrötchen, das man taucht. Im Winter trinken Sizilianer Cappuccino mit Cornetto, gefüllt mit Creme, Marmelade oder Ricotta. Eine Portion kostet 3 bis 5 Euro. Eis in einer Brioche ist ein sizilianischer Klassiker.
Aperitivo, Mahlzeiten und Zeiten
Das Mittagessen findet um 13 Uhr statt, das Abendessen ab 20 Uhr, im Sommer oft erst um 21 bis 22 Uhr. Wer früher isst, findet Touristenlokale. Zwischen 13 und 16 Uhr schließen Läden und Kirchen. Die Passeggiata, der Abendspaziergang, füllt zwischen 18 und 21 Uhr die Straßen.
Sizilien Feste im Jahr
Am 3. bis 5. Februar feiert Catania die Heilige Agatha, am 10. bis 15. Juli Palermo das Festino der Heiligen Rosalia mit Umzug, Feuerwerk und Festwagen, am 13. Dezember Syrakus die Heilige Lucia. Zu Ostern finden Prozessionen statt, in Trapani am Karfreitag die Misteri, in Enna die Prozession der Bruderschaften. Im Februar feiert Acireale Karneval, im Februar und März blüht der Mandelbaum, im November trägt man Frutta Martorana, Marzipanfrüchte, zum Allerseelenfest. Die Reiseführer Sizilien Empfehlung lautet, Ihre Reise mit einem Fest zu koppeln.
Sagre und Dorffeste
Zwischen Juni und Oktober finden in fast jedem Dorf Sagre statt, Feste zu Ehren eines Produkts wie Pistazie in Bronte, Mandel in Avola, Zwiebel, Kaper, Wein und Fisch. Sie bezahlen für ein Menü häufig nur 15 bis 25 Euro. Aushänge finden Sie an Bars und Gemeindehäusern.
Nahverkehr, Streiks und Verspätungen
Busse und Züge verkehren unregelmäßig, planen Sie Puffer ein. Fahrpläne ändern sich, Sonntags fahren viele Busse nicht. Streiks werden Tage vorher angekündigt und betreffen Züge und Busse für 4 bis 24 Stunden. Kaufen Sie Bustickets in Tabakläden oder am Automaten, stempeln Sie sie im Bus.
Touristenfallen vermeiden und typische Fehlerquellen im Land
Restaurants an den Sehenswürdigkeiten
Lokale direkt am Dom, am Griechischen Theater und an Promenaden bieten Menüs mit Fotos, mehrsprachige Karten und Kellner, die Passanten ansprechen. Preise für Wasser, Wein und Pasta liegen dort 30 bis 100 Prozent höher als 3 Straßen weiter. Suchen Sie Lokale mit italienischer Karte, wenigen Gerichten und Einheimischen.
Fisch nach Gewicht
Fisch und Meeresfrüchte werden nach Gewicht abgerechnet. Ein Fisch von 800 Gramm kostet 40 Euro und mehr, ein Krebs oder Hummer 12 bis 16 Euro pro 100 Gramm. Fragen Sie vor der Bestellung nach dem Preis pro Kilogramm und dem Gesamtpreis. In Fischrestaurants im Hafen von Catania und Ortygia wählen Sie den Fisch am Eis und lassen ihn wiegen.
Parkwächter, Mietwagen und ZTL
Ungefragte Parkwächter verlangen 1 bis 5 Euro, zahlen Sie wenig, aber nicht mehr als 2 Euro. Mietwagen sind in Palermo und Catania Ziel von Aufbrüchen, lassen Sie nichts im Auto liegen. Kaufen Sie Vollkasko ohne Selbstbeteiligung und dokumentieren Sie Kratzer. Zonen mit Fahrverbot in Altstädten überwachen Kameras.
Souvenirs und Preise
Keramik aus Caltagirone, Santo Stefano di Camastra und Sciacca, Marzipan, Pistazien aus Bronte, Salz aus Trapani, Kapern von Salina und Pantelleria, Blutorangenmarmelade und Mandeln sind echte Andenken. Souvenirs mit dem Symbol der Trinacria, dem Kopf der Medusa mit 3 Beinen, gibt es auch als Fabrikware. Fragen Sie nach Herkunft und Handwerk.
Hitze, Sonne und Wanderungen
Der häufigste Fehler ist Unterschätzung der Sonne. Tragen Sie Kappe, Sonnencreme und Wasser, wandern Sie im Sommer vor 9 Uhr, meiden Sie Mittagsstunden. Auf dem Ätna sind Temperaturen 15 bis 20 Grad niedriger als an der Küste, Wind und Kälte überraschen Besucher in kurzen Hosen.
Sizilien Spartipps für Restaurants, Strände, Mobilität und Aktivitäten
Auf Sizilien essen gehen zu vernünftigen Preisen
Sizilianisches Streetfood ist günstig und sättigend. Ein Arancino kostet 2 bis 3,50 Euro, Panelle im Brötchen 2 bis 3 Euro, ein Stück Sfincione 1,50 bis 2,50 Euro, ein Pane con la milza 3 bis 4 Euro. Das Mittagsmenü der Trattorien umfasst Pasta, Fleisch oder Fisch, Beilage, Wasser und Kaffee für 12 bis 18 Euro. Frühstücken Sie an der Bar im Stehen für 3 bis 5 Euro. Meiden Sie Lokale an großen Plätzen und wählen Sie Lokale in Nebenstraßen mit italienischer Karte.
Lebensmittel und Märkte
Auf Märkten kaufen Sie Obst, Gemüse, Käse, Oliven, Kapern, Brot und Fisch günstig. Ein Kilogramm Blutorangen kostet in der Saison 1 bis 2 Euro, Zitronen 1 bis 2 Euro, Feigen und Kaktusfeigen 2 bis 4 Euro, Pistazien aus Bronte 30 bis 50 Euro. Kapern von Salina und Pantelleria, Salz von Trapani und Olivenöl aus den Iblei kaufen Sie bei Erzeugern. Wein kaufen Sie im Weingut ab 8 Euro pro Flasche.
Sizilien Mobilität und Unterkunft
Ein Mietwagen kostet im Frühjahr für 1 Woche 200 bis 400 Euro, im Sommer 400 bis 800 Euro, dazu Benzin, das in Italien mehr kostet als in Deutschland. Nutzen Sie Busse zwischen Städten, sie sind günstig, zum Beispiel Palermo nach Cefalù, Catania nach Taormina und Syrakus. Buchen Sie Unterkünfte mit Storno Möglichkeit, und nutzen Sie Masserien mit Küche, die Abendessen für 25 bis 40 Euro anbieten.
Sizilien Eintritte, Museen und Aktivitäten
Am 1. Sonntag im Monat sind staatliche Museen und Ausgrabungen gratis, in der Hochsaison mit Andrang. Viele Kirchen sind frei, darunter der Dom von Monreale, die Kathedralen von Palermo und Catania und die Martorana. Gratis sind Strände, Märkte, Aussichtspunkte, Gassen, Wanderwege im Zingaro nicht, aber kostenlos in vielen Küstenlandschaften. Kombitickets für Tal der Tempel und Museum sparen 2 bis 4 Euro.
Sizilien kulinarische Geheimtipps und regionale Spezialitäten
Sizilien Streetfood: Arancini, Panelle und Sfincione
Der Arancino ist ein frittierter Reisball mit Füllung aus Ragù, Erbsen und Mozzarella oder Schinken und Käse. In Palermo heißt er Arancina und ist rund, in Catania Arancino und ist spitz geformt wie der Ätna, eine Debatte, die Sizilianer ernst nehmen. Panelle sind Fladen aus Kichererbsenmehl, frittiert und im Brötchen serviert, Crocché Kartoffelkroketten. Sfincione ist eine dicke Pizza mit Tomaten, Zwiebeln, Semmelbröseln und Caciocavallo. Pane con la milza ist ein Brötchen mit Milz und Lunge, mit Ricotta oder Käse, Stigghiola gegrillte Lammdärme.
Pasta: Norma, Sarde und Busiate
Pasta alla Norma stammt aus Catania und besteht aus Tomatensauce, gebratenen Auberginen und Ricotta salata, benannt nach der Oper Norma von Bellini. Pasta con le sarde aus Palermo enthält Sardinen, wilden Fenchel, Pinienkerne, Rosinen und Safran, gekrönt mit gerösteten Semmelbröseln. Busiate al pesto trapanese sind gedrehte Nudeln mit einer Sauce aus Tomaten, Mandeln, Basilikum und Knoblauch. Pasta al nero di seppia wird mit Tintenfischtinte gefärbt, Spaghetti alla bottarga mit gepökeltem Fischrogen aus Trapani. Couscous alla trapanese mit Fischbrühe zeigt arabischen Einfluss.
Fisch und Meeresfrüchte
Der Schwertfisch, Pesce spada, wird gegrillt, als Involtini mit Semmelbröseln und Pinienkernen gerollt oder alla ghiotta mit Tomaten, Kapern und Oliven zubereitet. Sarde a beccafico sind gefüllte Sardinen mit Semmelbröseln, Pinienkernen und Rosinen. Thunfisch wird im Westen gefangen und verarbeitet, in Favignana zur Tonnara Tradition. Frutti di mare, Seeigel, Tintenfisch und Garnelen sind an der Küste günstig. Baccalà und Stoccafisso sind Stockfisch Gerichte im Inneren.
Gemüse und Beilagen: Caponata und Kapern
Die Caponata ist ein süßsaurer Gemüsetopf aus Auberginen, Sellerie, Oliven, Kapern, Zwiebeln und Tomaten mit Essig und Zucker, ein Klassiker der Insel. Weitere Gerichte sind Parmigiana di melanzane, Peperoni, Artischocken, wilder Fenchel, Kaktusfeigen und Pistazien. Kapern von Salina und Pantelleria haben ein geschütztes Herkunftszeichen, eingelegte Tomaten aus Pachino ebenfalls. Die Oliven Nocellara del Belice sind grün und fleischig.
Fleisch und Käse
Fleisch ist im Inneren typisch: Lamm, Zicklein, Wurst mit Fenchelsamen, Schweinefleisch aus den Nebrodi und Rindfleisch aus den Madonie. Käse sind Pecorino Siciliano DOP, Ragusano DOP, ein Kuhmilchkäse in Blockform, Piacentinu Ennese DOP mit Safran und Pfeffer, Provola dei Nebrodi und Maiorchino. Ricotta ist frisch, warm und mild, sie wird zu Cannoli und Cassata verarbeitet.
Süßes: Cannoli, Cassata und Granita
Die Cannoli sind frittierte Teigröllchen mit Füllung aus Schafsricotta, Zucker, Schokolade und kandierten Früchten. Ein guter Cannolo wird erst bei der Bestellung gefüllt. Die Cassata ist ein Kuchen aus Biskuit, Ricotta, Marzipan und kandierten Früchten mit grüner Glasur, die Cassatelle kleine gebackene Varianten. Granita ist ein halbgefrorenes Eis aus Zitrone, Mandel, Pistazie, Kaffee oder Maulbeere, das mit Brioche col tuppo gegessen wird. Frutta Martorana sind Marzipanfrüchte, Cubbaita Sesamnougat, Genovesi Mandelgebäck aus Erice, Sfinci Krapfen zum Fest des Heiligen Joseph. Die Mandeln aus Avola und die Pistazien aus Bronte sind berühmt.
Wein: Nero d'Avola, Etna und Marsala
Der Nero d'Avola ist die wichtigste Rotweinrebe, kräftig und fruchtig. Der Etna Rosso aus Nerello Mascalese wächst auf Vulkanboden in Höhen bis 1000 Metern und ähnelt Burgundern, der Etna Bianco stammt aus Carricante. Der Cerasuolo di Vittoria ist der einzige DOCG Wein der Insel. Frappato, Grillo, Catarratto und Inzolia sind Weißweinrebsorten. Der Marsala ist ein Likörwein, den der Engländer John Woodhouse 1773 erfand, der Passito di Pantelleria ein Süßwein aus Zibibbo, die Malvasia delle Lipari ein Süßwein der Äolischen Inseln.
Sizilien Geheimtipps für Genießer
Ätna Weine: Nerello Mascalese am Vulkan
Die Weine des Ätna gehören zu den spannendsten Italiens. Reben wachsen auf schwarzem Lavaboden in Terrassen, teils über 100 Jahre alt, ungepfropft. Die Ernte findet im Oktober statt. Weingüter an den Hängen von Randazzo, Castiglione di Sicilia und Milo bieten Verkostungen für 20 bis 50 Euro, oft mit Blick auf den Vulkan. Reservieren Sie mindestens 1 Tag vorher. Der Etna DOC ist die älteste Herkunftsbezeichnung der Insel von 1968.
Pistazien aus Bronte und Mandeln aus Avola
Bronte am Ätna ist Zentrum der Pistazienproduktion, die auf Lavaböden wachsen, die Ernte findet alle 2 Jahre im August und September statt und der Bronte Pistazie trägt ein Herkunftszeichen DOP. Pistazieneis, Pistaziencreme und Pistazienpesto sind Spezialitäten. Die Mandeln aus Avola sind groß und aromatisch, im Februar blühen sie.
Salz von Trapani, Kapern und Thunfisch
Das Meersalz von Trapani wird in Salinen gewonnen, die Sie besuchen können, und hat ein geschütztes Herkunftszeichen IGP. Kapern von Salina und Pantelleria werden von Hand geerntet und in Salz eingelegt. In Favignana zeigt die Tonnara Florio die Geschichte des Thunfischfangs, die Mattanza, ein blutiges Ritual, das im 21. Jahrhundert aufgegeben wurde.
Schokolade von Modica und Honig
Die Schokolade von Modica wird nach aztekischem Rezept kalt verarbeitet, mit Zuckerkristallen, die knirschen, und Aromen wie Zimt, Vanille, Orange, Chili. Sie hat ein geschütztes Herkunftszeichen IGP. Honig aus Orangenblüten, Zitrone, Thymian und Kastanie bekommen Sie bei Imkern im Südosten.
Blutorangen, Zitronen und Kaktusfeigen
Blutorangen wie Tarocco, Moro und Sanguinello reifen zwischen Dezember und April rund um den Ätna, die Ebene von Catania und Lentini. Zitronen wie die Interdonato und die Zitrone von Syrakus sind aromatisch. Kaktusfeigen reifen im August und September, sie werden geschält gegessen, Vorsicht vor den Stacheln. Frisch gepresster Saft kostet 2 bis 3 Euro.
Amaro, Mandelmilch und Digestivo
Der Amaro Averna aus Caltanissetta, seit 1868 hergestellt, ist ein süßer Kräuterlikör. Mandelmilch, Latte di mandorla, ist ein Sommergetränk. Der Passito und der Marsala Vergine passen zu Nachspeisen. Limoncello und Mandellikör sind Souvenirs.
Sizilien Geheimrestaurants abseits des Trubels
Trattoria und Osteria im Viertel
Eine Trattoria bietet Hausmannskost mit kurzer Karte im Familienbetrieb. Erkennen können Sie sie an einer Tafel mit Tagesgerichten, an Tischen mit Papiertischdecke und italienischer Karte. Ein Menü mit Vorspeise, Pasta, Hauptgang und Wein kostet 25 bis 40 Euro. Gute Lagen sind in Palermo die Kalsa und die Straßen abseits von Ballarò, in Catania die Gassen hinter der Piazza, in Syrakus die Nebenstraßen von Ortygia, in Ragusa Ibla die Treppen.
Agriturismo, Masseria und Weingut
Der Agriturismo muss einen Teil seiner Zutaten selbst herstellen, das Menü ist festgelegt und kostet 25 bis 45 Euro pro Person. Er ist in den Hügeln und im Südosten verbreitet, reservieren Sie, denn er ist oft nur mit Anmeldung geöffnet. Fragen Sie nach Brot, Öl, Käse, Ricotta und Wein vom Hof.
Fischmarkt Restaurants und Hafenlokale
In Catania, Ortygia, Trapani und Marsala können Sie auf Märkten Fisch kaufen und in benachbarten Lokalen zubereiten lassen. Sie zahlen Fischpreis plus Zubereitung von 5 bis 10 Euro pro Person. Hafenlokale bieten den Fang des Tages, fragen Sie nach Gewicht und Preis vorab.
Friggitoria, Rosticceria und Pasticceria
Eine Friggitoria verkauft frittiertes Streetfood wie Arancini, Panelle, Crocché und Sfincione. Eine Rosticceria bietet warme Gerichte, Scaccia, gefüllte Fladen, und Arancini zum Mitnehmen. Eine Pasticceria verkauft Cannoli, Cassata, Marzipan und Torten, oft mit Bar.
Pizzeria, Enoteca und Bar
Pizza in Sizilien ist dick oder dünn, die sizilianische Pizza Rianata mit Oregano und Käse, die Pizza al taglio in Blechen. Enoteche schenken Wein glasweise aus, ab 4 Euro, mit Käse und Wurst für 10 bis 18 Euro. Bars bieten Kaffee, Aperitivo und Snacks.
Essen gehen in Sizilien: Strukturierter Überblick der Gastronomie
Lokaltypen und Bedeutung
Ein Ristorante ist ein gehobenes Restaurant mit Weinkarte, eine Trattoria bodenständig und familiär, eine Osteria oder Taverna bietet Wein und einfache Speisen, eine Pizzeria Pizza, eine Tavola calda warme Gerichte, eine Enoteca Wein, eine Gelateria Eis, eine Pasticceria Gebäck, eine Bar Kaffee und Frühstück, ein Agriturismo Küche vom Hof. Michelin Sterne besitzen auf der Insel Restaurants in Taormina, Modica, Ragusa und Catania mit Preisen ab 100 Euro.
Ablauf einer Mahlzeit
Ein Essen besteht aus Antipasto, Primo, Secondo, Contorno, Dolce, danach Kaffee und Amaro. Sie müssen nicht alle Gänge bestellen: Primo und Secondo genügen. Wasser wird in Flaschen serviert, Wein als Karaffe im halben oder ganzen Liter. Die Rechnung müssen Sie verlangen, il conto per favore. Ein Coperto von 1 bis 3 Euro deckt Brot und Gedeck.
Zeiten, Preise und Reservierung
Restaurants öffnen von 12.30 bis 15 Uhr und von 19.30 bis 23 Uhr, im Sommer abends später. Reservieren Sie am Wochenende und in Touristenorten. Ruhetage sind häufig Sonntagabend und Montag. Kosten pro Person liegen in einer Trattoria bei 25 bis 40 Euro, in einem gehobenen Ristorante bei 50 bis 100 Euro. Mittagessen ist günstiger als Abendessen.
Sizilianische Küche nach Regionen: Was Sie wo essen sollten
Palermo und der Nordwesten: Innereien, Sfincione und Couscous
Die Küche von Palermo lebt vom Straßenverkauf. Pani ca meusa heißt ein weiches Brötchen mit gekochter Rinderlunge und Milz, das in Schmalz gebraten wird. Es gibt 2 Varianten: schietta mit Zitronensaft, maritata mit Ricotta oder Caciocavallo. Wer sich nicht traut, beginnt mit Panelle, Kichererbsenfladen, im Brötchen serviert. Stigghiola sind gegrillte Lammdärme mit Frühlingszwiebeln, die an Straßenständen den Rauch über die Gassen ziehen.
Die Palermitaner Arancina ist rund und ähnelt einer Orange, der Name kommt von arancia. Gefüllt wird sie mit Ragù und Erbsen oder mit Schinken und Käse. Sfincione ist eine dicke Pizza mit Zwiebeln, Tomaten, Sardellen und Semmelbröseln, die auf Handkarren am Morgen verkauft wird. Pasta con le sarde verbindet Sardinen, wilden Fenchel, Rosinen, Pinienkerne und Safran, ein Gericht, das arabische Einflüsse zeigt. Anelletti al forno, ein Ofengericht mit Ringnudeln, Ragù und Auberginen, gehört zum Sonntagsmenü.
Im Westen um Trapani ist Couscous das Hauptgericht, hier mit Fischbrühe zubereitet. Jedes Jahr im September gibt es in San Vito lo Capo das Cous Cous Fest mit Köchen aus vielen Ländern. Dazu passt Pesto alla trapanese mit Mandeln, Tomaten und Basilikum, das mit Busiate, langen gedrehten Nudeln, serviert wird.
Catania und der Osten: Pasta alla Norma, Granita und Pistazien
Catania nennt seine Arancina Arancino und formt sie spitz, ein Verweis auf den Ätna. Die Pasta alla Norma trägt den Namen von Bellinis Oper und besteht aus Tomaten, frittierten Auberginen und gesalzener Ricotta. Als Frühstück im Sommer gilt Granita mit Brioche, das Brötchen wird in das Eis getaucht. Zu den Sorten zählen Mandel, Pistazie, Zitrone, Kaffee und im Juni Maulbeere.
Die Pistazien aus Bronte an den Hängen des Ätna gelten als besonders aromatisch. Sie sind in Eis, Pesto, Torten und Cremes zu finden. Bergkäse, Wildschweinsalami und Pilze aus der Nebrodi Region ergänzen die Küche im Norden. Pesce spada, Schwertfisch, wird an der Küste bei Messina gefangen und gegrillt oder als Involtini mit Semmelbröseln gefüllt.
Syrakus, Modica und der Südosten: Fisch, Schokolade und Mandeln
Rund um Syrakus stehen Meeresfrüchte im Mittelpunkt: Seeigel im Frühling und Sommer, Sardinen, Tintenfisch, Thunfisch aus Marzamemi. Die Bottarga di tonno, getrockneter Thunfischrogen, würzt Pasta. In Ragusa und Modica überwiegt Fleisch: Scacce, gefüllte Fladen, und die Ragusano Käse, der in Form eines Quaders gereift wird.
Die Modica Schokolade wird nach einer Methode der Azteken hergestellt, die Spanier brachten. Kakaomasse und Zucker werden bei niedriger Temperatur vermengt, ohne Kakaobutter, und die Zuckerkristalle bleiben spürbar. Sorten gibt es mit Zimt, Chili, Orange und Meersalz. Die Antica Dolceria Bonajuto von 1880 ist der bekannteste Laden.
Agrigent, das Landesinnere und der Süden: Fleisch, Brot und Hülsenfrüchte
Im Inneren dominieren Lamm, Schwein und Hülsenfrüchte. Das Falsomagro ist eine gefüllte Rinderroulade mit Ei, Käse und Wurst. Cuscusu di grano mit Bohnen und Gemüse zählt zu den traditionellen Gerichten der Bauern. Pane cunzato, gewürztes Brot, wird mit Tomaten, Sardellen, Oliven, Pecorino und Olivenöl belegt und in der Mittagshitze gegessen.
Agrigent ist bekannt für Mandelgebäck, in Sciacca gibt es Fischgerichte, in Caltanissetta und Enna Ricotta und Käse. In Enna schmeckt der Piacentinu, ein Käse mit Safran und Pfeffer.
Äolische Inseln, Pantelleria und die Inseln: Kapern, Malvasia und Fischsuppe
Auf den Inseln stehen Kapern im Mittelpunkt: Salina und Pantelleria sind bekannt für ihre Kapernblüten, die im Salz oder in Öl haltbar gemacht werden. Der Malvasia delle Lipari ist ein Süßwein aus getrockneten Trauben. Auf Pantelleria wächst der Passito, ein Dessertwein aus Zibibbo Trauben.
Pasta mit Kapern, Thunfisch und Tomaten ist auf Lipari eine Standardspeise. Auf Favignana wird Thunfisch seit Jahrhunderten gefangen, das Museum Florio erinnert an die Tonnara, die Fangeinrichtung. Auf Stromboli gehört die Granita mit Feigen zum Ritual nach dem Aufstieg.
Sizilianische Süßspeisen, Feste und Getränke im Kalender
Cannoli, Cassata und Frutta Martorana
Cannoli bestehen aus einer knusprigen Röhre aus frittiertem Teig, gefüllt mit süßer Schafsricotta, Schokolade, kandierten Früchten oder Pistazien. Bestellen Sie sie frisch gefüllt, denn im Voraus gefüllte Cannoli werden weich. Die Cassata siciliana besteht aus Biskuit, Ricotta, Marzipan und kandierten Früchten und wird an Ostern gegessen. Die Frutta Martorana stammt aus dem Kloster La Martorana in Palermo und bildet Früchte aus Marzipan nach, bemalt in den Farben der Vorbilder.
Ein Cassatella di Sant'Agata ist ein Gebäck in Form einer Brust, das Catania am 5. Februar zu Ehren der Heiligen isst. Die Genovesi aus Erice sind Blätterteigtaschen mit Creme, die Buccellati Feigenplätzchen im Dezember, und die Torrone aus Mandeln zu Festen im Herbst.
Eis, Granita und Brioche
Eis ist auf Sizilien seit der arabischen Zeit bekannt. Der Schnee des Ätna wurde in Höhlen gelagert und im Sommer an die Adligen verkauft. Aus dieser Tradition entstand die Granita, die weicher ist als das italienische Eis und in Bechern oder Gläsern serviert wird. Das Gelato in brioche, ein Kugeleis im Brötchen, ist Frühstück und Nachmittagssnack. Achten Sie auf natürliche Zutaten: Ein Pistazieneis in leuchtendem Grün ist selten echt, das echte ist eher braun.
Feste und ihre Speisen
Zu Sankt Josef am 19. März gibt es Sfinci di San Giuseppe, frittierte Brandteigkrapfen mit Ricotta. Zu Allerheiligen am 1. November schenken Familien den Kindern Frutta Martorana und Pupi di zucchero, Figuren aus Zucker. Am 13. Dezember erinnert Palermo mit einem Fest an die heilige Lucia und isst die Cuccia, einen Brei aus Weizenkörnern mit Ricotta oder Honig, statt Brot und Pasta. Im Sommer sind Sagre, Dorffeste mit einem einzigen Gericht, das Herzstück: Schnecken, Fisch, Pilze oder Wurst.
Kaffee, Aperitif und Digestif
Der Kaffee ist stark, kurz und wird am Tresen getrunken. Ein Caffè wird ohne Zusatz serviert, ein Caffè macchiato mit einem Spritzer Milch. Im Sommer gibt es einen Caffè freddo, einen kalten gezuckerten Espresso. Als Aperitif taucht Spritz oder Campari auf, aber auch Marsala secco und Vermut. Nach dem Essen wird Amaro gereicht, ein Kräuterlikör, oder Limoncello, oder Mandelwein.
Sizilianische Weine: Regionen und Rebsorten
Die wichtigsten roten Rebsorten sind Nero d'Avola im Süden, Nerello Mascalese am Ätna und Frappato im Südosten. Bekannt ist der Cerasuolo di Vittoria, der einzige DOCG Wein der Insel. Zu den weißen Sorten gehören Grillo, Catarratto, Inzolia und Carricante am Ätna. Marsala wird seit 1773 hergestellt, nachdem der Engländer John Woodhouse ihn erstmals verschiffte. Sie finden ihn als Secco für Sauce, als Superiore für Dessert. Auf Pantelleria wächst Zibibbo, auf Lipari Malvasia.
Sizilien Ausflugsziele in der Umgebung der großen Städte
Sizilien Ausflüge ab Palermo: Monreale, Cefalù, Segesta und Bagheria
Von Palermo erreichen Sie Monreale mit dem Bus 389 in 30 Minuten, Cefalù mit dem Zug in 45 bis 60 Minuten oder mit dem Auto über die A20 in 1 Stunde, Segesta mit dem Bus in 1 Stunde und Bagheria mit dem Zug in 20 Minuten. Mondello, der Stadtstrand, liegt 12 Kilometer nördlich und ist mit dem Bus 806 in 30 Minuten erreichbar. Solunto, eine phönizische Stadt am Hang, liegt 15 Kilometer östlich mit Mosaiken und Blick auf das Meer. Die Katakomben und Oratorien sind Ziele in der Stadt.
Sizilien Ausflüge ab Catania: Ätna, Taormina, Syrakus und Caltagirone
Von Catania erreichen Sie Taormina mit dem Zug in rund 45 Minuten, Syrakus mit dem Zug in rund 1 Stunde 15 Minuten, den Ätna mit dem Bus in 1,5 Stunden bis Rifugio Sapienza, Acireale in 30 Minuten, Caltagirone in 1,5 Stunden mit dem Bus, Piazza Armerina in 2 Stunden. Die Circumetnea Bahn fährt in 3,5 Stunden um den Vulkan.
Sizilien Ausflüge ab Syrakus: Noto, Modica, Ragusa und Vendicari
Ab Syrakus erreichen Sie Noto in rund 1 Stunde mit dem Bus oder in 35 Minuten mit dem Auto, Modica in rund 1 Stunde 30 Minuten, Ragusa in 2 Stunden, Marzamemi in 1 Stunde 15 Minuten, Vendicari in 45 Minuten und Pantalica in 1 Stunde. Mit dem Auto verbinden Sie mehrere Orte an einem Tag.
Sizilien Ausflüge ab Trapani: Erice, Marsala, Selinunt und Egadi
Von Trapani erreichen Sie Erice mit der Seilbahn in 10 Minuten, Marsala in 40 Minuten mit dem Bus, Motya mit dem Boot ab Stagnone, Segesta in 1 Stunde mit dem Bus, Selinunt in 1,5 Stunden mit dem Auto und Favignana in 30 bis 40 Minuten mit dem Tragflügelboot. San Vito lo Capo liegt 40 Kilometer nördlich.
Sizilien Ausflüge ab Agrigent: Scala dei Turchi, Sciacca und Piazza Armerina
Von Agrigent erreichen Sie die Scala dei Turchi in 30 Minuten, Sciacca in 1 Stunde, Eraclea Minoa in 40 Minuten, Piazza Armerina mit der Villa Romana in 1,5 Stunden und Caltanissetta in 1 Stunde. Busse fahren zwischen den Städten, das Auto bietet Freiheit.
Sizilien Tagesausflüge mit realen Strecken und Routenbeschreibungen
Palermo nach Cefalù und Zurück
Nehmen Sie um 8 Uhr den Zug ab Palermo Centrale nach Cefalù, 45 bis 60 Minuten. Sie besichtigen den Dom mit Mosaiken, besteigen die Rocca in 30 Minuten, essen Fisch in der Altstadt und baden am Stadtstrand. Rückfahrt am Nachmittag oder Abend. Mit dem Auto folgen Sie der A20 über 70 Kilometer.
Palermo nach Segesta und Erice
Fahren Sie um 8 Uhr auf der A29 nach Segesta, rund 75 Kilometer in 1 Stunde. Sie besichtigen Tempel und Theater in 2 Stunden. Weiter geht es nach Erice, rund 45 Kilometer, dort essen Sie Mandelgebäck und Couscous. Am Nachmittag fahren Sie über Trapani mit den Salinen zurück nach Palermo, rund 90 Kilometer, ein langer Tag von 11 Stunden.
Catania zum Ätna und zur Nordseite
Fahren Sie um 8 Uhr auf der SP92 nach Rifugio Sapienza, rund 40 Kilometer in 1,5 Stunden. Sie fahren mit Seilbahn und Bus zu den Kratern, steigen mit Führer zu den Gipfelkratern oder wandern zu den Silvestri Kratern, rund 3 Stunden. Am Nachmittag fahren Sie zu einem Weingut bei Zafferana oder Milo und probieren Etna Wein. Rückfahrt am Abend.
Catania nach Taormina und Alcantara
Nehmen Sie um 8.30 Uhr den Zug nach Taormina Giardini, 45 Minuten, dort den Bus in 15 Minuten nach Taormina. Sie besichtigen das Theater, den Corso und die Villa Comunale, fahren am Nachmittag mit dem Bus zur Isola Bella oder mit dem Auto zu den Gole dell'Alcantara, 25 Kilometer. Rückfahrt am Abend.
Syrakus nach Noto, Modica und Ragusa
Fahren Sie von Syrakus auf der SS115 nach Noto, rund 35 Kilometer, dort besichtigen Sie Corso und Dom in 2 Stunden. Weiter nach Modica, rund 50 Kilometer, mit Schokolade und Kirche San Giorgio, dann nach Ragusa Ibla, rund 15 Kilometer, mit Altstadt und Garten. Zurück nach Syrakus fahren Sie 80 Kilometer, insgesamt rund 200 Kilometer, ein ganzer Tag.
Agrigent nach Piazza Armerina und Villa Casale
Fahren Sie von Agrigent auf der SS640 und der SS117 bis Piazza Armerina, rund 90 Kilometer in 1,5 Stunden. Sie besichtigen die Villa Romana del Casale in 2 Stunden, essen in Piazza Armerina und fahren am Nachmittag nach Enna oder Caltanissetta, oder nach Catania in 1,5 Stunden.
Milazzo zu den Äolischen Inseln
Fahren Sie mit dem Tragflügelboot ab Milazzo nach Vulcano in 45 Minuten, nach Lipari in 1 Stunde, nach Stromboli in 2 Stunden. Ein Tagesausflug führt nach Vulcano zum Schlammbad und Krater, nach Lipari zum Museum, nach Salina zu Kapern und Wein. Für Stromboli benötigen Sie eine Übernachtung.
Sizilien Reiseziele rund um das Urlaubsgebiet mit regionaler Erweiterung
Malta: Valletta und Gozo
Von Pozzallo fährt die Schnellfähre nach Valletta in rund 1 Stunde 45 Minuten. Malta besitzt die Festungsstadt Valletta mit der Kathedrale San Giovanni, die Kapelle der Johanniter, die Tempel von Hagar Qim und die Insel Gozo. Sie brauchen einen Personalausweis. Buchen Sie Überfahrten im Sommer früh.
Kalabrien: Scilla, Tropea und Reggio
Von Messina fährt die Fähre nach Villa San Giovanni in 20 Minuten. Scilla besitzt eine Burg über einem Fischerdorf, Tropea eine Altstadt auf Klippen mit Strand, Reggio di Calabria das Nationalmuseum mit den Bronzen von Riace. Kalabrien ist ein Ziel für 3 bis 5 Tage zusätzlich.
Inseln: Ustica, Pantelleria und Lampedusa
Ustica liegt 60 Kilometer nördlich von Palermo und besitzt das erste Meeresschutzgebiet Italiens von 1986, mit Tauchen und Wanderwegen. Pantelleria erreichen Sie ab Trapani. Lampedusa liegt 200 Kilometer südlich, mit Stränden und Meeresschildkröten, Fähren ab Porto Empedocle in 8 Stunden, Flüge ab Palermo und Catania in 1 Stunde.
Festland: Neapel, Amalfiküste und Rom
Von Palermo fahren Fähren nach Neapel in 10 bis 11 Stunden, nach Civitavecchia in 13 Stunden, nach Genua in 20 Stunden. Flüge nach Rom, Neapel und Mailand dauern 1 bis 2 Stunden. Wer Sizilien mit Neapel und der Amalfiküste verbindet, plant 3 Wochen.
Sizilien schönste Strände und Buchten der Region mit Zugängen und Lage
Palermo und der Nordwesten: Mondello, Zingaro und San Vito
Mondello ist der Stadtstrand von Palermo mit einer Bucht von 2 Kilometern, feinem Sand, einer Jugendstilpromenade und Strandbädern, wo Liegen 15 bis 30 Euro kosten. Die Riserva dello Zingaro bietet 6 Buchten ohne Straßen, erreichbar zu Fuß, mit Wegen von 1 bis 3 Stunden, darunter Cala Tonnarella dell'Uzzo, Cala della Capreria und Cala Marinella. San Vito lo Capo hat einen Strand von 3 Kilometern aus weißem Sand mit türkisem Wasser. Scopello bietet Cala Bianca mit Kiesstrand und Felsen.
Nordküste: Cefalù, Capo d'Orlando und Tindari
Cefalù hat einen Stadtstrand mit Blick auf die Rocca, Kiesstrände und Sandstrände in der Umgebung. Capo d'Orlando bietet Sandstrand, Tindari die Laghetti di Marinello, Strandlagunen unter einem Kap, die sich mit Sand und Wasser verändern. Die Strände sind im August voll.
Ostküste: Taormina, Giardini Naxos und Aci Castello
Die Isola Bella bei Taormina liegt in einer Bucht mit Kiesstrand und Insel, die Sie bei Ebbe zu Fuß erreichen. Mazzarò hat Strände unterhalb der Stadt, mit einer Seilbahn von Taormina, Giardini Naxos einen Sandstrand mit Strandbädern. Aci Castello und Aci Trezza bieten Klippen mit Lavagestein und Schwimmen. Die Strände im Osten sind meist Kies oder Lavasand.
Südosten: Fontane Bianche, Plemmirio, Vendicari und Marzamemi
Fontane Bianche bei Syrakus hat feinen weißen Sand und flaches Wasser, ideal für Familien. Das Meeresschutzgebiet Plemmirio bietet Tauchen und Klippen. Vendicari ist ein Naturreservat mit Stränden wie Calamosche, einer Bucht mit türkisem Wasser, erreichbar über einen Fußweg von 20 Minuten. Marzamemi und San Lorenzo bei Noto haben Sand und Fischerhäfen. Marina di Ragusa, Sampieri und Punta Secca sind lange Sandstrände mit Dünen.
Süden: Scala dei Turchi, Eraclea Minoa und San Leone
Die Scala dei Turchi ist eine weiße Klippe aus Mergel, an deren Fuß ein Strand liegt. Eraclea Minoa hat einen Sandstrand mit Pinienwald und Klippen. San Leone bei Agrigent bietet Strandbäder und Restaurants. Die Strände im Süden sind lang und flach, geeignet für Kinder.
Westen: Lo Stagnone, Favignana und Mazara
Die Lagune Stagnone bei Marsala ist flach und windig, ideal für Kitesurfen, mit Salzgärten und der Insel Motya. Favignana bietet Cala Rossa mit türkisem Wasser, Cala Azzurra und Buchten, die Sie mit dem Boot oder Rad erreichen. Mazara del Vallo hat Sandstrände in der Nähe.
Äolische Inseln, Pantelleria und Lampedusa
Auf Lipari ist die Spiaggia Bianca bei Canneto ein Kiesstrand mit weißen Bimssteinen. Vulcano besitzt schwarzen Sand und heiße Quellen im Meer, Stromboli den schwarzen Strand Ficogrande. Pantelleria hat kaum Sand, aber Lavaklippen und Thermalquellen im Meer. Lampedusa bietet die Spiaggia dei Conigli, in der Meeresschildkröten Eier legen, der Zugang ist mit Reservierung und Gebühr geregelt.
Regeln und Zugang zu Stränden
Die Strände bis zur Wasserlinie sind öffentlich, auch vor Strandbädern haben Sie einen Streifen zum Durchgehen. Strandbäder bieten Duschen, Umkleiden, Bars und Rettungsschwimmer, die Liegen kosten 10 bis 40 Euro pro Tag. Muscheln und Sand dürfen nicht mitgenommen werden, Bußgelder gehen bis 3000 Euro. Hunde sind an vielen Stränden verboten. Die Badesaison der Strandbäder dauert von Mai bis Ende September.
Sizilien Pflanzenwelt, Vegetation und Landschaftsstruktur der Insel
Sizilien Vegetation: Zitrus, Oliven und Mandeln
Die Sizilien Vegetation ist mediterran und vom Menschen geprägt. Zitrusgärten mit Orangen, Zitronen und Mandarinen bedecken die Ebenen von Catania, Syrakus und Palermo, die Conca d'Oro. Olivenhaine wachsen in Iblei, Belice und Agrigent, Mandelbäume im Süden und Südosten, Weinberge im Westen, am Ätna und auf Pantelleria. Der Feigenkaktus, aus Amerika eingeführt, bildet Hecken um Felder und trägt im August Früchte. Johannisbrotbäume wachsen in Ragusa und Modica, Pistazien auf Lavaböden am Ätna, Kapern an Mauern von Salina und Pantelleria.
Macchia, Garrigue und Küstenpflanzen
Die Macchia bedeckt Küstenhügel mit Zistrosen, Mastix, Myrte, Erdbeerbaum, Rosmarin und Thymian, die Garrigue trockene Hänge mit Wolfsmilch und Ginster. Im Zingaro wächst die Zwergpalme, die einzige einheimische Palme Europas. An Dünen wachsen Strandlilien, Wacholder und Strandhafer, an Klippen Meerfenchel und Strandflieder. In der Ciane Mündung bei Syrakus wächst Papyrus, den Sie im Kanu erkunden.
Ätna, Madonie und Nebrodi: Wälder und Flora
Am Ätna wachsen bis 1000 Meter Kastanien, Eichen und Weinreben, darüber Kiefern und Birken, in der Höhe der Ätna Ginster, der im Juni gelb blüht, und der Ätna Sauerampfer auf Aschefeldern. In den Madonie wächst die Sizilianische Tanne, ein Baum, der nur noch in rund 30 Exemplaren existiert. Die Nebrodi haben den größten Buchenwald der Insel, mit Eichen, Stechpalmen und Eiben, dazu Sanfratellano Pferde und schwarze Nebrodi Schweine.
Blütenkalender: Wann was blüht
Im Februar und März blühen die Mandelbäume, im März und April Wildblumen, Orangenblüten mit Duft in der Luft, im Mai Ginster, Mohn, Kapern und Kaktusfeigen, im Juni Lavendel und Oleander. Im September blüht die Meerlilie, im Oktober reifen Trauben, im November Oliven, im Dezember Blutorangen. Der Frühling von März bis Mai ist die schönste Zeit für Landschaften, mit grünen Hügeln.
Tiere der Insel
Wildkaninchen, Füchse, Stachelschweine, Wildschweine und Wildkatzen leben in den Bergen, Greifvögel wie der Steinadler und der Wanderfalke in den Madonie, Eleonorenfalken auf Marettimo. In den Salinen von Trapani rasten Flamingos, in der Straße von Messina ziehen im Frühjahr über 1000 Greifvögel. Im Meer leben Delfine, Thunfische, Schwertfische, Meeresschildkröten in Lampedusa und der Zingaro Küste. Fossilien von Zwergelefanten zeigen Museen.
Landschaftsstruktur: Vulkane, Kalk und Salz
Die Landschaft ist vielfältig. Vulkane prägen den Osten und die Inseln, Kalkplateaus die Iblei, Getreidehügel das Innere, Salinen und Lagunen den Westen. Die Latifundien des Inneren bestanden aus Getreide, im 19. Jahrhundert wurde in der Region um Caltanissetta Schwefel abgebaut, die Bergwerke schlossen in den 1970er Jahren. Lava und Kalk erklären den Geschmack von Wein, Pistazien und Käse.
Sizilien schönste Wanderwege und Wanderungen mit echten Streckenverläufen
Die Sizilien Wanderwege reichen von Vulkanwegen am Ätna über Küstenpfade im Zingaro bis zu Schluchten der Iblei. Die folgenden Touren enthalten Streckenlängen, Gehzeiten und Zugänge.
Sizilien Wanderung auf den Ätna
Ohne Seilbahn beginnt die Wanderung an Rifugio Sapienza auf 1910 Metern. Der Weg zu den Silvestri Kratern auf 1900 Metern dauert 30 Minuten, der Aufstieg zum Rifugio Torre del Filosofo auf 2920 Metern über die Lavafelder 4 bis 5 Stunden hin und zurück. Mit Seilbahn und Bus erreichen Sie 2900 Meter, darüber führt nur ein Führer zum Gipfel in 2 Stunden. Auf der Nordseite führt ein Rundweg bei Piano Provenzana durch Lavafelder und Birkenwälder. Die Monti Sartorius bieten einen Weg von 3 Kilometern durch Lavakegel.
Valle del Bove und Grotta dei Lamponi
Das Valle del Bove ist ein Kessel von 5 mal 8 Kilometern im Osten des Ätna, mit einem Weg von rund 12 Kilometern und 5 bis 6 Stunden, der Lavaströme und Blick auf das Meer zeigt. Die Grotta dei Lamponi ist ein Lavatunnel im Norden, den Sie mit Taschenlampe und Helm besuchen.
Riserva dello Zingaro
Der Küstenweg im Zingaro misst rund 7 Kilometer von Scopello nach San Vito und führt an 6 Buchten und Höhlen vorbei. Er dauert 3 bis 4 Stunden, mit Baden zwischendurch. Der Eintritt kostet rund 5 Euro, Sie brauchen Wasser, Kappe und feste Schuhe, denn Läden fehlen.
Madonie: Pizzo Carbonara und Piano Battaglia
Der Aufstieg auf den Pizzo Carbonara, 1979 Meter, dauert von Piano Battaglia rund 3 Stunden. Der Weg führt über Wiesen und Kalkfelsen mit Blick auf den Ätna und die Nordküste. Im Winter fahren Sie in Piano Battaglia Ski. Die Wege im Gebiet um Isnello und Castelbuono sind einfacher.
Nebrodi: Monte Soro und Seen
Der Monte Soro, 1847 Meter, ist der höchste Berg der Nebrodi und in 2 Stunden von einer Straße aus erreichbar. Der Lago Biviere und der Lago Maulazzo sind Seen im Buchenwald, mit Wegen von 5 bis 10 Kilometern. Die Nebrodi bieten Ruhe und selten Menschen.
Iblei: Cava Grande del Cassibile, Pantalica und Vendicari
Die Cava Grande del Cassibile ist eine Schlucht mit natürlichen Becken, der Abstieg von 1,5 Stunden führt zu Wasser, Sie brauchen Badesachen. Der Rundweg in Pantalica von rund 10 Kilometern in 4 Stunden zeigt Felsengräber und Blick auf den Fluss Anapo. In Vendicari führen Wege von 3 bis 6 Kilometern an Küste und Salzsümpfen entlang, mit einem Beobachtungsstand für Vögel.
Inseln: Stromboli, Vulcano, Salina und Favignana
Auf Stromboli führt der Aufstieg mit Führer bis 400 Meter, rund 5 Stunden hin und zurück, am späten Nachmittag, sodass Sie die Ausbrüche bei Dämmerung sehen und im Dunkeln absteigen. Auf Vulcano führt ein Weg zum Krater von 391 Metern in 1 Stunde. Auf Salina führt der Weg zum Monte Fossa delle Felci, 962 Meter, in 3 Stunden durch Farne und Ginster. Auf Favignana führt ein Rundweg von rund 30 Kilometern mit dem Rad über die Insel.
Via Francigena Sicilia und Cammino di Santa Rosalia
Die Via Francigena von Palermo nach Agrigent misst rund 180 Kilometer in 8 Etappen durch das Innere, mit Dörfern, Burgen und Landschaft. Der Cammino di Santa Rosalia führt von Palermo zu den Bergen der Madonie und ist ein Pilgerweg. Beide Wege sind markiert, Unterkünfte gibt es in Dörfern.
Regeln und Sicherheit
Für Wanderungen gilt: Im Sommer starten Sie vor 8 Uhr, nehmen 2 bis 3 Liter Wasser mit, tragen Kopfbedeckung und feste Schuhe. Auf dem Ätna schützen Sie sich vor Kälte, Wind und Sonne. Der Zugang zu Zonen mit Vulkanaktivität kann gesperrt werden. Der Notruf ist 112.
Sizilien öffentliche Verkehrsmittel: Zug, Bus und Fähre im Detail
Zugfahren auf Sizilien: Strecken, Dauer und Grenzen
Die Bahn verbindet die großen Städte, aber sie ist langsamer als das Auto. Palermo nach Messina dauert rund 3 Stunden, Catania nach Syrakus 1 Stunde 20 Minuten, Catania nach Messina rund 1 Stunde 30 Minuten, Palermo nach Agrigent gut 2 Stunden. Die Strecke von Palermo nach Catania über das Landesinnere nimmt 3 Stunden 30 Minuten oder mehr in Anspruch, und Verspätungen von 15 bis 30 Minuten sind normal. Tickets kosten zwischen 5 und 20 Euro und werden am Automaten oder in der App von Trenitalia gekauft. Vergessen Sie nicht, das Papierticket vor Fahrtbeginn am gelben Automaten am Gleis zu entwerten, sonst droht eine Geldstrafe.
Die Küstenstrecke von Messina nach Cefalù und Palermo bietet Blicke auf das Meer und die Äolischen Inseln. Wer Taormina besucht, steigt im Bahnhof Taormina Giardini aus, der etwa 4 Kilometer und 200 Höhenmeter unterhalb der Stadt liegt, und nimmt den Bus oder ein Taxi. Die Circumetnea, eine schmale Bahn rund um den Ätna von Catania nach Riposto, braucht 3 Stunden für die Runde und führt durch Lavafelder, Pistazienhaine und Bergdörfer.
Busse zwischen den Städten
Zwischen den größeren Orten verkehren private Unternehmen. Die Linie von Palermo nach Agrigent bedient SAIS Trasporti, Segesta fährt nach Trapani und zu den Flughäfen, Interbus verbindet Catania, Taormina, Syrakus und Ragusa, und AST betreibt viele Regionalstrecken. Busse sind in den Küstenorten und zwischen Catania und Syrakus billiger und oft schneller als die Bahn. Fahrkarten kaufen Sie im Vorverkauf am Schalter oder online, im Bus selbst gibt es sie selten. Eine Fahrt kostet 5 bis 15 Euro. Am Sonntag fahren viele Linien seltener.
Sizilien Fähren und Tragflügelboote zu den Inseln
Die Überfahrt von Messina nach Villa San Giovanni auf dem Festland dauert etwa 20 Minuten, Autos und Fußgänger werden getrennt abgefertigt, und Fähren fahren rund um die Uhr. Zu den Äolischen Inseln fahren Liberty Lines und Siremar ab Milazzo, Messina und Palermo, zu den Ägadischen Inseln ab Trapani und Marsala, nach Ustica ab Palermo, nach Pantelleria ab Trapani mit der Fähre oder mit dem Flugzeug, nach Lampedusa mit dem Flugzeug ab Palermo oder Catania oder mit der Fähre ab Porto Empedocle. Tragflügelboote sind schneller, aber bei Wellengang fallen Fahrten aus, deshalb sollten Sie für Rückreisen einen Puffer von einem Tag einplanen.
Sizilien Kunsthandwerk und Souvenirs mit Wert
Keramik aus Caltagirone und Santo Stefano di Camastra
Caltagirone ist seit dem Mittelalter für Majolika bekannt. Die Treppe Santa Maria del Monte mit 142 Stufen ist an den Setzstufen mit farbigen Fliesen verziert, jedes Motiv unterscheidet sich vom nächsten. Werkstätten verkaufen Teller, Vasen und Köpfe der Testa di Moro, eine Keramik, die eine Legende von einer Geliebten erzählt, die sich gerächt hat. Santo Stefano di Camastra an der Nordküste ist ein weiteres Zentrum, dort säumen Keramikläden die Hauptstraße. Kaufen Sie in Werkstätten mit Brennofen und fragen Sie nach handbemalten Stücken, die deutlich teurer als Fabrikware sind und zwischen 20 und 200 Euro liegen.
Pupi, Karren und Marionetten
Das Opera dei Pupi, das sizilianische Puppentheater, wurde 2008 von der UNESCO als Meisterwerk des immateriellen Erbes anerkannt. Die Figuren aus Holz und Metall sind bis zu 1 Meter groß, wiegen bis zu 10 Kilogramm und werden mit Stangen von oben geführt. In Palermo bieten Werkstätten in der Nähe der Kathedrale kleinere Nachbildungen ab 30 Euro an. Der Carretto siciliano, der bunte Karren, ist mit Szenen aus Ritterromanen bemalt. Werkstätten in Bagheria fertigen Miniaturen.
Korallen, Lava, Salz und Olivenöl
In Trapani wurden vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Korallen geschnitzt, ein Handwerk, das heute an Museen wie dem Museo Pepoli erinnert. Am Ätna gibt es Schmuck aus Lavastein, in Nicolosi und Zafferana, und in Bronte Pistazienprodukte. Trapanesisches Meersalz gibt es in Beuteln, Olivenöl aus Nocellara del Belice oder Tonda Iblea in Flaschen von 0,5 Litern für 10 bis 20 Euro. Wer Lebensmittel mit auf die Reise nimmt, sollte auf Verpackung achten, denn Flüssigkeiten über 100 Milliliter gehören ins Aufgabegepäck.
Was Sie nicht kaufen sollten
Mafia Shirts, Godfather Kitsch und Massenware mit dem Aufdruck Sicilia stammen häufig aus Fabriken in Asien. Auch Korallen sind kritisch, wenn sie roh gehandelt werden, und Muscheln vom Strand dürfen nicht mitgenommen werden. Lavagestein vom Ätna abzubauen ist verboten, und die Behörden verhängen Strafen, wenn Reisende am Flughafen Steine im Koffer haben.
Sizilien Baden, Tauchen und Wassersport an den besten Plätzen
Sizilien Tauchen und Schnorcheln in Meeresschutzgebieten
Ustica war 1986 das erste Meeresschutzgebiet Italiens und gilt als eines der besten Tauchreviere im Mittelmeer. Klares Wasser, Grotten und Steilwände ziehen Taucher an, und ein Tauchgang mit Ausrüstung kostet 40 bis 60 Euro. Der Meerespark der Ägadischen Inseln ist mit rund 54000 Hektar eines der größten Meeresschutzgebiete Europas, hier finden Sie Seegraswiesen, Höhlen und Wracks. Im Plemmirio Schutzgebiet bei Syrakus sind Zackenbarsche, Seesterne und Riffe zu sehen, an den Inseln der Zyklopen bei Aci Trezza gibt es Vulkanfelsen unter Wasser.
Schnorcheln ist an vielen Stränden möglich, ohne besondere Genehmigung. Gute Plätze sind Isola Bella bei Taormina, die Riserva dello Zingaro, Cala Rossa auf Favignana und Vulcano. Auf Lampedusa liegt der Strand Isola dei Conigli, wo Meeresschildkröten der Art Caretta caretta Eier ablegen, weshalb im Sommer Regeln gelten und Besucherzahlen begrenzt sind.
Kitesurfen, Windsurfen und Stand Up Paddling
Der Stagnone bei Marsala ist ein Lagunengebiet mit flachem Wasser von 1 Meter Tiefe und konstantem Wind, das Kitesurfer aus ganz Europa anzieht. Schulen bieten Kurse ab 100 Euro für 3 Stunden an. Auch Windsurfer finden dort Bedingungen. Stand Up Paddling ist in windstillen Buchten wie Mondello oder Cefalù beliebt, ein Board kostet pro Stunde 10 bis 15 Euro.
Sizilien Bootstouren und Kajak
Bootstouren ab Cefalù, Taormina, Syrakus und Trapani zeigen Grotten, Buchten und Felsen von der Seeseite. Bei Taormina fahren Boote in die Blaue Grotte, bei Syrakus in die Ohr Grotte und zu den Wassergrotten des Plemmirio. Kajaktouren, etwa im Zingaro Park oder bei Vendicari, dauern 2 bis 3 Stunden und kosten 30 bis 50 Euro. Prüfen Sie vor der Buchung die Wetterlage, denn bei Wind fallen Touren aus, und fragen Sie nach Schwimmwesten für Kinder.
Sizilien Vertiefung: Ätna, Ägadische Inseln und Pantelleria im Detail
Ätna: Krater, Ausbrüche und Regeln für den Aufstieg
Der Ätna ist mit rund 3300 Metern der höchste aktive Vulkan Europas, und seine Höhe verändert sich mit jedem Ausbruch um einige Meter. Er bedeckt etwa 1200 Quadratkilometer, und an seinen Flanken leben mehr als 900000 Menschen. Die UNESCO nahm ihn 2013 in die Liste des Welterbes auf. Der Vulkan hat 4 Gipfelkrater und über 300 Nebenkrater, darunter die Crateri Silvestri bei der Schutzhütte Rifugio Sapienza auf 1910 Metern, die 1892 entstanden.
Der Lavastrom von 1669 gilt als der zerstörerischste der Neuzeit: Er begrub mehrere Dörfer, erreichte Catania und schob die Küste ins Meer hinaus. Die Menschen versuchten ihn mit Gräben umzuleiten, und in Paternò kam es zu einem Aufstand der Bürger gegen diese Maßnahme, weil die Lava dann dort weiterfloss. Heute überwachen Wissenschaftler das Massiv mit Sensoren, und der Vulkan zeigt seine Aktivität durch Fontänen, Aschewolken und Lavaströme, die in der Regel weit von Orten entfernt bleiben. Flughäfen schließen bei Ascheregen kurz.
Für den Aufstieg gibt es 3 Stufen. Bis 2000 Meter geht jeder auf eigene Faust, etwa zu den Silvestri Kratern. Von 2000 bis 2500 Metern bringt die Seilbahn Sie in 8 Minuten hinauf, das Ticket kostet rund 35 Euro für Hin und Rückfahrt. Von 2500 bis 2900 Metern erreichen Sie den Bereich mit einem Führer im Geländebus, das Ticket mit Seilbahn kostet rund 70 bis 80 Euro. Den Bereich über 2900 Meter dürfen Sie nur mit Bergführern betreten, und die Behörden sperren ihn bei erhöhter Aktivität. Rechnen Sie 4 bis 5 Stunden ab der Talstation, und packen Sie feste Schuhe, warme Kleidung, Mütze und Handschuhe ein, denn die Temperatur liegt oben 15 bis 20 Grad unter jener am Meer.
Die Nordseite bei Piano Provenzana und die Ostseite bei Zafferana Etnea sind ruhiger. Dort führen Wege durch Birkenwälder und Lavafelder, und im Herbst leuchtet das Laub der Buchen. Am Fuß des Vulkans liegen Weingüter, deren Reben in Höhen von 500 bis 1000 Metern auf schwarzem Boden wachsen.
Ägadische Inseln: Favignana, Levanzo und Marettimo
Favignana ist die größte der 3 Inseln und ähnelt einem Schmetterling. Die Insel ist flach, deshalb ist das Fahrrad das beste Verkehrsmittel: Für 10 Euro am Tag erreichen Sie fast jeden Punkt. Die Cave di Tufo, alte Steinbrüche, wurden zu Gärten und Badeplätzen mit Höhlen im Fels. Die Cala Rossa ist eine Bucht mit türkisfarbenem Wasser, in der laut Überlieferung im Ersten Punischen Krieg das Blut der Gefallenen die Farbe verändert hat. Die Tonnara Florio im Hafenort, eine ehemalige Thunfischfabrik, ist heute ein Museum.
Levanzo, die kleinste Insel, hat nur rund 200 Einwohner. In der Grotta del Genovese sind Zeichnungen aus dem Paläolithikum und der Jungsteinzeit zu sehen, Bilder von Tieren und Menschen, die bis zu 10000 Jahre alt sind. Der Zugang ist mit Führung möglich, die Bootstour dauert 2 Stunden. Marettimo im Westen ist die wildeste und gebirgigste Insel, mit Pfaden auf den Monte Falcone auf 686 Metern, mit Grotten, die Boote anfahren, und Häusern in Weiß und Blau. Hier leben etwa 300 Menschen, die meisten von der Fischerei.
Die Fähre und Tragflügelboote fahren ab Trapani in 20 bis 40 Minuten nach Favignana und weiter nach Levanzo und Marettimo. Im Sommer sollten Sie Tickets im Voraus buchen, und die letzte Rückfahrt am Abend nicht verpassen.
Pantelleria: Dammusi, Zibibbo und Thermalquellen
Pantelleria liegt 110 Kilometer südwestlich von Sizilien und nur etwa 70 Kilometer von Tunesien entfernt. Die Insel ist vulkanisch und misst 83 Quadratkilometer. Die Häuser heißen Dammusi und haben dicke Mauern aus Lavastein, Kuppeldächer und kleine Fenster, die Hitze und Wind fernhalten. Viele lassen sich mieten und besitzen einen Garten mit Kapern, Feigen und Oliven.
Der Zibibbo, die Muskat Traube von Alexandria, wächst auf Terrassen aus Trockenmauern, wo jede Rebe niedrig in einer Mulde gezogen wird. Diese Anbauform, Vite ad alberello, wurde 2014 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Der Specchio di Venere ist ein See in einem Krater, dessen Wasser warm und reich an Mineralien ist, und Schlammbäder gelten als Ritual. Bei Gadir gibt es Thermalquellen direkt am Meer, wo heißes Wasser in Felsbecken fließt. Die Insel hat einen Flughafen mit Verbindungen nach Palermo, Trapani und Mailand, und eine Fähre ab Trapani, die je nach Saison 6 bis 7 Stunden braucht.
Lampedusa und Linosa: Am südlichsten Rand Europas
Lampedusa gehört zu den Pelagischen Inseln und liegt gut 100 Kilometer von Tunesien entfernt. Die Strände zählen zu den schönsten Italiens: Die Spiaggia dei Conigli, der Kaninchenstrand, wurde mehrfach unter den besten Stränden Europas geführt und ist ein Nistplatz der Meeresschildkröte Caretta caretta. Der Zugang ist im Sommer beschränkt, Sie müssen ein Zeitfenster reservieren, und Handtücher, Liegen und Sonnenschirme sind nur an bestimmten Stellen zugelassen. Die Cala Pulcino und die Cala Croce bieten flaches, klares Wasser. Linosa, die kleinere Nachbarinsel, ist schwarz vom Lavagestein und ruhig, mit rund 400 Einwohnern.
Sizilien Reiserouten für verschiedene Aufenthaltsdauern
Eine Sizilien Reiseroute steht und fällt mit der Entfernung: Von Trapani im Westen bis Catania im Osten liegen rund 300 Kilometer, und die Landstraßen im Inneren kosten mehr Zeit, als die Karte verspricht. Jede Sizilien Route hier ist deshalb so geschnitten, dass sich Fahrzeiten mit Besichtigungen die Waage halten. Alle Routen setzen einen Mietwagen voraus, außer dort, wo es ausdrücklich anders steht. Die Tage sind Vorschläge, die sich verschieben lassen: Wer in Palermo länger hängen bleibt, streicht am Ende einfach einen Ort.
Sizilien 3 Tage Reiseroute kompakt: Palermo, Monreale, Cefalù und Segesta
Tag 1: Palermo. Beginnen Sie um 9 Uhr an den Quattro Canti, gehen Sie zur Kathedrale und zur Cappella Palatina im Normannenpalast, die ab 9 Uhr öffnet und vor der Mittagszeit noch ruhig ist. Mittags gibt es Arancine oder Panelle am Mercato del Capo, am Nachmittag folgen San Cataldo, die Martorana und der Ballarò Markt. Zum Abend führt die Via Vittorio Emanuele zum Meer, wo Sie am Foro Italico den Sonnenuntergang erleben.
Tag 2: Monreale und Cefalù. Fahren Sie um 8:30 Uhr nach Monreale, das Sie in 25 Minuten erreichen. Die Kathedrale mit ihren Mosaiken auf 6340 Quadratmetern verlangt 1 Stunde, der Kreuzgang mit 228 Säulen eine halbe Stunde dazu. Danach geht es 1 Stunde und 15 Minuten über die Autobahn A20 nach Cefalù. Am Nachmittag besuchen Sie den Dom, den Lavatoio und den Strand, zum Abendessen sitzen Sie am Hafen.
Tag 3: Segesta und Erice. Fahren Sie früh nach Segesta, das gut 1 Stunde von Palermo entfernt liegt. Der dorische Tempel steht unfertig ohne Dach auf einem Hügel, das antike Theater liegt weiter oben und ist mit dem Shuttle erreichbar. Danach fahren Sie 45 Minuten nach Erice, essen dort Cous Cous di pesce und trinken einen Marsala. Rückfahrt nach Palermo am Abend, wenn Sie dort abfliegen, oder Übernachtung in Trapani.
Sizilien 5 Tage Reiseroute: Der Osten mit Catania, Ätna, Taormina, Syrakus und Noto
Tag 1: Catania. Landen Sie am Flughafen Fontanarossa, holen Sie den Mietwagen ab und stellen Sie ihn in einer Garage nahe der Altstadt ab. Am Nachmittag geht es zum Domplatz mit dem Elefantenbrunnen, zur Pescheria am Vormittag des Folgetages und abends zur Via Etnea. Als Abendessen bietet sich Pasta alla Norma an, die in ihrer Heimatstadt eine Pflichtübung bleibt.
Tag 2: Ätna. Sie fahren um 8 Uhr nach Nicolosi und weiter zum Rifugio Sapienza auf 1910 Metern. Die Seilbahn bringt Sie bis 2500 Meter, Führer begleiten die Wege weiter bis 2900 Meter. Rechnen Sie 4 bis 5 Stunden ein und nehmen Sie feste Schuhe und Jacke mit, denn oben sind es auch im Juli oft nur 8 Grad. Am Nachmittag besuchen Sie ein Weingut an der Nordflanke, etwa in Passopisciaro, bevor Sie nach Taormina fahren.
Tag 3: Taormina und Castelmola. Das Antike Theater öffnet um 9 Uhr, gehen Sie sofort hinein, denn ab 11 Uhr füllen die Reisegruppen die Ränge. Danach folgen der Corso Umberto und der Isola Bella Strand, den Sie über eine Treppe oder die Seilbahn erreichen. Wer noch Kraft hat, fährt nach Castelmola und trinkt dort den Mandelwein.
Tag 4: Syrakus und Ortygia. Fahren Sie 1 Stunde und 15 Minuten nach Syrakus. Vormittags besuchen Sie den Archäologischen Park mit dem Griechischen Theater, dem Ohr des Dionysios und dem Römischen Amphitheater. Nachmittags gehen Sie nach Ortygia, betreten den Dom mit den in die Mauern eingebauten dorischen Säulen, die Fonte Aretusa und den Markt in der Via de Benedictis. Abends essen Sie Fisch an der Uferpromenade.
Tag 5: Noto und Modica. Über die Autobahn erreichen Sie Noto in 35 Minuten. Der Corso Vittorio Emanuele, die Kathedrale mit der 1996 eingestürzten und danach wieder aufgebauten Kuppel und der Palazzo Nicolaci mit den Balkonen bilden den Kern der Besichtigung. Am Nachmittag geht es nach Modica, wo Sie Schokolade nach aztekischer Art in der Antica Dolceria Bonajuto probieren. Rückfahrt nach Catania in 1 Stunde und 45 Minuten.
Sizilien 7 Tage Reiseroute: Rundreise gegen den Uhrzeigersinn von Palermo bis Agrigent
Tag 1: Palermo. Kathedrale, Normannenpalast mit Cappella Palatina, Quattro Canti, Martorana, San Cataldo, Ballarò. Am frühen Abend geht es zur Aperitivo Runde in der Kalsa, wo Sie in der Vucciria oder auf der Piazza Marina einen Tisch finden.
Tag 2: Palermo, Monreale und Cefalù. Vormittags Monreale, nachmittags Weiterfahrt nach Cefalù, wo Sie übernachten. Der Dom mit dem Christus Pantokrator in der Apsis öffnet auch am Nachmittag wieder.
Tag 3: Von Cefalù nach Taormina. Fahren Sie auf der A20 und A18 in 3 Stunden nach Taormina. Unterwegs lohnt ein Halt in Tindari mit dem Heiligtum der Schwarzen Madonna und dem Blick auf die Lagunen von Oliveri. Nachmittags Antikes Theater, abends Corso Umberto.
Tag 4: Ätna und Catania. Ab 8 Uhr geht es nach Zafferana Etnea und auf die Ostflanke oder über Randazzo im Norden. Mittags folgt die Weiterfahrt nach Catania, nachmittags Domplatz, Pescheria und Via Crociferi.
Tag 5: Syrakus und Ortygia. Vormittags Archäologischer Park mit Griechischem Theater, Ohr des Dionysios und Amphitheater, nachmittags Ortygia mit Dom, Fonte Aretusa und Markt. Abends Fisch am Hafen.
Tag 6: Val di Noto. Noto am Vormittag, Modica am Mittag, Ragusa Ibla am Nachmittag. Der Dom San Giorgio und der Giardino Ibleo lohnen den Spaziergang von 2 Stunden. Übernachtung in Ragusa Ibla oder Scicli.
Tag 7: Agrigent und Rückfahrt. Von Ragusa fahren Sie 2 Stunden nach Agrigent. Der Tal der Tempel Park öffnet um 8:30 Uhr, planen Sie 3 Stunden vom Concordia Tempel bis zum Zeus Tempel. Danach fahren Sie nach Palermo, was gut 2 Stunden dauert, oder bleiben in Agrigent.
Sizilien 10 Tage Reiseroute: Westen und Osten mit Zeit für Inseln und Dörfer
Tag 1: Palermo. Ankunft, Altstadt, Kathedrale, Ballarò Markt und Abendessen in der Kalsa.
Tag 2: Palermo und Monreale. Vormittags Normannenpalast und Cappella Palatina, mittags Monreale, nachmittags Catacombe dei Cappuccini mit den 8000 Mumien, deren Besuch einen eigenen Termin von 45 Minuten verlangt.
Tag 3: Segesta, Erice und Trapani. Ab Palermo in 1 Stunde nach Segesta, dann nach Erice, abends Trapani mit der Altstadt am Meer. Übernachtung in Trapani.
Tag 4: Salinen, Mozia und Marsala. Die Salinen zwischen Trapani und Marsala erleben Sie am besten vormittags mit einer Führung im Museo del Sale. Von der Isola Lunga setzt eine Fähre zur Insel Mozia über, wo eine phönizische Stadt liegt und der Jüngling von Mozia gefunden wurde. Abends besuchen Sie eine Kellerei in Marsala.
Tag 5: Selinunt und Agrigent. Selinunt öffnet um 9 Uhr, die Akropolis mit dem Tempel E ist das Ziel. Danach 1 Stunde 30 Minuten nach Agrigent. Am Abend spazieren Sie zum Concordia Tempel, der nach Sonnenuntergang noch geöffnet zugänglich von außen zu sehen ist.
Tag 6: Agrigent, Villa Romana del Casale und Enna. Am Morgen Tal der Tempel, mittags Fahrt nach Piazza Armerina mit der Villa und ihren 3500 Quadratmetern Mosaiken. Übernachtung in Enna oder in Piazza Armerina.
Tag 7: Ätna und Catania. Fahren Sie über die A19 nach Catania in 1 Stunde 20 Minuten, mittags auf den Ätna, nachmittags Domplatz.
Tag 8: Taormina. Antikes Theater, Corso Umberto, Isola Bella.
Tag 9: Syrakus. Archäologischer Park und Ortygia.
Tag 10: Noto und Abreise. Vormittags Noto, danach Fahrt zum Flughafen Catania in 1 Stunde 15 Minuten.
Sizilien 14 Tage Reiseroute: Die große Inselrunde mit Äolischen und Ägadischen Inseln
Tag 1: Palermo. Ankunft, Altstadtspaziergang, Abendessen mit Sarde a beccafico und Pasta con le sarde.
Tag 2: Palermo. Kathedrale, Normannenpalast, Kapuzinerkatakomben und Markt.
Tag 3: Monreale und Cefalù. Wie in der 3 Tage Reiseroute beschrieben, mit Übernachtung in Cefalù.
Tag 4: Cefalù, Madonie und Petralia Soprana. Die Bergstraße führt in 1 Stunde 15 Minuten nach Petralia Soprana, mit 1147 Metern eines der höchsten Dörfer. Mittagessen im Gebirge mit Pilzen und Schafskäse, abends Milazzo.
Tag 5: Milazzo und Lipari. Das Tragflügelboot braucht 1 Stunde. In Lipari besuchen Sie das Museum, die Burg und die Obsidianfelder am Ort Pomiciazzo.
Tag 6: Vulcano und Salina. Morgens Schlammbad und Krater von Vulcano, am Nachmittag mit dem Boot nach Salina, wo Sie Kapernblätter und Malvasia probieren.
Tag 7: Stromboli. Ab 17 Uhr steigen Sie mit Bergführer bis auf 400 Meter, denn höher ist der Zugang beschränkt. Nach Sonnenuntergang beobachten Sie die Ausbrüche alle 10 bis 20 Minuten, der Abstieg dauert 1 Stunde 30 Minuten.
Tag 8: Rückfahrt nach Milazzo und Fahrt nach Taormina in 2 Stunden. Nachmittags Theater, abends Corso.
Tag 9: Ätna. Seilbahn und Führung auf den Gipfelbereich, am Nachmittag Weingut an der Nordflanke.
Tag 10: Catania und Syrakus. Vormittags Pescheria und Domplatz, nachmittags Ortygia.
Tag 11: Syrakus, Noto und Modica. Archäologischer Park am Morgen, Noto mittags, Modica am späten Nachmittag.
Tag 12: Ragusa Ibla, Scicli und Agrigent. Ragusa Ibla morgens, Scicli mit dem Commissario Montalbano Rathaus mittags, Agrigent abends.
Tag 13: Agrigent, Selinunt und Trapani. Tal der Tempel am Morgen, Selinunt am Mittag, Übernachtung in Trapani.
Tag 14: Ägadische Inseln und Abreise. Wer einen späten Flug hat, nimmt morgens das Tragflügelboot nach Favignana. Dort mieten Sie ein Fahrrad und fahren zur Cala Rossa, bevor Sie nachmittags zurück nach Trapani und zum Flughafen fahren. Andernfalls bleibt der Tag für Erice und Segesta, wenn Sie diese noch nicht gesehen haben.
Praktische Sizilien Reisetipps für unterwegs
Einige Kleinigkeiten entscheiden auf Sizilien über gute oder schlechte Tage, und keine steht zuverlässig im Voraus in den Prospekten. Diese Praxishinweise gelten für die ganze Insel und ersparen vermeidbare Ärgernisse.
Sizilien Mietwagen im Alltag: Parken, ZTL, Tanken und Autobahn
Fast jede Altstadt hat eine ZTL, eine verkehrsbeschränkte Zone, die von Kameras überwacht wird. Wer ohne Genehmigung einfährt, erhält Monate später einen Bußgeldbescheid über meist 80 bis 100 Euro, den der Vermieter zuzüglich Bearbeitungsgebühr weiterreicht. Fragen Sie Ihr Hotel, ob es Sie für die Einfahrt melden kann, oder parken Sie außerhalb. Blaue Linien bedeuten Parken gegen Gebühr, weiße Linien Anwohner oder freie Plätze, gelbe Linien Behinderte oder Sonderrechte. Die Autobahnen A18, A19, A20 und A29 kosten teilweise Maut: Die A20 zwischen Messina und Cefalù verlangt rund 10 Euro, die A19 zwischen Palermo und Catania ist frei. Tankstellen mit Bedienung, erkennbar an der Aufschrift Servito, kosten 10 bis 20 Cent mehr pro Liter als Selbstbedienung, und viele Tankstellen schließen mittags von 12:30 bis 16 Uhr.
Sizilien Öffnungszeiten, Siesta und Feiertage
Geschäfte schließen meist von 13 bis 16:30 Uhr, öffnen dann bis 20 Uhr, und kleine Läden haben mittwochs oder montagvormittags zu. Restaurants beginnen das Mittagessen ab 12:30 Uhr und das Abendessen ab 19:30 Uhr, aber vor 20:30 Uhr sitzt selten ein Einheimischer am Tisch. Kirchen sind oft zwischen 12 und 16 Uhr geschlossen. Am 15. August, Ferragosto, ist fast alles zu, ebenso am 25. April, 1. Mai und 2. Juni. Am 15. Juli feiert Palermo Santa Rosalia, am 3. Februar Catania die heilige Agatha, im September mehrere Städte Marienfeste, und diese Termine verändern Straßensperren und Preise.
Sizilien Trinkgeld, Bargeld und Kartenzahlung
In Restaurants steht meist ein Coperto von 1 bis 3 Euro pro Person auf der Rechnung, ein Aufschlag für Brot und Gedeck, der kein Trinkgeld ist. Trinkgeld ist nicht verpflichtend, 5 bis 10 Prozent für guten Service sind üblich. Kartenzahlung funktioniert fast überall, aber kleine Bars, Marktstände, Parkautomaten und Fähren im Landesinneren nehmen gern Bargeld. Automaten der Banken sind am sichersten, zeigen aber bisweilen Gebühren an, die Sie ablehnen können.
Sizilien Sprache, Gesten und Umgangsformen
Italienisch genügt, und selbst wenige Wörter öffnen Türen: Buongiorno bis etwa 14 Uhr, danach Buonasera, dazu Per favore und Grazie. Sizilianer sprechen untereinander oft ihren Dialekt, der wie eine eigene Sprache klingt und viele arabische, spanische und griechische Wörter enthält. Kaffee wird an der Bar im Stehen getrunken, für den Tisch wird oft mehr verlangt. Wer nach 11 Uhr einen Cappuccino bestellt, wird höflich angesehen, aber bekommt ihn. Drängeln in der Schlange gilt nicht als Unhöflichkeit, sondern als Wettbewerb, den man mit Gelassenheit besteht.
Sizilien Insiderwissen: Was Reisende erst vor Ort erfahren
Sizilien Sommer und Sirocco: Wenn die Insel kocht
Der Scirocco weht aus der Sahara und bringt 40 Grad, Staub und rötliche Filme auf Autos. Er kann in wenigen Stunden aufziehen, wird in den Wetterdiensten vorhergesagt und hält 2 bis 3 Tage an. Wer an diesen Tagen Ausgrabungen plant, geht vor 10 Uhr hinein und macht ab 12 Uhr Pause im Hotel oder im Museum mit Klimaanlage. Auch Wanderungen am Ätna sind bei Scirocco anstrengender, während Küstenorte im Norden kühler bleiben.
Sizilien Wasser, Wassersparen und Alltagsversorgung
Auf der Insel kommt es in manchen Regionen zu Engpässen, besonders in Agrigent und im Inneren. Manche Hotels haben Wassertanks auf dem Dach, und die Dusche kann kurz aussetzen. Trinkwasser aus der Leitung ist in vielen Städten gut, aber der Geschmack ist oft mineralisch, weshalb Reisende meist Flaschenwasser kaufen. Mehrweg Flaschen sind selten, große Kanister für 5 Liter sind billig und praktisch für die Ferienwohnung.
Sizilien Rituale, Feste und Prozessionen
Die Karwoche ist der wichtigste Termin des Jahres. In Trapani ziehen am Karfreitag die 20 Misteri, Figurengruppen aus Holz, 24 Stunden lang durch die Straßen. In Enna und Caltanissetta gibt es ebenfalls Bruderschaften, die in Kutten marschieren. In den Sommerwochen folgen Patronatsfeste mit Feuerwerk, Musik und Kirmes, oft auf dem Kirchplatz bis 1 Uhr morgens.
Sizilien Mafia im Alltag: Was Reisende wissen sollten
Touristen kommen mit dem Thema kaum in Berührung. Der Widerstand der Bürger zeigt sich in den Addiopizzo Läden, Geschäften, die kein Schutzgeld zahlen und dies am Eingang mit einem Aufkleber ausweisen. In Palermo führen Touren zu Orten des Widerstands, etwa zum Falcone Baum vor dem Haus des Richters. Wer Fragen stellt, sollte Respekt zeigen und nicht scherzen.
Sizilien Monat für Monat: Wetter, Wassertemperatur und Stimmung
Im Januar liegen die Tagestemperaturen in Palermo bei rund 15 Grad, das Meer hat 15 Grad, in den Bergen fällt Schnee, und der Ätna bietet Skibetrieb. Im Februar blühen die Mandelbäume im Tal der Tempel, und Catania feiert Sant'Agata vom 3. bis 5. Februar. Im März beginnen die Wildblumen, im April blühen die Orangen, und die Osterwoche zieht Gäste an. Im Mai erreichen die Tage 24 Grad, die Wiesen sind grün, und die Preise bleiben niedrig.
Im Juni steigt das Thermometer auf 28 Grad, das Wasser auf 21 Grad. Der Juli bringt 31 Grad und volle Strände, der August 32 Grad und Rekordpreise, dazu das Ferragosto Wochenende, an dem nichts mehr frei ist. Im September fällt die Hitze auf 28 Grad, das Meer hat noch 25 Grad, die Ernte beginnt. Im Oktober sind es 24 Grad, im November 20 Grad, und im Dezember 17 Grad mit Regen. Wer Meer und Ruhe sucht, wählt Mitte September.
Sizilien in Literatur und Film: Schauplätze zum Nachreisen
Der Roman Der Leopard von Giuseppe Tomasi di Lampedusa erschien 1958 und beschreibt den Niedergang des sizilianischen Adels nach 1860. Der Schauplatz liegt in Palermo und Santa Margherita di Belice, das Erdbeben von 1968 zerstörte das Dorf. Luigi Pirandello wurde 1867 bei Agrigent geboren, sein Haus Caos ist ein Museum. Giovanni Verga erzählt in Die Malavoglia vom Leben der Fischer in Aci Trezza, wo die Felsen Faraglioni im Meer liegen.
Andrea Camilleris Commissario Montalbano ermittelt im fiktiven Vigàta, das Porto Empedocle ähnelt. Gedreht wurde in Scicli und Punta Secca, wo das Haus des Kommissars steht und als Bed and Breakfast dient. Der Pate wurde in Savoca und Forza d'Agrò gedreht, in der Bar Vitelli in Savoca kann man einen Kaffee trinken. Cinema Paradiso entstand in Cefalù und Palazzo Adriano.
Sizilianisch und Italienisch: Wörter, die im Alltag helfen
Grazie assai heißt vielen Dank, Amunì bedeutet los geht's und wird mit Schwung gerufen. Bedda meint schön und steht im Kompliment über Frauen, Städte und Speisen. Picciriddu bezeichnet ein Kind. Wer im Restaurant um die Rechnung bittet, sagt Il conto, per favore. Quanto costa fragt nach dem Preis, Dov'è nach dem Weg. Ein Nein zu einem Nachschlag lautet No, grazie, sono pieno, und wird oft überhört, weil Gastgeber Nachschlag als Zeichen der Zuneigung betrachten.
Sizilien und der Sonntag: Wie die Insel den freien Tag lebt
Am Sonntag schließen viele Geschäfte, aber Konditoreien öffnen. Familien treffen sich nach der Messe zu einem Essen, das um 13 Uhr beginnt und bis 16 Uhr dauert. Wer ein Restaurant sucht, reserviert früh, denn die Tische sind lange vorher vergeben. Die Kinder tragen Festkleidung, auf der Piazza spielen sie, während Eltern Kaffee trinken. Ein Sonntag ist deshalb der beste Tag, um Palermos Altstadt zu meiden und an die Küste zu fahren, und der schlechteste, um Behördengänge oder Einkäufe zu erledigen.
Sizilien Reiseführer Empfehlung: Welche Reiseart zu welcher Region passt
Die Insel bietet zu viel für einen einzigen Reisetyp, und wer seine Prioritäten kennt, spart Zeit und Geld. Der beste Sizilien Reiseführer trennt deshalb nach Reisetypen, statt jedem alles zu empfehlen. Diese Sizilien Reiseführer Empfehlung ordnet die Regionen nach dem, was Reisende suchen.
Für Kulturreisende: Palermo, Syrakus und Agrigent
Wer Geschichte sucht, braucht mindestens 7 Tage und beginnt im Westen mit Palermo, das Normannen, Araber und Byzantiner in einer Stadt vereint. Hinzu kommen Segesta und Selinunt als griechische Stätten, Agrigent als Höhepunkt und Syrakus mit dem Theater und dem Ohr des Dionysios. Die Villa Romana del Casale in der Mitte liefert das römische Kapitel. Buchen Sie Eintritte in Palermo online und kaufen Sie in Agrigent das Kombiticket für Tempeltal und Museum, das rund 15 Euro kostet.
Sizilien für Familien: Cefalù, Mondello, Ortygia und die Riviera der Zyklopen
Familien mit Kindern finden in Cefalù einen langen Sandstrand vor einer Altstadt, in Mondello bei Palermo flaches Wasser, in Ortygia ein autofreies Viertel mit Eisdielen und Booten. Die Riviera dei Ciclopi bei Aci Trezza bietet Felsen zum Klettern und Aci Castello ein Kastell aus schwarzer Lava. Der Ätna mit einem Ausflug auf die Silvestri Krater ist ab 8 Jahren gut machbar. Wählen Sie Unterkünfte mit Küche, weil Kinder oft nicht bis 21 Uhr aufs Essen warten wollen.
Für Wanderer: Ätna, Madonie und Zingaro
Wanderer planen im Frühling oder Herbst. Der Zingaro Park im Nordwesten bietet 7 Kilometer Küstenweg mit 6 Buchten, die Madonie im Norden Gipfelwege bis auf 1979 Meter, der Ätna Lavafelder und Wälder. Ergänzen Sie die Wanderungen durch Ruhetage auf einer Masseria mit Pool, und planen Sie Wasser und Sonnenschutz ein, denn im Landesinneren gibt es nur selten Brunnen.
Für Genießer: Ostküste, Trapani und Ragusa
Genießer verbinden Trapani mit Couscous und Meersalz, Marsala mit Kellerei, den Ätna mit seinen Weingütern, Modica mit Schokolade und Ragusa mit den besten Restaurants der Barockstädte. Kochkurse in Agriturismi kosten 60 bis 100 Euro und schließen Marktbesuche ein. Wer im September reist, erlebt Weinlese und Feste in vielen Dörfern.
Für Strandurlauber: Südosten, Egadi und Äolische Inseln
Strandurlauber wählen den Südosten um Vendicari und Marzamemi mit langen Sandstränden, die Ägadischen Inseln mit klarem Wasser und die Äolischen Inseln mit Vulkanstränden. Im Juli und August sollten Sie Unterkünfte 3 Monate im Voraus buchen, im Juni oder September finden Sie günstigere Preise und ruhigere Strände.
Abschlusskapitel: Sizilien Reiseführer als vollständiges Reiseerlebnis
Sizilien verlangt Zeit, und es belohnt sie. Wer 3 Tage bleibt, sieht Palermo und ein Stück Küste, wer 14 Tage bleibt, hat die Kathedralen der Normannen, die Tempel der Griechen, die Vulkane und die Inseln erlebt und wird trotzdem etwas vermissen. Genau darin liegt der Reiz: Die Insel ist zu groß für eine einzige Reise.
Als bester Sizilien Reiseführer versteht sich dieser Text, wenn er Ihnen Entscheidungen abnimmt: wann Sie wohin fahren, was es kostet, wo es sich lohnt und wo nicht. Wer nach dem besten Sizilien Reiseführer sucht, sollte prüfen, ob Öffnungszeiten, Preise und Fahrzeiten so konkret sind wie hier. Diese Sizilien Reiseführer Empfehlung gilt jedem, der ohne Umwege ankommen möchte. Ein bester Reiseführer Sizilien nennt Grenzen ehrlich: Preise ändern sich, Öffnungszeiten werden angepasst, Straßen werden gesperrt. Prüfen Sie zentrale Angaben vor der Reise bei den Betreibern. Die Reiseführer Sizilien Empfehlung lautet daher: Planen Sie mit Puffer, buchen Sie die wichtigsten Tickets früh, und lassen Sie an jedem Tag Raum für den Zufall, denn der beste Tisch der Reise steht selten im Plan.
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